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Neubukow Kröpeliner Zentrum hat noch Potenzial für Begegnungen
Mecklenburg Bad Doberan Neubukow Kröpeliner Zentrum hat noch Potenzial für Begegnungen
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07:21 25.03.2014
Stadtvertretervorsteher Jürgen Borchardt wies auf diese Alternative für eine zentrumsnahe Einkaufsmöglichkeit hin: Das Gebäude der ehemaligen Gaststätte Küster in Kröpelins Hauptstraße 1. Quelle: Thomas Hoppe

„Die Stadt muss in der Hauptstraße einen öffentlichen Raum schaffen, wo die Leute zusammenfinden — einen Bürgertreff!“ lautet die Forderung des Kröpeliners Herbert Boldt, der in dieser Sache einen offenen Brief an die Stadtvertretung schrieb (OZ berichtete).

Dieses Schreiben hatte am vergangenen Donnerstag Stadtvertretervorsteher Jürgen Borchardt veranlasst, auf der Stadtvertretersitzung einen Großteil seines Berichts an die Volksvertreter diesem Thema zu widmen. So informierte er darüber, dass sich auf seinen Antrag hin, der Ausschuss für Finanzen und Liegenschaften am 18. März im nichtöffentlichen Teil mit den Boldt-Vorschlägen befasste. Der Kröpeliner hatte dafür plädiert, im Ex-Schlecker-Laden (Haus „Gutenberg“ — Hauptstraße 20) ein kleines Lebensmittelgeschäft und einen Bürgertreff zu etablieren. Dafür sollte die Stadt das einstige Schlecker-Haus kaufen. Die Mitglieder des Liegenschaftsausschusses sollen sich laut Jürgen Borchardt bei Herrn Boldt bedankt haben, für dessen Vorschläge, „die allerdings aus rechtlichen und wirtschaftlichen Gründen durch die Stadt nicht umsetzbar“ seien. Der Stadtvertretervorsteher bestätigte nochmals, dass das „Haus Gutenberg“ „durch eine Zwangsversteigerung einen neuen Besitzer“

bekommen habe und erläuterte mit Verweisen auf die entsprechenden Paragrafen des Baugesetzbuches und des Zwangsversteigerungsgesetzes , dass gemeindliche Vorkaufsrechte allerdings nur auf Kaufverträge anzuwenden seien. Damit sei ein Vorkaufsrecht für die Stadt in diesem Falle ausgeschlossen. „Aufgrund der Haushaltslage der Stadt Kröpelin wäre es unverantwortlich, ein unsaniertes Gebäude in dieser Größenordnung zu erwerben, ohne gegen das kommunale Haushaltsrecht zu verstoßen“, ergänzte Jürgen Borchardt und wies auf folgende Alternativen hin: In der Hauptstraße 1 stehe schon jahrelang die ehemalige Gaststätte „Küster“ zum Verkauf. Auch hier wäre die Errichtung einer Einkaufsmöglichkeit denkbar, meinte er und schlug vor, Gespräche mit der evangelischen Kirchengemeinde zu führen, ob sich in ihrem geplanten Gemeindezentrumsneubau mit Gemeinderäumen und Pfarrwohnung (nach Abriss des alten Pfarrhauses) auch eine Begegnungsstätte für Senioren realisieren lasse.

Unweit dieses Vorhabens steht bereits seit Langem der „Lindenhof“. Auf Anfrage der OZ berichtete die Besitzerin der ehemaligen Gaststätte, dass sie diesen Saal bereits der Volkssolidarität angeboten hätte, doch die hätte kein Geld dafür. Deshalb habe sie den Saal zur Vermietung ausgeschrieben, mit allem Drum und Dran: Bestuhlung, Geschirr, Gläser, Wasser... Prinzipiell wäre sie auch bereit, den Saal mal für ein Kaffeekränzchen oder andere Treffen anzubieten. „Das kann man alles machen. Bei mir ist alles fix und fertig“, sagte Barbara Stern.



Thomas Hoppe

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