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Neubukow Kunst an der Schiene in die Spur gebracht
Mecklenburg Bad Doberan Neubukow Kunst an der Schiene in die Spur gebracht
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00:00 29.03.2014

„Hier im Kulturzentrum des Kröpeliner Bahnhofs wird es weiter die Konzerte und Lesungen geben, sowie Übernachtungsmöglichkeiten für Kunststudenten. In Neubukow finden dann die Künstler im alten Bahnhof ihre neuen Ateliers sowie ebenfalls Wohnräume vor. Im Bad Doberaner Bahnhofsgebäude sind dagegen ausschließlich Ausstellungsräume und die dazu passende Gastronomie geplant.“ So umreißt die Vize-Vorsitzende des Kröpeliner Vereins „De Drom“, Christine Borgwald, das Projekt „Kunstakademie entlang der Schiene“, wie es seit 2011 von dieser „Gesellschaft zur Förderung von Kultur, Bildung und Gemeinwesen in der Regiopole Rostock“ verfolgt wird. Damals hatten Wismarer Architektur-Studenten unter der Betreuung von Prof. Valentin Rothmaler Entwürfe für das Kröpeliner Bahnhofsgebäude vorgelegt. Schon vor Jahren war dabei die Richtung „Nordische Kunstakademie“ vorgegeben, in die entlang der Bahnstrecke zwischen Rostock und Wismar Villen, Gutshäuser und stillgelegte Bahnhofsgebäude als Satelliten der Akademie eingebunden werden könnten. „Wir haben lange versucht, in dieser Sache an die Bahn heranzukommen, da es dort drei verschiedene Institutionen gibt, die für Immobilien zuständig sind. Das ist ein ganz kompliziertes Bieterverfahren“, erklärt Christine Borgwald und verweist darauf, dass die Meldung über einen unmittelbar bevorstehenden Verkauf des Neubukower Bahnhofs an eine Berlinerin, die Kröpeliner Pläne zunächst auf Eis legten. Mittlerweile scheint aber klar zu sein, dass sich das Vorhaben von Dagmar Oppel quasi in Berliner Luft aufgelöst hat. Der zuständige Makler will nicht mal ein entsprechendes Angebot von damals vorliegen haben, obwohl der einstige Geschäftspartner der Immobilienbesitzerin im April vor einem Jahr der OZ erzählt hatte, dass sich „18 wichtige Bedienstete des Verkehrsunternehmens dazu geäußert“ hätten, der Notarvorvertrag unterschrieben sei und spätestens am 6. Mai 2013 die entsprechenden Urkunden und Schlüssel übergeben werden sollten. Doch das passierte offensichtlich nicht. Nun wollen die Kröpeliner wieder mitbieten. Dafür waren sie bereits mit dem zuständigen Makler vor Ort und sind jetzt dabei, die nötigen Geldquellen aufzutreiben. Auch der Berliner Mäzen Dr. Karl Kauermann, ein Ex-Banker, der den Kröpeliner Bahnhof erworben und dem Verein „De Drom“

für einen symbolischen Preis zur langjährigen Nutzung überlassen hatte, ist wieder mit von der Partie — oder besser, immer noch: „Er war jetzt hier und hat sich alles angeguckt, wie weit wir sind und was wir als nächstes planen. Wir waren mit ihm auch in Bad Doberan. Er hat Interesse an diesem Bahnhofsgebäude, was ja noch zum Verkauf steht.“

Am Ende könnte es sein, dass eine kleine Gruppe von Interessenten das Gebäude erwirbt und „De Drom“ hilft, den Traum von Kunst an der Schiene zu verwirklichen.



Thomas Hoppe

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