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Neubukow „Neubukow hält eigentlich zusammen“
Mecklenburg Bad Doberan Neubukow „Neubukow hält eigentlich zusammen“
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00:01 05.12.2017
Ehrenamtlich bei Alt und Jung unterwegs: Doreen Prüter. Quelle: Foto: Thomas Hoppe
Neubukow

Doreen Prüter sträubt sich zunächst, zum Tag des Ehrenamts einzige Interviewpartnerin zu sein. Es gebe in Neubukow doch so viele, die uneigennützig ihren Mitbürgern unter die Arme greifen würden, wie sie betont, bevor sie weitereilt. Doch es gibt in der Stadt nur eine ehrenamtliche Gleichstellungsbeauftragte und sie heißt schon seit 2009 und bis 2019 Doreen Prüter – darüber muss man doch reden.

„Mir fehlte etwas, ich musste auch mal raus aus unserem Haus und der Firma, unter Leute“, blickt die verheiratete Mutter von drei Jungs (heute 11, 21 und 24 Jahre) auf die Anfänge ihres ehrenamtlichen Engagements in der Schliemannstadt zurück, in die die gebürtige Grevesmühlenerin 1992 gezogen war. Sie hätte schon früher als gelernte Fachverkäuferin viel mit Leuten zu tun gehabt und „dann hat sich das irgendwo so ergeben mit der Gleichstellungsbeauftragten“. So sei eins zum anderen gekommen und die Frau, die gern bastelt, wie sie erklärt, war in diesem Bereich immer bei den Kreativtagen des Neubukower Vereins „Perspektive für Kinder und Jugend“ sowie anderen Kinder- und Schülerfesten dabei. Als Gleichstellungsbeauftragte, die sich dafür einsetzt, Benachteiligungen wegen ethnischer Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder der Weltanschauung, einer Behinderung, wegen des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen, sei es ihr wichtig gewesen, unter Leuten zu sein, damit diese sie auch als Ansprechpartner kennenlernten.

„Mittlerweile wissen ganz viele Neubukower, dass sie zu mir kommen können, wenn sie Fragen haben – bis zu den Älteren im Veteranentreff, mit denen ich drei, vier Mal im Jahr zusammen bastele.“ Seit 2015 kam „die Aufgabe mit den Flüchtlingen dazu“. „Es musste sich doch irgendeiner finden . . . Ich habe dann nachgefragt, wie das läuft und damit hatte ich dann auch diese Aufgabe“, erläutert Doreen Prüter und ergänzt: „Ich habe das auch als meine Aufgabe gesehen. In Sachen Gleichstellung gehört das doch alles zusammen, ob Hartz-IV-Empfänger, ob Flüchtlinge. Es ist vielseitig.“ Bei den rund 60 Flüchtlingen in Neubukow gibt es jetzt hin und wieder Familiennachzug, damit gibt es neue Fragen zu klären, Unterstützung zu leisten – und die Ehrenamtlichen sind in der Spur.

„Die große Aufgabe ist erfüllt. Sie haben ihre Wohnungen, viele Männer sind in Deutschkursen gewesen, einer studiert, ein anderer ist für 2018 angemeldet, einige sind in der Ausbildung. Jetzt sollten auch mehr Frauen die Sprachkurse nutzen und ihre Kinder in die Kitas gehen . . .“, berichtet Doreen Prüter weiter und verweist auf ein wichtiges Problem: „Dadurch, dass alles immer auf das Ehrenamt abgeschoben wird – egal in welcher Richtung – springen mit der Zeit natürlich auch welche ab. Das hatten wir hier auch.“ Dabei brauche das gesellschaftliche Leben ehrenamtliches Engagement, denn es stelle einen vernünftigen Zusammenhalt unter den Leuten sicher, meint der Bürgermeister Neubukows, Roland Dethloff (parteilos) und sagt: „ Das ist eine gute Sache, für die man sehr dankbar sein muss“. Doreen Prüter sei er sehr, sehr dankbar, dass sie, die ja auch Familie hat und berufstätig ist, so einen guten Job als Gleichstellungsbeauftragte macht: „Wir sind froh, dass wir sie haben. Sie kommt auch mit vielen Hinweisen, die ich so zunächst nicht gesehen habe – das zahlt sich letztlich für unsere Arbeit aus“.

„Ich freue mich, dass die Leute den Weg zu mir finden und dass ich in vielen Sachen helfen kann“, sagt Doreen Prüter und betont: „Die Leute hier sind aktiv. Neubukow hält eigentlich zusammen“.

OZ

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