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Bad Doberan Neue Pflegestation für Bettlägerige
Mecklenburg Bad Doberan Neue Pflegestation für Bettlägerige
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00:08 13.01.2015
Blick von der Empore in die ehemalige Turbinenhalle, die jetzt zum Veranstaltungssaal umgebaut wurde.

Ab 19. Januar werden die ersten Zimmer bezogen. Für bettlägerige Menschen wurde in der Seniorenresidenz „Am Warnowschlösschen“ ein eigener Wohnbereich mit zehn Einzel- und fünf Doppelzimmern geschaffen. „Das Konzept ,Lebensraum Bett‘ mit besonderen pflegerischen und Betreuungsmaßnahmen ist bisher einzigartig in Rostock“, sagt Patricia Schuldt, Leiterin des Hauses.

In großen, hellen Räumen haben die ans Bett gefesselten Kranken einen guten Blick auf das Leben rings um die Einrichtung in der Bleicherstraße. „Sechs speziell ausgebildete Fachkräfte und fünf Assistenten versorgen die 20 Bewohner dieses Bereiches“, erklärt Pflegedienstleiterin Kerstin Zoellner (50). Dazukommen zwei Betreuungsassistenten, die sich um das Wohlbefinden jedes Einzelnen kümmern. „Sie lesen vor, stimulieren die Sinne des Bettlägerigen durch Musik-, Klang- oder Aromatherapien, durch Streicheleinheiten“, erläutert Zoellner. Es werde zudem eng mit der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) und dem ambulanten Hospizdienst zusammengearbeitet.

„Das Konzept ist toll, der Personalschlüssel vielversprechend, auch die Zimmer so großzügig, dass Angehörige genug Platz am Bett haben“, sagt Anke Wehner. Ihr Vater wird als einer der ersten ein Zimmer auf der Station beziehen. Der 72-Jährige leidet seit Jahren an Parkinson und wohnt schon im „Warnowschlösschen“. Zurzeit liege er in der Klinik und werde von dort in sein neues Zimmer im Heim kommen. „Er nimmt nicht mehr am Leben teil, und wir erhoffen uns, dass er hier mehr Aufmerksamkeit und trotz seiner Bettlägerigkeit wieder mehr Lebensqualität erfährt“, erklärt die Tochter.

In der Seniorenresidenz leben derzeit 102 Bewohner. „In dieser Woche haben wir noch acht Zuzüge“, sagt die Haus-Chefin. Mit den 20 Bewohnern im Bettlägerigen-Bereich sei die Kapazitätsgrenze von 135 Plätzen fast erreicht. Es gäbe eine Warteliste für das Heim. Die meisten Bewohner seien noch mobil und nutzten die kurzen Wege ins Stadtzentrum. 64 Bewohner hätten die Pflegestufe I, sie müssen für einen Platz 1083 Euro zuzahlen. In der Pflegestufe II sind es 1174 Euro, in der III 1321 Euro.

Immer noch wird am „Warnowschlösschen“ gewerkelt. Ein Friseursalon entsteht, im neuen Wohnbereich soll ein Büro zum Snoezelraum umgestaltet werden. Durch große Flügeltüren können die Schwerstkranken im Bett auf eine Empore gebracht werden und hier in den denkmalgeschützten früheren Turbinensaal Saal schauen und so an Gottesdiensten oder Konzerten teilnehmen. „Wir sind gerade mit der HMT im Gespräch, ob hier nicht Proben abgehalten werden können“, sagt Patricia Schuldt. Übrigens erhalten die Bewohner oft tierischen Besuch aus dem Tierheim Schlage. „Bei den Bettlägerigen dürfen die Vierbeiner auch ins Bett.“

„Warnowschlösschen“
Das erste Elektrizitätswerk Rostocks hatte hier in der Bleicherstraße einst seinen Sitz, auch die Firma Heinkel fertigte hier Flugzeugteile. Seit 2012 wurde das Gebäude zur Seniorenresidenz umgebaut, ein angrenzender Neubau folgte. Am 12. April 2014 fand die feierliche Eröffnung des Anwesens „Am Warnowschlösschen“ statt. Heute sind hier 105 Einzelzimmer in fünf Wohnbereichen, fünf Doppelzimmer für Ehepaare und ein zusätzlicher Wohnbereich mit 20 Plätzen für Bettlägerige.

• www.am-warnowschloesschen.de



Doris Kesselring

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