Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Bad Doberan Ostseebäder schreiben an Schwesig
Mecklenburg Bad Doberan Ostseebäder schreiben an Schwesig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:54 15.06.2018
Kühlungsborn

Immer wieder Probleme mit Baugenehmigungen, wenn es um die Instandsetzung oder den Ersatzneubau von Strandabgängen im Steilküstenbereich geht. In Kühlungsborn sollen nach dem Willen des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt die Hütten der Strandkorbvermieter nach dem Ende der Saison verschwinden. Weil sie – am Rande der Düne stehend – den Hochwasserschutz gefährden. Und immer wieder gibt es – wie zuletzt bei der Planung des Jüngstensegelzentrums am Küstenwaldstreifen hinterm Kühlungsborner Hafen – Probleme mit dem Forstamt.

 „Das sind nur einige Problemfelder. Viele andere kommen dazu, die uns an der weiteren Entwicklung des Tourismus, von dem die Ostseebäder leben, hindern“, sagt Kühlungsborns Bürgermeister Rüdiger Kozian (parteilos). Und weil nicht nur Kühlungsborn diese Sorgen plagen, hatte Kozian am zurückliegenden Montag die Amtskollegen aus Binz, Zingst, den Kaiserbädern Ahlbeck, Bansin und Heringsdorf – die eine Gemeinde bilden –, Bad Doberan, Rerik und Nienhagen zu einer Konferenz eingeladen. „Wir haben uns zu diesen Themen ausgetauscht und beschlossen, gemeinsam vorzugehen. Und einen Brief an Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und an die Fachminister in den Ressorts Umwelt, Finanzen und Infrastruktur auf den Weg gebracht“, so Kozian. In dem Brief bitten die Bürgermeister die Ministerpräsidentin um eine Zusammenkunft möglichst bis September, um über die anstehenden Probleme und Schwierigkeiten vor allem mit den beiden Landesbehörden für Umwelt und Forstwirtschaft zu sprechen und um dabei gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Einen „spezifizierten Katalog mit den anfallenden Problemdarstellungen“ – dabei geht es auch um ärztliche Versorgung, Baurecht, touristischen Verkehr, Bäderregelung, Kurtaxe und kommunale Selbstverwaltung – werden die Ministerpräsidentin und die Minister zeitnah erhalten, kündigt Kühlungsborns Bürgermeister an. Er stellt klar: „Uns geht es nicht darum, Gesetze zum Schutz von Umwelt und Natur zu unterlaufen oder auszuhebeln. Der Tourismus unserer Ostseebäder lebt nicht zuletzt von der großartigen Natur- und Strandlandschaft, die geschützt werden muss. Wir wollen nicht den Ast absägen, auf dem wir sitzen. Es geht darum, dass diese Gesetze in den zurückliegenden Jahren immer restriktiver ausgelegt wurden – in einer Art, die den Erhalt bestehender touristischer Infrastruktur gefährdet und die weitere touristische Entwicklung behindert. „Unsere Strandkorbvermieterhütten stehen seit mehr als zwei Jahrzehnten an ihren Plätzen. Bis vor einigen Jahren hat das niemanden gestört. Auf einmal sollen sie schädlich sein? Das macht doch keinen Sinn“, sagt Kozian zu einem der Problemfelder, das Kühlungsborn derzeit bewegt.

Lars Petersen (CDU), Bürgermeister der Gemeinde Heringsdorf, spricht auf seiner Facebook-Seite sogar von „restriktiver Auslegung der gesetzlichen Bestimmungen“ durch die Landesbehörden, die „uns die Spielräume in der Entwicklung nehmen. In Teilen sind sogar Rückschritte gegenüber früheren Optionen zu beobachten.“ Er fügte gestern in einem Telefongespräch hinzu: „Wir verlieren als Gemeinden immer mehr die Steuerungsfunktion über unsere eigenen Angelegenheiten – was einer Aushöhlung der kommunalen Selbstverwaltung gleichkommt.“ Der Bürgermeister der Kaiserbäder sagt nachdrücklich: „Die Vertreter der Ostseebäder, die sich am Montag in Kühlungsborn getroffen haben, stehen für rund acht Millionen Gäste-Übernachtungen im Jahr. Das ist ein großer wirtschaftlicher Faktor.“

Thorsten Semrau (parteilos), der Bürgermeister von Bad Doberan mit dem Seebad Heiligendamm, zeigte sich über den Ausgang der Konferenz zufrieden. „Es war ein erster, gemeinsamer Schritt in die richtige Richtung. Ich hoffe nun, dass wir in dem hoffentlich zustande kommenden Gespräch mit der Ministerpräsidentin zu Lösungen im Sinne der weiteren Entwicklung unseres Tourismus gelangen werden.“

 Lutz Werner

Mehr zum Thema
Politik Ist die Staatengruppe am Ende? - Trumps Zorn trifft die G7 wie ein Blitz

Schluss, Aus, doch keine gemeinsame G7-Erklärung. Dabei hatte sich die Gruppe mit Ach und Krach dazu durchgerungen. Dann schlägt Donald Trump zu, wie ein zorniger, ferner Rachegott. Alles auf Anfang.

11.06.2018

Joachim Löw startet in sein sechstes großes Turnier als Bundestrainer und genießt die Anspannung. Von seinem Team fordert er das Ende der Nachlässigkeiten. Löws Russland-Vorgabe außerhalb des Platzes: Sympathisch auftreten.

12.06.2018
Rügen Sassnitzer sollen über Aussichtsplattform entscheiden - Erosion: Droht eine Sperrung des Königsstuhls?

Durch Erosion ist der Weg zum Königsstuhl mittelfristig gefährdet. Ein renommiertes Büro hat einen Entwurf für eine neue Aussichtsplattform präsentiert. Gegen das Sieben-Millionen-Projekt regt sich Widerstand. Gefordert wird ein Bürgerentscheid.

14.06.2018