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Neubukow Wie still ruht dieser „See“ wirklich?
Mecklenburg Bad Doberan Neubukow Wie still ruht dieser „See“ wirklich?
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06:42 28.03.2014
Blick auf Neubukows Mühlenteich. Im Vordergrund (r.) wächst seit Langem eine kleine Landzunge, auf der ein Wildentenpärchen rastet. Quelle: Thomas Hoppe

13,85 Meter über dem Meeresspiegel betrage derzeit der Wasserstand in Neubukows Mühlenteich und das soll so auch bleiben, hieß es am Mittwochabend zur Stadtvertreterversammlung im Bürgerhaus am Brink. Diese und andere Informationen zum innerstädtischen Gewässer am Mühlentor überbrachte der Leiter des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg, Hans-Joachim Meier. Er billigte den Neubukowern zu, dass sich ihre Gemüter zu Recht seit Langem über die Situation am Mühlenteich erhitzten und erklärte, wie es zu der gegenwärtigen Situation gekommen sei.

Um mehr Möglichkeiten zur Bebauung am Oberlauf des Hellbachs nutzen zu können, sei 1992/93 das damalige „Stauziel“ von 14,25 Metern über Normalnull um 40 Zentimeter gesenkt worden, womit dann natürlich auch die Wassermenge im „See“, wie der Amtsleiter immer wieder sagte, so stark reduziert wurde, dass der angrenzenden Wassermühle letztlich nur noch ein Viertel der ursprünglichen Wassermenge zur Verfügung stand. Dafür waren den drei bayerischen Eigentümern des Teichs und der Wassermühle im Jahr 2004 rund 216 000 Euro Entschädigung vom Land gezahlt worden. Nun reiche der Wasserstand im Teich nicht aus, um die Mühle ständig zu betreiben und es gebe starke Verlandungen, „die mit Sicherheit auch noch nicht zu Ende sind“, wie der Amtsleiter betonte. Deshalb gehe es jetzt darum, dass gemeinsam Möglichkeiten gefunden würden, Abhilfe zu schaffen. Obwohl die Bayern Eigentümer „des Sees“ und des Hellbachabschnittes seien, der durch den „See“ fließe, gelte es nun zusammen das Areal zu verschönern. Sein Amt werde dabei seine Erfahrungen und Möglichkeiten einbringen, versprach Hans-Joachim Meier. Er wies in dieser Sache auch auf das Potenzial der für Mai in Neubukow avisierten 15. Planerwerkstatt der Architektenkammer des Landes mit rund 30 Teilnehmern hin. Man sollte überlegen, wie man die Mühle künftig als Schau-Mühle nutzen könne, meinte der Amtsleiter und deutete an, dass durch bauliche Veränderungen am Einlauf der Mühle, durch zeitweises Zupumpen von Wasser, die Mühle für Vorführungen in Betrieb genommen werden könne. Die Eigentümer hätten bereits eine Pegelerhöhung gefordert, die es für den Teich aber nicht geben könne, weil mittlerweile am Oberlauf „einiges gebaut“ worden wäre, was dann womöglich durch Rückstau betroffen wäre. Auch von einer „ordentlich mit Faschinen umrundeten Insel“ inmitten des Teichs war die Rede. Ausgebaggert worden war der Teich das letzte Mal 1989 (allerdings nur vom Ufer aus).

Als Stadtvertreter Rainer Müller (SPD) nach den möglichen Pflichten der Teich-Eigentümer fragte, denn er müsse seine Straße ja auch sauberhalten, antwortete Hans-Joachim Meier, dass es für eine behördliche Heranziehung der Eigentümer notwendig sei, negative Auswirkungen ihre Nichthandelns auf Neubukow nachzuweisen. Dafür lieferte der Betreuer der Meerforellenstation an der Fischtreppe, Frank-Jürgen Trost, quasi einen Beleg. Er berichtete, dass einiges darauf hinweise, dass sich im Hellbach vorm Einlauf der Fischtreppe ein Schwemmkegel gebildet habe, der schon höher sei, als der Einlauf zur Fischtreppe, dadurch drohe ein Rückstau im Oberlauf. Hans Joachim Meier reagierte: „Nehme ich mit. Wenn das stimmt, muss da was gemacht werden.“



Thomas Hoppe

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