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Bad Doberan Neuer Anlauf für „Haus zur Kühlung“
Mecklenburg Bad Doberan Neuer Anlauf für „Haus zur Kühlung“
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00:00 26.01.2018
Auch das ehemalige Ausflugsrestaurant ist – wie die übrigen vorhandenen Gebäude – längst zur Ruine geworden. Quelle: Foto: Lutz Werner
Kühlungsborn

Wird auf dem inzwischen fast zugewachsenen Grundstück am Waldrand der Kühlung nun doch noch gebaut? Kühlungsborns Bauausschuss jedenfalls machte nach vielen Jahren des Stillstands in seiner zurückliegenden Sitzung den Weg frei für einen Neustart. Er billigte den geänderten Vorentwurf des Bebauungsplans für das „Haus zur Kühlung“ und setzte damit ein Verfahren in Gang, an dessen Ende – in ungefähr einem Jahr, wie Bauamtsleiterin Peggy Westphal schätzt – Baurecht für einen kleineren Hotel-Komplex geschaffen werden soll. Wenn alles gut geht.

Bauausschuss stimmt neuer Entwurfsplanung für einen kleineren Hotel-Komplex mit Restaurant zu

Denn die Situation ist nicht einfach.

Das Grundstück gehört einem Eigentümer aus Nordrhein-Westfalen. Entwickelt wird das Vorhaben von der MB Plan GmbH, einem Planungsbüro aus Neuenkirchen in Westfalen. „Ich bin sehr froh darüber, dass Bauausschuss und Bauamt der Stadt Kühlungsborn jetzt die Voraussetzungen für ein neues B-Plan-Verfahren geschaffen haben. Wenn es dort Baurecht geben sollte, werden wir auch Investoren in der Hinterhand haben“, erklärt MB-Geschäftsführer Wilfried Brüning. Und fügt hinzu: „Wir reden hier noch nicht über eine detaillierte Planung, sondern über einen Vorentwurf.“

Immerhin, so viel wird aus den vorliegenden B-Plan-Unterlagen und den Worten des Projektentwicklers klar: Gebaut werden soll ein dreigliedriger Gebäudekomplex mit zwei Vollgeschossen und ausgebautem Dachgeschoss in U-Form, der sich Richtung Landesstraße und Golfplatz öffnet. Der Entwurf des Rostocker Architekten Thomas Jäntsch wurde im Bauausschuss gelobt, weil er sich gut in die hügelige Landschaft neben dem Atelier-Haus Kröhnke und dem Institut für Atmosphärenphysik einfüge.

Geplant ist ein kleineres Hotel mit maximal 65 Zimmern, Wellness und Konferenzausstattung sowie einem großen Restaurant auch mit Außenplätzen. Denn die Planung knüpft bewusst an die Tradition dieses Platzes an. Schon seit dem Ende des 19. Jahrhunderts gab es dort – zwischen Kühlungsborn und Kröpelin, mit freiem Blick zur Ostsee – eine Ausflugsgaststätte. Später kam ein Hotel-Betrieb dazu, zu DDR-Zeiten war der Komplex, der jetzt zur überwucherten Ruinen-Landschaft geworden ist, ein Betriebsferienheim. „Das könnte ein Vorhaben im Umfang von acht bis neun Millionen Euro werden“, schätzt Brüning. Trotz der ziemlich abseitigen Lage weit weg vom touristischen Zentrum von Kühlungsborn gebe es immer mal wieder Anfragen von potenziellen Hotel-Betreibern, die sich vorstellen könnten, dort tätig zu werden, erklärt Bauamtsleiterin Peggy Westphal.

Trotz dieser positiven Signale bleiben Fragezeichen. Denn die Verwirklichung des Vorhabens wird ein Wettlauf mit der Natur. Was einmal zu Wald geworden ist, bleibt Wald, schreibt das Landeswaldgesetz vor. Das nutzbare Baufeld ist in den vielen Jahren, in denen dort nichts geschah, immer kleiner geworden. Und die Vegetation ist weiter auf dem Vormarsch. Gebaut werden kann jetzt nur noch auf der relativ kleinen Fläche rechts neben der Ruine der ehemaligen Gaststätte – von der Landesstraße aus gesehen.

„Je länger sich die Erschließung des Baugrundstücks verzögert, desto schwieriger wird es“, brachte Städteplaner Lars Fricke das Problem im Bauausschuss auf den Punkt. Es gab schon einmal ein weit größeres Projekt, das bis auf das Jahr 2015 zurückgeht. Dort wurde sogar eine Brücke über die Landesstraße zu einer überdachten Aussichtsplattform geplant. Es kam schließlich nicht zustande. Wie auch die Vorhaben anderer Investoren zuvor, die dort seit 1990 immer mal wieder mit hochfliegenden Plänen auftauchten, aus denen auch nichts wurde. Was jetzt geplant ist, scheint die letzte Chance für das Grundstück zu sein.

Lutz Werner

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