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Bad Doberan Paukenschlag: Renntage sind abgesagt
Mecklenburg Bad Doberan Paukenschlag: Renntage sind abgesagt
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17:15 13.07.2018
Die Doberaner Renntage, das Ostseemeeting, sind abgesagt worden. Am 4. August hätte es einen Renntag mit erfolgreichen Pferden und Spitzen-Jockeys geben sollen, am 5. August einen Familientag ohne Wetten. Quelle: Frank Sorge
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Bad Doberan

Die Doberaner Renntage, die am ersten Augustwochenende stattfinden sollten, sind abgesagt worden. Volker Schleusner, Präsident des Doberaner Rennvereins, sowie Bad Doberans Bürgermeister Thorsten Semrau (parteilos) zeigten sich von der Entscheidung völlig überrascht. Laut Volker Schleusner hätte es einen Vorstandsbeschluss gegeben, bei dem er überstimmt worden sei. Nicht zum ersten Mal wurden die Rennen abgesagt. 2016 zog der Verein wegen fehlenden Geldes die Notbremse, bekam die Finanzen dann aber doch geregelt und führte die Rennen durch.

Bei einer Vorstandssitzung am Montagabend soll die Entscheidung zur Absage getroffen worden sein. „Ich war völlig überrascht“, sagt Volker Schleusner. „Ich habe so viele Sponsoren gehabt, habe 130 000 Euro von meinem privaten Geld investiert. Ich wollte, dass es weitergeht“, sagt der Züchter von Vollblut-Rennpferden, der seit 2017 Vereinspräsident ist. Der Verein hatte nach den vergangenen Rennen immer wieder mit Finanzproblemen zu kämpfen. „Ich habe die Pacht an die Stadt für 2014, 2015 und 2016 nachbezahlt“, sagt Schleusner, der die Entscheidung der Vorstandskollegen nicht nachvollziehen kann.

Gründe für die Absage: Geläuf-Zustand und Finanzierung

„Die Bahn ist aufgrund der anhaltenden Trockenheit in einem außerordentlich schlechten Zustand. Es gibt einen Dachsbau. Es besteht die Gefahr, dass wir von Amtswegen her die Rennen nicht genehmigt bekommen. Dem haben wir vorgegriffen“, sagt Harald Morgenstern, stellvertretender Vereinsvorsitzender. Zum Vorstand zählen zudem noch Carl Timm und Jürgen Nietz.

Das sieht Volker Schleusner anders. Seit zwei Monaten werde an der Bahn gearbeitet. Jetzt hätte man noch die Verkabelung für das Fernsehen klären müssen. Den Dachsbau könne man schließen. Er ist der Meinung, sind die Rennen einmal abgesagt, werden sie nie wieder stattfinden.

Pläne beim Minister vorgestellt

Dabei waren Rennverein, Bürgermeister und ein potenzieller Investor vor zweieinhalb Wochen noch bei Umweltminister Till Backhaus (SPD) gewesen und hatten Pläne von Tribüne und für eine feste Infrastruktur vorgestellt. Denn zu jeder Veranstaltung mussten bisher Strom und Wasser gelegt, Toiletten und Zelte aufgebaut werden. „Backhaus war von den Plänen begeistert“, sagt Thorsten Semrau, der die Absage als mittlere Katastrophe bezeichnet. „Ich bin sehr überrascht und enttäuscht.“ Er sei informiert worden, dass das Geläuf in einem schlechten Zustand sei. Für die Instandhaltung der Bahn sei der Rennverein als Pächter zuständig.

Unstimmigkeiten im Vorstand gibt es zudem erneut wegen der Finanzierung der Rennen. Während Volker Schleusner informiert, dass er Sponsoren aufgetrieben habe, gibt es laut Harald Morgenstern noch keinen einzigen schriftlichen Vertrag, der die Finanzierung der Veranstaltung sicherstelle. Dem widerspricht Volker Schleusner: „Die liegen alle vor.“

Levien Anja

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