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Landwirte sehnen Frühjahr herbei

Schmadebeck Landwirte sehnen Frühjahr herbei

Der Schmadebecker Jörg Diederichs will auf dem Acker „Gas geben, sobald der Schnee schmilzt“.

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Landwirt Jörg Diederichs konnte schon etwas Dünger aufbringen. Nun heißt es für ihn aber warten, bis das Wetter besser wird.

Quelle: Sabine Hügelland

Schmadebeck. Weitsicht, Geduld und Flexibilität — ohne diese Eigenschaften wäre ein Landwirt wohl schlecht dran. „Man muss sich am Wetter orientieren und vor Ort umschauen, wie die Lage ist. Wetterberichte stimmen schließlich nicht immer.“ Landwirt Jörg Diederichs setzt auf Erfahrung und ein gewisses Gespür für Wetteränderungen. „Wenn im März der Boden anfängt, grün zu werden und befahrbar ist, fangen wir an. Nach Bauernregeln richten wir uns da nicht. Das ist überholt und davon abgesehen, hat jede Region ihr eigenes Klima.“ So bleibt der Schnee in Schmadebeck in den Senken etwas länger liegen als anderswo.

Der heutige „Ferien- und Bauernhof Diederichs“, die Hufe Nummer V, befindet sich seit neun Generationen im Besitz der Familie. Zum Hof gehören etwa 360 Hektar Land. Davon sind 23 Grünland und elf Hektar wurden stillgelegt. „Wir sind ein mittelgroßer Marktfruchtbaubetrieb und bauen Wintergetreide und Raps an. Hier arbeiten wir ohne Lohnunternehmen, nur mit unserem Angestellten, da wir selbst über die notwenige Technik verfügen“, sagt Diederichs, dessen genaue Berufsbezeichnung Diplomingenieur agr. (FH) für Pflanzenproduktion lautet.

Jörg Diederichs bewirtschaftete seine landwirtschaftlichen Flächen bis 1996 im Neben-, seit 1997 im Haupterwerb und gemeinschaftlich mit seiner Ehefrau Katrin, einer Diplom-Agraringenieurin für Tierproduktion. Das erste Saatgut brachte Diederichs schon am 20. August 2012 in den Boden. „Erst wird Raps gedrillt. Dann folgten Gerste, Roggen und später Weizen. Anfang November waren wir mit dem Setzen fertig.“ Nach der Aussaat wurden die Maschinen gereinigt und gewartet. Erst im Dezember können sich die Diederichs auch mal um Reparaturen in Haus und Heim kümmern.

Mit den ersten Sonnenstrahlen in diesem Jahr erhielt schon ein Teil der Ackerfläche Stickstoffdünger. Auch wurden Bodenproben genommen. So erfahren die Landwirte, wie viel Dünger ihre Äcker brauchen.

Mit der klirrenden Kälte und dem Schnee liegen nicht nur die Äcker, sonder auch deren Bewirtschaftung auf Eis. „Wir haben natürlich Auflagen, können nicht einfach den Dünger auf dem Schnee verteilen.

Wenn der anfängt zu tauen, würde der Dünger sich verteilen und ins Grundwasser gelangen. Man nennt das Abschwemmung“, so der 54-Jährige.

Also heißt es warten auf besseres Wetter. Da ist sie wieder die Geduld. Doch Jörg Diederichs hat genug davon und schon gar keine Langeweile, denn sein zweites Standbein ist der Ferienbetrieb und da müssen jetzt die vier Gebäude vom Winterschmutz befreit und für Ostern vorbereitet werden.

Auch in anderen landwirtschaftlichen Betrieben wird auf bessere Bedingungen gewartet: „Wir haben noch nicht gedüngt. Warten sozusagen auf den Frühling“, sagt Joachim Schuldt von der Hanstorfer Landbau GmbH. „Dann heißt es Gas geben. Düngen, Saatgut für Sommergetreide und Rüben in den Boden bringen und so weiter.“ Noch sind alle relativ entspannt, sagt er, doch: „Wir müssen sehen, ob unser Wintergetreide Schaden genommen hat. Die kurzzeitige Wärme mit der darauffolgenden Kälte könnte den Pflanzen zugesetzt haben.“

In Schmadebeck versuchen zurzeit, hunderte Kraniche Essbares auf Maisfeldern zu finden. „Kraniche sind Glücksbringer“, sagt Jörg Diederichs und schaut zum Storchennest vor seinem Haus, das hoffentlich auch in diesem Jahr wieder besetzt wird. Glück, das können Landwirte immer gebrauchen — und perfektes Wetter.

Wenn der Boden anfängt grün zu werden, fangen wir an. Nach Bauernregeln richten wir uns da nicht.“Jörg Diederichs, Landwirt in Schmadebeck

Sabine Hügelland

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