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Neubukow Puppen und Teddybären sind die Stars
Mecklenburg Bad Doberan Neubukow Puppen und Teddybären sind die Stars
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00:05 13.12.2017
Marlene (l.) und Lara haben viel Spaß mit dem Puppentheater in der Spielzeugausstellung. Quelle: Fotos: Anja Levien
Bad Doberan

Erst zum Puppenhaus oder doch lieber das Kasperletheater anschauen – die Kinder der Doberaner Kindertagesstätte „Kunstvilla“ des Instituts für Lernen und Leben wissen gar nicht, wo sie zuerst in der Spielzeugausstellung im Stadt- und Bädermuseum hinlaufen und hingucken sollen. „Oh“ und „Ah“ erklingt es aus allen Ecken, wenn sie etwas Neues entdecken.

Spielzeugschau im Stadt- und Bädermuseum Bad Doberan ist bis zum 17. Februar zu sehen.

Über 100 Jahre alte Puppen, Baukästen, Schaukelpferde, Teddys und Eisenbahnen sind in der Schau zu sehen. Mehr als 30 Leihgeber haben ihr Spielzeug zur Verfügung gestellt.

Ein Blickfang ist die Holzpyramide von Friedhelm Winkel aus Kühlungsborn. Der einzige professionelle Drachenbauer in der DDR hat diese 1988 geschaffen und „Drachenfest im Wohnzimmer“ genannt. Denn hier drehen sich nicht die drei Weisen aus dem Morgenland, sondern Menschen, die einen Drachen steigen lassen.

Vor der Vitrine mit den Puppen zeigt Museumsleiterin Silvana Rieck den Kindern, welche schon über 100 Jahre alt sind. Eine Gliederpuppe habe noch die Originalsachen an: Leinenhemd und Spitzenhöschen.

An der Wand finden sich Familienbilder von verschiedenen Weihnachtsabenden. „Auf dem von 1928 sieht man ein Pferd und einen Puppenwagen, auf dem von 2010 gibt es eine Playstation und es ist viel mehr verpackt“, macht die Museumsleiterin auf die Unterschiede aufmerksam. „Für die armen Familien war Weihnachten früher der einzige Tag, an dem es im Jahr Spielzeug gab“, so Silvana Rieck. Sie selbst erinnere sich daran, das ihre Puppe einmal verschwunden war und später dann unterm Weihnachtsbaum saß – mit neuen Anziehsachen.

Ein Blickfang im zweiten Zimmer ist der Kaufmannsladen von Martina Kossack. Zu ihrem vierten Geburtstag hat die Leihgeberin diesen erhalten, mittlerweile übe die dritte Generation damit einkaufen, steht auf einem Zettel geschrieben. Selbst angefertigt hat Martina Kossack Hunderte kleine Brote, Pfannkuchen, Lebkuchenmännchen – in der Vitrine ist nahezu eine Weihnachtsbäckerei aufgebaut.

Marlene und Lara haben sich zwei Handpuppen vom Kasperletheater geschnappt und sitzen in der Spielecke. Die fünfjährige spielt die Prinzessin, Lara hat sich die Clownpuppe genommen. Beide wollen in den Wald, erzählen sie. „Die Ausstellung ist toll“, sagt Marlene, die zu Hause viel mit Knete oder Playmobil spiele. Theo findet die Schau „mega hammer“ und hat sich mit Lennox das Bowlingspiel genommen. Nebenan richten die Mädchen das Puppenhaus ein.

Hinter jedem Spielzeug steckt eine Geschichte. In einer Vitrine, in der Nachkriegsspielzeug zusammengetragen wurde, liegt ein Springseil und ein Ball aus Uniformstoff. „Von einer Mutter für ihre Tochter während des Zweiten Weltkrieges als beide getrennt waren gefertigt“, steht erklärend geschrieben. Tochter und Mutter haben sich nach dem Krieg wiedergefunden, erzählt Museumsleiterin Silvana Rieck.

Angelika Rosenfeld sieht unter dem Weihnachtsbaum den Spielzeug-Lastwagen ihres Schwiegersohnes aus den 1970er Jahren. Gelbes Gehäuse mit roten Kipper, wie er in vielen Kinderzimmern zu finden war.

„Die Enkeltochter ist mit einem halben Jahr dafür noch zu klein“, sagt die Doberanerin. Aber im nächsten Jahr spielt sie dann vielleicht mit Papas Spielzeug.

Öffnungszeiten: Die Ausstellung im Stadt- und Bädermuseum Bad Doberan, Beethovenstraße 8, ist dienstags bis freitags 10 bis 12 Uhr und 13 bis 16 Uhr geöffnet. Sonnabends von 12 bis 16 Uhr. Die traditionelle Schau läuft bis 17. Februar.

Anja Levien

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