Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Bad Doberan Klinikalltag: „Es ist eine tägliche Herausforderung“
Mecklenburg Bad Doberan Klinikalltag: „Es ist eine tägliche Herausforderung“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:30 16.01.2019
Etwa 110 Gäste folgten der Einladung zum Neujahrsempfang des Krankenhauses Bad Doberan. Quelle: Anja Levien
Bad Doberan/ Hohenfelde

Es ist ein Treffen von Kollegen und Freunden, ein Austauschen und Netzwerken: Der Neujahrsempfang im Krankenhaus Bad Doberan, bei dem am Mittwochabend auch etwas Wehmut mitklang.

Das Krankenhaus Bad Doberan blickt auf ein normales medizinisches Jahr zurück, sagt Geschäftsführer Uwe Borchmann in seiner Ansprache. Der Patientenrekord von 2017 sei zwar nicht erreicht worden, aber dennoch seien 6800 Patienten stationär behandelt worden. Hinzu kommen 9000 ambulant behandelte Patienten, mit über 12 000 Arztkontakten, fügt der leitenden Chefarzt Dr. med. Michael Arndt hinzu. „Es ist eine tägliche Herausforderung, dies zu meistern.“

Das Angebot des Krankenhauses wird noch erweitert. Im zweiten Quartal soll eine schmerztherapeutische Tagesklinik mit fünf Betten eröffnen. Dafür hatte Minister Harry Glawe im vergangenen Jahr den Planungsbescheid überreicht. „Das beweist das Vertrauen der Landesregierung in die Qualität unserer medizinischen Leistung“, sagt Uwe Borchmann.

Kritik an Gesetzgebung

Kritik äußerte der Krankenhaus-Chef an dem Pflegepersonalstärkungsgesetz. „Die Pflegepersonaluntergrenzen, welche zwar unter dem Deckmantel einer Verbesserung der Behandlungsqualität beschlossen wurden, haben eindeutig das Ziel, die Zahl der Krankenhäuser in Deutschland zu verringern“, so Borchmann. „Die verantwortlichen Ministerien wissen, dass mehrere tausend Pflegekräfte in Deutschland fehlen.“

Das Krankenhaus Bad Doberan habe dabei einen „entscheidenden Marktvorteil“. „Wir haben in den vergangenen Jahren immer auf eine hundertprozentige Fachkraftquote am Patienten gesetzt“, sagt der Krankenhaus-Chef. Die Herausforderung für das Krankenhaus sei es, die Fachkräfte zu halten und die Stellen, die altersbedingt frei würden, wieder zu besetzen.

27 Neueinstellungen hat es 2018 in der Pflege gegeben, ergänzt Chefarzt Michael Arndt. 15 Männer und Frauen haben im vergangenen Jahr ihre Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger aufgenommen.

Abschied nach 23 Jahren

Auch Korinna Lembke hat vor 23 Jahren ihre Lehre, damals noch am Standort Kühlungsborn, aufgenommen. Am 15. März hat die 40-Jährige ihren letzten Tag als Sozialdienstleiterin und stellvertretende Pflegedienstleiterin im Krankenhaus. Sie übernimmt künftig die Leitung des Johanniterhauses in der Münsterstadt. „Ich gehe mit zwei weinenden Augen. Es war eine lange Entscheidung, 23 Jahre lässt man nicht einfach so los“, sagt Korinna Lembke, die sich auf der anderen Seite aber auch sehr auf die neuen Aufgaben freut. Dana Seltmann, Pflegedienstleiterin in der „Kiek In“-Tagespflege Radloff, freut sich mit ihr. 13 Jahre haben die beiden Frauen zusammengearbeitet. „Wir verlieren mit Korinna Lembke ein Urgestein unseres Krankenhauses“, sagt Uwe Borchmann. „Eine Kollegin, die vernetzend zwischen allen Bereichen in unserem Haus tätig war und die sich sehr um den sozialen Frieden bemüht hat.“

Etwa 110 Gäste sind der Einladung zum Neujahrsempfang des Krankenhauses Bad Doberan am Mittwochabend gefolgt.

„Guter Besuch“, nennt Michael Arndt die Gäste Dr. med. Ute Jenß, Amtsärztin Landkreis Rostock, und Dipl. med. Erhard Schulze, Facharzt für Innere Medizin aus Kühlungsborn. Beide arbeiteten einst im Krankenhaus Bad Doberan. Sie stehen mit Dr. med Evelyn Wolfram zusammen. Die Fachärztin für Allgemeinmedizin ist seit 1. Januar im Ruhestand. „Es ist schön, aber auch anders“, sagt sie. Die Sehnsucht nach der Arbeit sei manchmal noch da. „Es ist eine Gratwanderung.“

Auch Thomas Blum, Geschäftsführer der Warnow-Klinik Bützow, ist zum Empfang gekommen. „Seit anderthalb Jahren kooperieren wird miteinander und tauschen uns aus“, sagt er und nennt als Beispiel die Geriatrie, die er auch in Bützow aufbauen möchte.

Dr. med Heinzjörg Geißler, Facharzt für Allgemeinmedizin aus Rostock, arbeitet seit Jahren mit dem Krankenhaus zusammen und nutzt dem Empfang zum Netzwerken. Ebenso die Assistenzärztinnen Dr. Stephanie Tümpel und Christina Schmidt. „Dann lernt man den Menschen zur Stimme am Telefon kennen“, sagt Christina Schmidt.

Mehr lesen: Krankenhaus Bad Doberan führt Patientenarmbänder ein

Mehr lesen: Bericht vom 20. Dezember 2016 über 20 Jahre Krankenhaus am Standort Bad Doberan

Anja Levien

Strichcode, Name, Geburtsdatum, Identifikationsnummer: Das Bad Doberaner Krankenhaus führt Patienten-Armbänder ein. Die elektronische Akte soll kommen.

16.01.2019

Kunsthallenchef Franz Norbert Kröger präsentiert für 2019 einen Veranstaltungsplan, der hohen Ansprüchen gerecht werden soll.

16.01.2019

Die Kantine im Gewerbegebiet Papendorf bittet seit 2. Januar zu Tisch. Frühstücks- und Mittagsangebot werden gut angenommen. Demnächst ist auch Baustart für den Penny-Markt. Eröffnung im September.

16.01.2019