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Bad Doberan Bürger hielten Einwände zurück
Mecklenburg Bad Doberan Bürger hielten Einwände zurück
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18:54 15.03.2019
Windenergieanlagen zwischen Krempin und Ravensberg Quelle: Thomas Hoppe
Alt Karin

„Letztens hatten sich hier Einwohner über Belastungen durch Windenergieanlagen beklagt, doch im Verfahren selber wurde keine einzige Stellungnahme von Bürgern abgegeben", sagte der Stadt- und Regionalplaner Lars Fricke am Montag bei der Gemeinderatssitzung in Alt Karin zum Thema Repowering im Windeignungsgebiet südwestlich von Krempin.

Bevor alle anwesenden Volksvertreter der Aufhebung des sachlichen Teilflächennutzungs- und des Bebauungsplanes vom hier einst wirkenden Planungsverband für den Windpark Ravensberg-Krempin ihre Zustimmung gaben, hatte der Planer die Ergebnisse der zweiten Runde der Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung in diesem Aufhebungverfahren erläutert.

Neubukow und Landkreis hatten Probleme

Sinn und Zweck sei der Ersatz von vier alten Windkraftanlagen durch drei „wesentlich leistungsstärkere und auch höhere“ Neubauten. Das wäre mit dem B-Plan von 1999 nicht möglich. Gesichert sei aber, auch nach Aufhebung des B-Plans, dass hier „nur drei neue Anlagen entstehen können und nicht mehr“.

Probleme hätten damit zunächst die Stadt Neubukow und zum Teil der Landkreis Rostock gehabt. Sie äußerten vor allem Bedenken über möglicherweise zusätzliche Lärmemissionen und Schattenwurf.

Doch die bereits im Bebauungsplan festgesetzte maximale Lärmemission von 102,5 Dezibel soll nicht überschritten werden, betonte Lars Fricke. Auch die Gemeinde Carinerland habe für sich als Ziel definiert, dass die Bürger nicht durch zusätzlichen Lärm belastet werden sollten.

Dafür verfügten die heutigen Anlagen über „derart diffizile Regelungsmechanismen“. Zudem hätten größere Rotoren geringere Rotorbewegtzahlen, zur variablen Blatteinstellung gesellten sich Sägezahnhinterkanten (Zacken am Rotorblatt).

Regionalplaner Lars Fricke. Quelle: André Wornowksi

Zusätzlich hätten die Betreiber erklärt, dass es keine Überschreitung der festgelegten 102,5 Dezibel geben werde.

Die Flugbefeuerung soll entsprechend der rechtlichen Regelungen künftig nur noch aufleuchten, wenn sich ein Flugzeug nähert. Allerdings soll die entsprechende technische Umsetzung für den gesamten Windpark gemeinsam erfolgen.

Als Ausgleichsmaßnahmen seien von der unteren Naturschutzbehörde zum Beispiel Pflanzungen am Dorfteich Neu Karin, die fünfzehn Winterlinden am Ortseingang Südwest-Krempin-West und am Ortsrand 364 laufende Meter Hecke anerkannt worden.

Auf eine Frage aus dem Kreis der zehn Bürger, die der Sitzung im Gemeindehaus beiwohnten, wo die 102,5 Dezibel gemessen würden, hieß es, dass das „oben an der Kanzel“ geschehe. „Das ist die Abstrahlung oben. Im Wohngebiet dürfen tagsüber aber nur 55 Dezibel ankommen, nachts 40, im Mischgebiet jeweils fünf Dezibel mehr“, erläuterte Lars Fricke.

„Die alten Mühlen, die hier stehen, können Sie lediglich an oder aus machen. Etwas dazwischen gibt es nicht. Bei den neuen Anlagen gibt es bis zu siebzehn Mods, die Sie runterfahren können. Man kann diese Anlagen auf 97 Dezibel runterregeln“, erklärte dazu Tobias Bölke von der Windprojekt Ingenieur- und Projektentwicklungsgesellschaft mbH aus Börgerende. Mehrfach betonte der Experte: „Wir werden nicht lauter. Es wird keine Mehrbelastung geben. So haben wir uns verpflichtet und werden es auch so tun!“

„Wir sind wegen der Ruhe aufs Land gezogen“

Eine Bürgerin verwies darauf, dass 40 Dezibel ja schon der Lautstärke unserer Sprache entsprechen würden und sie fände es nicht so toll, wenn quasi vor ihrem Fenster dauernd laut gesprochen werde, obwohl sie einschlafen möchte. Wenn es wärmer werde, würde nachts auch das Fenster aufbleiben und bei Westwind sei es dann richtig laut. „Wir sind ja extra aufs Land gezogen, weil wir ruhiger leben wollen, als in einer Stadt mit ihrem Straßenverkehr“, hieß es weiter.

Lars Fricke zeigte eine Karte aus dem regionalen Raumordnungsprogramm und wies auf die Windeignungsgebiete, wie in Carinerland, hin: „Dieses Land setzt nun mal auf die alternativen Energien. Aber Sie können sich selbst auf dieser Ebene einbringen. Das Ding liegt gerade wieder aus – bereits zum dritten Mal. Auch hier können Sie als Bürger eine Stellungnahme schreiben, denn die Windeignungsgebiete werden immer wieder überprüft“.

„Entscheidend ist ja, was bei uns ankommt“, sagte die Bürgerin.

Thomas Hoppe

Adolf Steinmeier kam 1946 als Vierjähriger mit seiner Familie ins Dorf. Von sieben Kindern leben drei in Mechelsdorf.

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