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Neubukow Molli-Fan sammelt mehr als 3300 Artikel
Mecklenburg Bad Doberan Neubukow Molli-Fan sammelt mehr als 3300 Artikel
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00:00 02.06.2017
Peter Zimmermann in seinem „Büro“: Rund um den Schreibtisch finden sich allerlei Molli-Schmuckstücke. Quelle: Fotos: Lennart Plottke
Kröpelin

„Gesammelte Werke“ steht auf dem DIN-A4-Blatt an der Schranktür. Darunter „Bad Doberan – Eisenbahn“, „DBR und Umgebung vor 100 Jahren“, „Rennbahn 1 – Geschichte 1994 bis 2004“ oder „Heiligendamm – Kempinski und der Neubau des Ortes“. Fein säuberlich nummeriert und beschriftet. „Das muss so sein“, sagt Peter Zimmermann und lacht.

Der Kröpeliner Peter Zimmermann schneidet alle OZ-Artikel aus – und hat zur Heimatgeschichte mehr als 60 Ordner angelegt

„Sonst würde ich doch ganz durcheinanderkommen.“

Die „Gefahr“ ist tatsächlich groß – denn der Kröpeliner hat mehr als 60 dicke Aktenordner zur Geschichte der Region angesammelt. „Ob altes Moorbad, Möckelhaus oder Palais – seit 1974 sammle ich alle Artikel zur Doberaner Heimatgeschichte“, erzählt Zimmermann. „Und 90 Prozent der Ausschnitte kommen dabei aus der OSTSEE-ZEITUNG.“ Wobei „Ausschnitte“ wörtlich gemeint sind: „Ich lese alle Berichte in Ruhe und schneide das Interessante dann aus – das ist für mich auch eine Art Ruhepol.“

Denn eigentlich arbeitet der 57-Jährige in der Woche als Monteur für die Bargeshäger Firma Bau-Metall in Hamburg oder Berlin. „Wenn ich freitags nach Hause komme, ist erst mal Zeitungsschau“, sagt Peter Zimmermann. „Meine Frau legt mir die Ausgaben schon immer in mein ,Büro’ – das läuft.“ Manchmal sammle auch seine Mutter fleißig mit: „Denn nicht selten brauche ich zwei Zeitungen – wenn ich Artikel auf der Vorder- und Rückseite ausschneiden will.“

Bei allem Interesse an der Orts-Historie – seine größte Liebe gilt ganz klar dem Molli. „Damit hat im Jahr 1974 meine Sammel-Leidenschaft begonnen – da war ich gerade mal 14 Jahre alt“, erinnert sich Zimmermann. „Damals sollte die Bahn tatsächlich abgeschafft werden – für mich war das ein großer Schock.“ Denn von Kindesbeinen an sei er quasi mit dem Zug aufgewachsen: „Meine Oma hat im Küstergang gewohnt – da ist der Molli jeden Tag vorbeigefahren.“

Ab sofort sammelte der gebürtige Doberaner jeden noch so kleinen Schnipsel über die Traditions-Bahn. „Das geht jetzt schon 43 Jahre so“, sagt Zimmermann und schüttelt den Kopf. „Mittlerweile sind mehr als 3320 Artikel zusammengekommen – ganze acht Ordner voll!“ Aktuell finde er 100 bis 120 Berichte pro Jahr – die alle ordentlich in Klarsichtfolien und Akten abgeheftet werden wollen: „Der Schreibwaren-Händler ist mein bester Freund.“

Und der Molli sei seine „zweite Frau“, bekennt der dreifache Familienvater. „Obwohl er ja eigentlich ein Mann ist.“ Sein Glück: „Meine Frau und die Kinder akzeptieren meinen Spleen – sie kennen es ja nicht anders.“

Dabei wäre der Zug auch sein absoluter Lieblings-Arbeitsplatz gewesen, bekennt Peter Zimmermann: „Ich wollte immer Lokführer werden – aber leider spricht meine Größe von 1,96 Meter dagegen.

Immerhin: Auf seinem Schreibtisch findet sich ein Stück original Molli-Schiene aus dem Jahr 1886. „Die habe ich mir vor der Sanierung gesichert“, sagt der Kleinbahn-Fan. Dazu hängen diverse Fotos, Schilder, Kalender und Bilder an der Wand – gemalt von den Enkeln Oliver und Ben. „Die habe ich mit meiner Leidenschaft angesteckt – vor allem der Kleine kann von Molli-Fahrten gar nicht genug bekommen.“

Er wisse nicht, „ob alle Leute so bescheuert sind wie ich“, sagt Zimmermann und beteuert: „Ich bin aber auch kein Messie.“ Vielmehr soll von seiner Leidenschaft später auch die Allgemeinheit profitieren. „Die Molli-Ordner bekommt das Stadt- und Bädermuseum in Bad Doberan – und auch die anderen Artikel stelle ich gern der Öffentlichkeit zur Verfügung.“ So habe er der Doberaner Bibliothek bereits das eine oder andere Mal bei Recherche-Fragen helfen können, sagt Peter Zimmermann stolz: „Ich bin fast so was wie das OZ-Archiv von Kröpelin . . .“

Geburtstagsparty: Die OZ feiert am 14. Juni, 17 Uhr, auf dem Molli-Bahnhof Kühlungsborn Ost ihr 65-jähriges Bestehen. Der Eintritt ist frei.

Lennart Plottke

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