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Bad Doberan Neue Gutsbesitzerin plant Hotel
Mecklenburg Bad Doberan Neue Gutsbesitzerin plant Hotel
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19:27 28.11.2018
Tanja Mich erwarb das Gutshaus in Gorow und möchte darin auch leben. Ihr Ziel ist es, im Haus ein Restaurant und ein Hotel zu betreiben. Quelle: Sabine Hügelland
Gorow

Die Perle auf dem Land mit den drei Linden, so wird es manchmal genannt: Das Herrenhaus Gorow aus dem Jahr 1882 wechselte seinen Besitzer. Familie Sausmikat – sie lebte seit 2003 dort und ging nach Friedeland in Rheinland Pfalz – verkaufte an die Frankfurterin Tanja Mich. Ihr Mann, ein Rechtsanwalt und Steuerberater, wird an den Wochenenden pendeln. Ihre Zwillinge studieren in München und Hamburg und werden sicher gern zu Besuch dort weilen.

Am 31. Oktober bezog Tanja Mich ein Zimmer, auch wenn sie zurzeit etwas frieren muss, weil die Heizung versagte. Alle 14 Tage pendelt sie zwischen Frankfurt am Main nach Gorow. In Bad Homburg aufgewachsen, ging sie nach dem Studium für zwei Jahre nach Leipzig. Seit 1994 lebt sie in Frankfurt.

Tanja Mich ist 54 Jahre alt, wirkt sympathisch und bodenständig und scheint genau zu wissen, worauf sie sich da einlässt. Denn das Gebäude muss komplett saniert werden.

„Ich habe mir einen Jugendtraum erfüllt“, sagt sie. „Ursprünglich wollte ich ein kleines Hotel in Itzehoe erwerben, doch es ging an einen anderen Käufer. So suchte ich weiter.“ Der Blick in die imposante Eingangshalle mit Oberlicht des Neo-Renaissancebaus könnte auslösender Moment für Tanja Mich gewesen sein, das Haus zu erwerben. Im April kam sie mit ihrer Tochter erstmals nach Gorow. „Ich war begeistert auch vom Wassergraben. Leider ist er durch den heißen Sommer fast ausgetrocknet. Die Nähe zur Ostsee, die Region boomt, zumindest im Sommer. Das war die Wirtschaftlichkeit, die dann auch bei der Bank zog.“

Tanja Mich prüfte diese Investition auf Herz und Nieren. „Ich bin keine Multimillionärin und werde in Etappen sanieren“, sagt sie. „Die Finanzierung schaffte ich ganz allein, darauf bin ich schon stolz“, sagt die Betriebswirtin, die 16 Jahre lang als Finanzvorstand arbeitete. „Ich kenne mich aus mit Zahlen,“ so die Neu-Gorowerin.

„Als Erstes möchte ich ein Restaurant im unteren Bereich eröffnen.“ Geht alles glatt, wird sie dort schon im März 2019 die ersten Gäste empfangen. „Ich denke da auch an eine schöne Küche, wo Kochkurse angeboten werden können.“ Außerdem soll eine Bar entstehen: „Sie wird „Audrey“ heißen, ich bin ein großer Fan von Audrey Hepburn“, sagt Tanja Mich. Die Hauseigentümerin denkt positiv, denn jetzt sieht ihr Zuhause noch nicht nach einem heimeligen Ort aus. „Ich muss nun noch die Nutzungsänderung abwarten“, sagt sie.

„Im Anbau, den Frau Mich für sich umbauen lässt, habe ich früher gewohnt“, sagt die Gorowerin Doris Rossa. Von 1972 bis 2002 lebte sie im Gutshaus, das einst auch eine Schule besaß, die sie besuchte. „Später war ich dort Lehrerin.“ Doris Rossa engagiert sich in der „Interessengemeinschaft Historie“ Hanstorf und möchte Lücken in der Guts-Geschichte schließen. Sie brachte der neuen Eigentümerin etliche Dokumente über das Gut Gorow mit. Tanja Mich möchte das Anwesen so authentisch wie möglich gestalten und ist über jede Information dankbar, denn einiges befindet sich nicht mehr im Originalzustand.

„Der erste Stock wird als Hotel mit neun Zimmern und einer Suite umgebaut. Irgendwann auch das Dach, da ist großes Potential“, so Tanja Mich. „Ich habe immer gern Leute bewirtet. Früher richteten wir bis zu sechs Feste im Jahr bei uns Zuhause aus“, sagt Tanja Mich. „Viele in der Verwandtschaft sahen mich schon früh als Hotelierin und nicht als Betriebswirtschaftlerin.“

Zum neuen Eigentum gehört auch das sanierungsbedürftige neogotische Wirtschaftsgebäude gegenüber vom Gutshaus. Seinen ästhetischen Reiz hat es nicht verloren und es soll in ein paar Jahren saniert werden. „Nur der DDR-Anbau muss weg, dann ist es wieder symmetrisch“, sagt die Unternehmerin. „Mein ganz großer Traum ist, in der Mitte eine kleine Kapelle einzurichten.“

Tanja Mich möchte die Geschicke des Hauses selbst lenken. „Ich stecke hier all mein Herzblut rein und werde deshalb keinen Geschäftsführer einsetzen.“ Wenn das Haus wieder anfängt zu leben, könnte auch das einzigartige Kellergewölbe in das Hotelgeschäft integriert werden, mit Weinkeller und Spa-Bereich. „Vielleicht“, sagt Tanja Mich, denn noch sammelt sie Ideen für die Umsetzung.

Sabine Hügelland

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