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Bad Doberan Ostfriesen-Premiere im Stadtholz
Mecklenburg Bad Doberan Ostfriesen-Premiere im Stadtholz
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21:04 03.05.2018
Der Dienstag-Sturm verzögerte den Zeltbau, doch die Brüder Franschesko, Antonio und Rodrigo (mit Nichte Isabella, 2) holten gestern alles auf. Quelle: Foto: Hoppe
Kröpelin

„Warum nehmen die Ostfriesen in die Badewanne immer ein Messer mit?“, fragt Rodrigo Lauenburger vom Ostfriesland-Zirkus den Reporter. „Weil sie womöglich Silberfischchen fangen wollen?“ – „Nee, damit sie in See stechen können“, antwortet schmunzelnd der Clown und Akrobat vom Familienzirkus, der ab heute bis zum Sonntag, dem 6. Mai, erstmals auf dem Kröpeliner Festplatz im Stadtholz gastiert.

Der 24-jährige Rodrigo hat gerade auch gemeinsam mit seinen Brüdern Antonio (18) und Franschesko (20) das große Zirkuszelt auf der Festwiese aufgestellt. Ursprünglich sollte das alles bereits am Dienstag erledigt sein, aber da war es ja ziemlich stürmisch und die Männer wollten auf Nummer sicher gehen. Im vergangenen Jahr hatte ein Sturm das Tierzelt weggefegt, erinnert sich Antonio. Doch hier ist nun alles festgezurrt und stabil. 500 Plätze soll das Rund fürs Publikum bieten. Auch die Pferde, Ponys, Esel und Lamas sind sicher untergebracht. Neben viel Akrobatik und Spaß werden die Dressuren mit den Pferden, einem kleinen Pony und den Eseln in den Vorstellungen zu sehen sein, die heute, am Freitag und am Samstag jeweils um 16 Uhr sowie am Sonntag um 14 Uhr beginnen, informiert Francesco.

Die günstigsten Plätze kosten für Erwachsene 14 Euro und für Kinder 12 Euro – an den Familientagen (3. und 4. Mai) zahlen alle jeweils 12 Euro, ergänzt seine Mutter Diana Lauenburger. Sie kam vor 46 Jahren in Neuruppin zu Welt und stand schon als Fünfjährige als Clown in der Manege vom Circus William, wie sie erzählt. Dann zog sie der Seiltanz in den Bann – den sie auch in Kröpelin präsentieren möchte. Vor knapp drei Jahrzehnten hatte Diana ihren künftigen Mann Alois Lauenburger kennengelernt und steht heute gemeinsam mit ihm – bereits in siebter Generation – an der Spitze vom Ostfriesland-Zircus. Den zweistündigen Programmablauf würden die Brüder gemeinsam mit dem Vater festlegen, verrät Rodrigo noch und Franschesko ergänzt, dass die Mischung in Schwaan beim Publikum gerade gut angekommen sei. Er biete zum Beispiel eine Jonglage mit acht Ringen. „Neun Ringe sind Rekord“, sagt Franschesko. Er begann seine Jongleur-Karriere mit zwölf Jahren. Bruder Antonio startete vor anderthalb Jahren das Stühlestapeln, wobei er Handstand macht. Dabei war er mal aus sieben Metern Höhe abgestürzt. Zwei Monate konnte er danach wegen vieler Prellungen nichts mehr machen – seitdem sichert ihn eine Leine. Rodrigo findet alles gut, was die Zirkustruppe – „Mama, Papa, die fünf Kinder, der Schwager und eine Freundin“ – heutzutage dem Publikum so bieten. Wie der Clown Rodrigo noch aus dem Nähkästchen plaudert, hole er grundsätzlich keine Zuschauer in die Manege, das wollten die Leute nicht mehr: „Sie wollen Zirkus sehen und nicht Zirkus machen“. Sein Leben gefalle ihm so, wie es ist. Zum Klischee, dass der Clown im Alltag oft ein trauriger Mensch sei, hat der junge Mann, der auch mit den Tieren auftritt und Stühle auf seinem Kinn balanciert, eine klare Position. „Jeder hat mal ein Phase, wo er nicht so gut drauf ist, aber das zeigt man den Zuschauern natürlich nicht. Sie besuchen die Vorstellung ja auch um zu lachen und dann sollen sie es auch können“. Das Zirkusleben sei zwar schwer, aber schön, meint Rodrigo Lauenburger und ist gespannt darauf, wie bei den Kröpelinern und ihren Gästen die Ostfriesen-Premiere im Stadtholz ankommt.

Thomas Hoppe

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