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Neubukow: Giftige Gärreste sollen verbrannt werden

Neubukow Neubukow: Giftige Gärreste sollen verbrannt werden

Fast 5000 Kubikmeter feste, mit Quecksilber kontaminierte Stoffe müssen für etwa 325 000 Euro in den Ofen.

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Blick auf die vorübergehend stillgelegte Biogasanlage Neubukow. Die Betriebsgenehmigung läuft allerdings noch bis Mai 2015. Es gibt Interessenten, aber vorher müssen die Gärreste weg.

Quelle: th

Neubukow. „Mich entsetzt das, dass man solche Anlagen genehmigt, dann die Stoffe aber nicht kontrolliert werden, die dort eingefahren werden und letztlich womöglich noch die Steuerzahler die Entsorgung zahlen müssen — das ist ein Unding!“, erklärte am Mittwochabend Volksvertreterin Reglindis Timm (SPD), nachdem der Leiter des Amtes für Landwirtschaft und Umwelt, Hans-Joachim Meier, vor der Stadtvertretung über die Situation bei der Neubukower Biogasanlage gesprochen hatte. Diese sei zwar seit Mai 2012 durch die Betreiberfirma „Energiequelle“ selbst stillgelegt worden, aber von den damals noch eingelagerten 16 000 Kubikmetern Gärreststoffen seien bislang nur 4000 m3 vorher analysiertes Wasser auf landwirtschaftlichen Flächen ausgebracht worden. Noch immer würden rund 12 000 m3 „von kontaminiertem Material“ in den Behältern der Anlage sein. Nach weiteren Proben könne man jetzt davon ausgehen, dass rund 8000 m3 wieder flüssiges Material seien, welches in den Kläranlagen von Bad Doberan oder Rostock entsorgt werden könne. „Wenn das klappt, würden aber immer noch fast 5000 m3 feste, mit Quecksilber kontaminierte Gärreststoffe in den Behältern liegen, die in einer Verbrennungsanlage entsorgt werden müssten“, sagte der Amtsleiter. Die Verbrennungskosten für einen Kubikmeter lägen derzeit bei 60 bis 70 Euro. Nach seiner Darstellung wisse niemand, wie es zu der geringfügigen Überschreitung bei den Quecksilbergrenzwerten kommen konnte. Zwar kenne der Anlagen-Betreiber den etwaigen Anlieferungszeitraum, aber könne keinem Absender beweisen, dass er die kontaminierten „Input-Stoffe“ geliefert habe. Wenn die Energiequelle die Verbrennungskosten nicht mehr tragen könne, müsse das Land MV das Geld vorschießen, hieß es.

Stadtvertreterin Lydia Fahed (Linke) ärgerte sich darüber, dass keine ständigen, unabhängigen Proben vom Input genommen wurden: „Wir hatten früher schon angemahnt, dass da illegale Sachen reinkommen könnten und wurden vertröstet, dass bis auf den Ammoniak-Gestank da nichts sei.“ Für den Amtsleiter steht fest, dass es vor der quasi „Selbstanzeige“ der Betreiberfirma keine quecksilberkontaminierten Stoffe in der Biogasanlage gegeben hat: „Wir nahmen schon früher Stichproben“. Stadtvertreterin Sabine Plümer (CDU) wollte wissen, ob jetzt noch Quecksilberdämpfe aus den Behältern der Anlage austreten könnten, was Hans-Joachim Meier verneinte: „Die sind abgedichtet.“

Der Neubukower Bernd Fromm erkundigte sich danach, ob solche Anlagen, in die solche Stoffe eingefahren würden, so dicht an einer Stadt, überhaupt noch genehmigt würden: „Nein, das hat sich erledigt“, sagte der Amtsleiter und antwortete dann Adrian Gruhn (Linke), der nach Konsequenzen „aus dem Neubukower Vorkommnis“ gefragt hatte: „Der Betreiber so einer Anlage muss lückenlos nachweisen, von wem er was gekriegt hat. Zudem setzen wir jetzt Fremdkapazitäten ein, um Kontrollen durchzuführen, weil wir es mit eigenen Leuten gar nicht schaffen können. Aber wir sollten nicht vergessen, dass überall dort, wo Menschen tätig sind, Pannen passieren können.“

 



T. Hoppe

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