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Bad Doberan Neues Leben auf dem Tempelberg
Mecklenburg Bad Doberan Neues Leben auf dem Tempelberg
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19:02 10.02.2019
Soll wieder zu einem beliebten Ausflugsziel werden: die "Villa Weitsicht" auf dem Doberaner Tempelberg. Quelle: Lennart Plottke
Bad Doberan

„Links sieht man Heiligendamm, vorn rechts das Münster – und bei gutem Wetter kann man sogar ganz hinten Schiffe auf der Ostsee erkennen.“ Im neu gebauten Haus auf dem Tempelberg steht Daniela Härtel an der großen Fensterfront und lässt den Blick über die vor ihr liegende Landschaft schweifen: „Schön, dass das bald wieder alle Doberaner so sehen können.“ Denn auf dem Grundstück der früheren Jugendherberge entstehen auf rund 400 Quadratmetern ein Café-Restaurant, Frisör- und Kosmetiksalon sowie in der oberen Etage ein großer Kurs- und Seminarraum.

„Wir nennen es die ,Villa Weitsicht’“, sagt Härtel – selbstredend. „Das Café im Erdgeschoss bietet Platz für 30 Gäste, dazu kommen 40 weitere Außen-Plätze in unserem ,Haus-Garten’“, blickt die künftige Inhaberin voraus. Neben dem Beauty-Salon auf gleicher Ebene gibt es ein Stockwerk höher auf 65 Quadratmetern ein besonderes Ambiente für Yoga- und Pilateskurse, Sport- und Gymnastikgruppen, Workshops oder auch Familienfeiern. „Dazu kommt die umlaufende Dach-Terrasse“, so Härtel. „Da hat man einerseits die Dächer Bad Doberans unter sich – und auf der anderen Seite die Ruhe des Kellerswaldes.“

Zukunft des 4000 Quadratmeter großen Areals lange ungewiss

Mit Hilfe eines Investors hat sich Daniela Härtel ihren jahrelangen Traum erfüllt. „Ich brauchte schon Durchhalte-Vermögen – aber wenn ich sehe, was hier jetzt entstanden ist, haben sich die Mühen gelohnt.“ Denn wie es mit dem alten Gemäuer und dem etwa 4000 Quadratmeter großen Grundstück weitergehen soll – darüber schieden sich in der Münsterstadt jahrelang die Geister.

Das Restaurant auf dem Tempelberg – eine historische Ansicht aus dem Jahr 1912. Quelle: OZ-Archiv

Erst in den 1960er-Jahren wurde aus dem Haus eine Jugendherberge. Davor war es eine Ausflugsgaststätte. Vor allem an den Wochenende waren die Menschen auf den Tempelberg gestiegen, um bei Kaffee und Kuchen den Blick bis zur Ostsee zu genießen.

Zunächst hatte die Stadt Bad Doberan vergeblich versucht, das idyllisch gelegene Areal, zu dem nicht nur ein Waldweg, sondern auch eine steile Treppe hinaufführt, zu verkaufen. Dabei reichten die Vorstellungen von Beherbergungs-Unternehmen über gastronomische Einrichtungen bis hin zu Eigentumswohnungen und Büros. War ursprünglich angedacht, das Gebäude zu erhalten und zu sanieren, hatten sich auch diese Pläne letztlich mit Blick auf den ruinösen Zustand und die Wirtschaftlichkeit zerschlagen. Seit mehr als zehn Jahren lag das Haus ungenutzt brach.

Zuletzt verkam die alte Jugendherberge immer mehr zum Schandfleck. Quelle: Anja Levien

Architektur lehnt sich an historische Gebäudeform an

Nach dem Abriss der Bauruine im April 2018 starteten die neuen Nutzer ab Juli durch. „Passanten freuen sich, dass das Haus nicht so ,neu’ aussieht“, sagt Härtel. „Das war auch Sinn der Sache – die Architektur vermittelt tatsächlich den Eindruck, dass das Gebäude hier schon immer in dieser Form stand.“

Dabei habe sich der Baustil bis zuletzt immer wieder verfeinert: „Die schönen Fenster hatte ich zum Beispiel in einem Film gesehen – danach wollte ich die unbedingt auch hier haben.“ Sehr hilfreich: „Die tolle Zusammenarbeit mit der Firma Makra-Bau und dem Architekten.“ Lange werkeln die Handwerker auf dem Tempelberg übrigens nicht mehr – am 1. April ist die Eröffnung des neuen Ausflugsziels geplant.

Die jetzt beantragte Nutzung mit dem Neubau einer „Vital-Villa“ sei „das, was die Stadt für diesen Standort favorisiert hat“, meint Bauamts-Chef Norbert Sass. „Hier sollten keine Wohnungen entstehen, sondern etwas, was für die Allgemeinheit zugänglich ist.“ Genau das sei auch ihr von Anfang an wichtig gewesen, macht Daniela Härtel deutlich: „Es soll ein Haus für alle Doberaner sein.“

Erst in den 1960er Jahren wurde aus dem Haus auf dem Doberaner Tempelberg eine Jugendherberge. Davor war es eine beliebte Ausflugsgaststätte.

Vor allem an den Wochenenden sind die Menschen auf den Tempelberg gestiegen, um bei Kaffee und Kuchen den Blick bis zur Ostsee zu genießen.

Seit 2006 stand das Haus leer und verfiel zusehends.

Jetzt ensteht an diesem exponierten Standort die „Villa Weitblick“ mit Café-Restaurant, Frisör- und Kosmetiksalon sowie Kurs- und Seminarraum.

Lennart Plottke

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