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Bad Doberan Pflege-Azubis machen Ernst
Mecklenburg Bad Doberan Pflege-Azubis machen Ernst
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00:15 06.04.2018
Mojdeh Mohammadian und Christopher Kurutz, Auszubildende im dritten Lehrjahr, wissen am „Tag des Schülers“ schon gut Bescheid darüber, was auf „ihrer“ Station so passiert. FOTOS (2): CORA MEYER

Generalprobe für die Prüfung: Die Pflegeschüler am Krankenhaus Bad Doberan haben gestern eigenverantwortlich eine Station übernommen. „Das ist schon eine Herausforderung", sagt Joyce Hoogendoorn, die die Station für Innere Medizin ausnahmsweise leitet. „Aber da wächst man rein.“

Angehende Krankenpfleger übernehmen in Bad Doberan einen Tag lang eine Station

Bereits im Februar haben die Azubis angefangen, sich auf diesen Tag vorzubereiten. Sie haben ein Konzept geschrieben, die Zuständigkeiten verteilt und natürlich die Patienten informiert. Jeder Pflegeschüler betreut die Patienten in zwei bis drei Zimmern. „Und natürlich hilft man sich gegenseitig“, sagt Stationsleiterin Joyce Hoogendoorn. „Das ist ganz wichtig für das Team", betont auch Doreén Bradtke-Timler. Sie leitet die praktische Ausbildung am Krankenhaus Bad Doberan.

Der große Tag beginnt für die insgesamt sieben Auszubildenden morgens um viertel vor sechs. „Zuerst gibt es dann natürlich die Übergabe aus der Nachtschicht. Und dann müssen sich die Pflegeschüler koordinieren“, erklärt Doreén Bradtke-Timler. Auf der Station 4 sind momentan 27 von 35 Betten belegt. Die Patienten müssen gewaschen und gebettet werden. Sie bekommen Frühstück. Außerdem organisieren die Auszubildenden die Vergabe von Medikamenten, bereiten die Patienten für Untersuchungen vor und bringen sie dorthin.

Desweiteren müssen die Pflegeschüler im Blick behalten, dass Bettlägrige regelmäßig gelagert werden müssen und sich darum kümmern, dass Patienten mehrfach am Tag Tabletten nehmen. „Das klappt bisher ganz gut“, sagt Probe-Stationsleiterin Joyce Hoogendoorn. Anschließend begleiten die angehenden Kranken- und Gesundheitspfleger die Visite und werten sie aus. Und auch der Papierkram muss erledigt werden. „Die Dokumentation ist ganz wichtig“, sagt Antje Wiebe, Leiterin des Pflegedienstes. „Die Schüler lernen so die Kommunikation mit allen anderen Bereichen des Hauses“, so Antje Wiebe. Dazu gehören neben Ärzten unter anderem die Labore und Krankentransporte.

Hinzu kämen Notfälle und ambulante Patienten. „Unterbrechung ist Teil unseres Berufs.“ Den Auszubildenden sei oft nicht klar, was zu der Arbeit auf einer Station alles dazugehört. „Vieles kennen sie nicht“, sagt Doreén Bradtke-Timler. Damit ihnen das bewusst wird, sei der Probetag gut.

Die Schicht endet für die Pflegeschüler nachmittags um viertel nach zwei. „Dann können sie den Tag erst mal sacken lassen“, sagt Antje Wiebe. „Und morgen machen wir dann noch mal gemeinsam eine Auswertung.“ Die gibt es auch von den Patienten: Die Azubis haben einen Fragebogen entwickelt, in dem sie abfragen, ob diese sich bei den Krankenpflegern in spe gut aufgehoben gefühlt haben.

Für die künftigen Krankenpfleger und Krankenpflegerinnen ist es das erste Mal, dass sie so eng zusammenarbeiten. Normalerweise sind sie auf verschiedenen Stationen eingesetzt. Hinzu kommt, dass die Azubis alle drei Wochen die Schulbank drücken müssen. „Jetzt sind aber Ferien, da haben wir sie alle zusammen“, sagt Doreén Bradtke-Timler.

Seit 2014 dürfen sich die Pflegeschüler einen Tag lang im Krankenhaus ausprobieren – jedes Jahr auf einer anderen Station.

Auch für die examinierten Mitarbeiter ist es ein spannender Tag. „Natürlich ist es schwer, Verantwortung abzugeben“, gibt die Ausbilderin zu. Allerdings seien die Auszubildenden natürlich niemals alleine. Jeder bekommt einen „Aufseher“ an die Seite gestellt. „Die sind allerdings wie Schatten und greifen nur im Notfall ein“, sagt Doreén Bradtke-Timler.

Wer den Probe-Tag gut meistert, hat gute Chancen auf eine Anstellung im Krankenhaus. Zu verbissen sollten die Pflegeschüler ihn allerdings nicht sehen. „Die Schüler sollen den Tag mit Freude machen“, sagt die Ausbildungsleiterin. „Sie haben die Möglichkeit, eigene Konzepte zu entwickeln, ihre Ideen zu verwirklichen, mal etwas Neues zu probieren.“

„Eine gute Möglichkeit, zu sehen, was im Berufsalltag auf uns zukommt“, sagt Pflegeschülerin Steffi Schleede.

Zunächst aber kommt die Abschlussprüfung auf die Auszubildenden zu: Im Juni wird es ernst. Dabei müssen die angehenden Pflegekräfte im praktischen Teil eigenverantwortlich ein paar Stunden lang eine Gruppe von Patienten betreuen. Und darauf sind die Bad Doberaner jetzt bestens vorbereitet.

Cora Meyer

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