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Bad Doberan Neues Windrad nervt die Anwohner
Mecklenburg Bad Doberan Neues Windrad nervt die Anwohner
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17:05 08.10.2018
Luise Godejahn wohnt in Moitin mit am dichtesten an der neuen Windkraftanlage (M.). Sie stören die Geräusche. Quelle: Thomas Hoppe
Alt Karin/Moitin

 „Als wenn immer einer ins Rohr pustet, jeden Tag, jede Nacht. Sogar das Radio schnarrt seit der Inbetriebnahme des großen Windrads“, klagt Luise Godejahn aus Moitin über Störungen durch eine neue Windenergieanlage in Sichtweite ihres Hauses. „Seitdem die angeschlossen ist, gibt es die Probleme“, unterstützt sie Gemeindevertreter Andreas Gundlach. Er übergibt auf dieser Sitzung der Volksvertreter von Carinerland dazu einen offenen Brief an die Betreiber der Anlage zwischen Kirch Mulsow und Moitin, in dem die Betroffenheit von mehreren Dorfbewohnern zum Ausdruck kommt.

Besonders die Bürger im Südwesten des Dorfes störten die Windräder. „Ein Bürger berichtete mir, dass er, seit das große Windrad in Betrieb ist, nicht mehr bei offenem Fenster schlafen kann. Aber auch Bürger aus dem Nordwesten des Dorfes nehmen die Rotorgeräusche deutlich wahr. Ich selbst kann das alles nur bestätigen, da ich jeden Tag mit meinem Hund durch das Dorf gehe. Auch in der Dorfmitte höre ich die Rotorgeräusche deutlich. Bei Nordwest-Wind sind die Geräusche selbst am Paradies (Poorstorfer Weg in Richtung Entenmoor) nicht zu überhören“, schreibt der Mann, der von Beruf Mathematiklehrer und Schulbuchautor ist. Er erinnert in dem Schreiben auch daran, dass er sich als Gemeindevertreter für die Errichtung von Windkraftanlagen ausgesprochen habe, sich allerdings der Auswirkungen „nicht wirklich bewusst“ gewesen sein will. Er bittet darum, die Lärmbelästigung, die mit dem Betrieb der Anlagen einhergehe, „unbedingt zu reduzieren“. Die Moitiner hielten sie für unzumutbar. Als ein Beleg ist das „Windmühlenbeobachtungsprotokoll“ für den Standort Moitin Poorstorfer Weg 5, 6 und 6a dem Schreiben beigefügt: „ ... 8. September um 7 Uhr enorm laut, ... 11. September 7 Uhr wie Motorenlärm, ... 20. September 22 Uhr extrem laut...“ (Auszug).

In rund drei Wochen würde ein akkreditiertes Büro im Auftrag des Windradherstellers Enercon für die beiden neuen Anlagen eine weitere Schallvermessung vornehmen, kündigt dazu der Geschäftsführer der Projektentwickler von der Rostocker Voss Energy GmbH, Peter Voss, an.

Derzeit würden die Anlagen nachts (ab 22 Uhr bis 6 Uhr) in einem leistungsreduziertem Modus fahren. „Wenn es akustische Probleme gibt, sollen wir ihnen den Zeitraum und die Art der Geräusche melden“, betont der 31-Jährige und erläutert, wie aufschlussreich das sei. Demnach würden Schlaggeräusche und so Klackern auf ein defektes Lager hinweisen, beim Zischen oder Pfeifen würde auf die Stellung der Rotorblätter geachtet.

Die Rotorblätter würden aber ohnehin noch einmal eingemessen und richtig in den Wind gedreht.

Tagsüber seien beide Anlagen bereits inspiziert worden, dabei sei aber nichts Kritisches aufgefallen. „Enercon hat bereits nach der ersten Kritik wirklich alle Hebel in Bewegung gesetzt und versucht, die Ursachen zu finden und sie sind auch nach wie vor dabei. Ich bin guter Dinge, dass man spätestens, wenn die neue Messung da ist, weiß, ob ein Mangel existiert und woran es liegen könnte“, ergänzt Projektleiter Martin Panter von Voss Energy.

Abends höre er auch in der Kaminer Straße – in der Dorfmitte – ein permanentes Rauschen, sein Hund stutze jedes Mal, wenn er ums Haus gehe, wirft Andreas Gundlach noch ein. Und Luise Godejahn betont, sie könne auch mit Ohropax (Gehörschutz) nachts nicht vor halb drei einschlafen, aber um fünf klingele bereits ihr Wecker wieder. Dazu komme der Schattenwurf in ihrer Küche: „Als wenn man ein Blinklicht in der Küche hat“.

Wenn der Schattenschlag je Anlage mehr als 30 Minuten am Tag und mehr als acht Stunden im Jahr dauere, dann sei das laut Bundesemissionsschutzgesetz nicht mehr zumutbar, informiert Peter Voss und erklärt, dass das genau berechenbar ist und auch amtlich kontrolliert werde: „Wenn es massive Probleme gibt, muss sich denen angenommen werden!“.

Thomas Hoppe

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