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Bad Doberan Poker-Krimi bei Auktion ums Schloss am Meer
Mecklenburg Bad Doberan Poker-Krimi bei Auktion ums Schloss am Meer
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00:10 15.03.2018
Das Schloss am Meer (l.) und das Hansa-Haus wurden gestern am Amtsgericht Rostock zwangsversteigert. Quelle: Foto: Rolf Barkhorn
Kühlungsborn

Das Hansa-Haus und das Schloss am Meer – direkt am Weststrand von Kühlungsborn gelegen – sind verkauft. Die beiden Häuser aus dem Immobilienbesitz des in Kühlungsborn gescheiterten Investors Prof. Mathias Wagner kamen gestern in zwei separaten Zwangsversteigerungen am Amtsgericht Rostock unter den Hammer. Und erzielten Preise, die weit über dem Verkehrswert liegen.

Neuer Besitzer des Hansa-Hauses ist René Rudnick, der für 3,97 Millionen Euro den Zuschlag bekam. Er trat bei der Auktion als Privatperson auf, sagte nach der Versteigerung, dass er Kühlungsborner sei. Der Verkehrswert war mit 3,2 Millionen Euro angesetzt, das erste Gebot eines Mitbewerbers lag bei 2 Millionen Euro.

Das Schloss am Meer erzielte einen Auktionspreis von 3,3 Millionen Euro. Verkehrswert hier: 2,637 Millionen Euro. Erstes Gebot: 1,5 Millionen Euro. Der neue Besitzer heißt Tom Rossow. Auch er trat als privater Bieter auf und kommt, wie er sagt, aus Neubrandenburg. Spätestens nach der zweiten Auktion, der Versteigerung des Schlosses, wurde im Flur des Amtsgerichtes klar: René Rudnick und Tom Rossow haben sich als Privatpersonen separat an jeweils einer Versteigerung beteiligt und sie gewonnen. Sie gehören aber zusammen. Auf dem Flur gab es gegenseitige Gratulationen, Schulterklopfen und Umarmungen zwischen ihnen und mehreren mitgereisten Begleitern. Die neuen Besitzer von Schloss und Hansa-Haus sind jung – etwa Ende 20, Anfang/Mitte 30. Zu ihren Personen und darüber, was sie mit den beiden Häusern vorhaben, die jetzt als gemeinsamer Hotel-Komplex bewirtschaftet werden, sagen sie noch nichts. Nur so viel: „Bitte lassen Sie uns Zeit, jetzt erst alles mit den Banken zu klären.

In drei oder vier Wochen stehen wir gern zu einem Gespräch zur Verfügung.“

Neulinge in der Immobilien-Branche und Projektentwicklung sind sie jedoch nicht. Beide sind gemeinsam Inhaber und Geschäftsführer der RR Investments GbR mit Sitz in Neubrandenburg, die in der Vier-Tore-Stadt attraktive Projekte wie die Alte Post und das Postcarré umgesetzt hat.

Zu den Bietern gehörte auch Großinvestor Paul Morzynski, der Eigentümer des Grand Hotel Heiligendamm. Er war zur Auktion mit seinem Heiligendammer Führungspersonal – Noch-Hotel-Chef Thomas Peruzzo und Geschäftsführer Patrick G. Weber – gekommen und hatte es offenbar auf beide Häuser abgesehen. Sein letztes Gebot in der ersten Auktion um das Hansa-Haus lag bei 3,85 Millionen Euro, dann stieg er aus. Überboten wurde Morzynski zunächst von der Debag Deutsche Boden & Rohstoff AG aus Berlin mit 3,9 Millionen Euro. Jetzt erst stieg René Rudnick mit einem einzigen Gebot – 3,97 Millionen Euro – ein und bekam den Zuschlag. Mit im Rennen um das Hansa-Haus waren auch vier weitere Bieter – darunter drei Firmen – die vorher ausstiegen. Morzynski und seine Leute verließen die Versteigerung bereits kurz nach Beginn der zweiten Auktion. Er gab kein Gebot mehr ab.

Um das Schloss am Meer lieferten sich der schließliche Sieger und die beiden hartnäckigsten Mitbewerber, Obotritia Hotel GmbH aus Potsdam und Frankonia Grundstücks GmbH mit mehreren Standorten in Deutschland, einen Poker-Krimi. Und trieben sich dadurch immer weiter hoch. Vom Einstiegsgebot der Obotritia GmbH, das bei 1,5 Millionen Euro lag, bis zum schließlichen Kaufpreis von 3,3 Millionen Euro, für den Rossow dann den Zuschlag bekam.

55 Leute, vielleicht auch ein paar mehr, füllten gestern den Saal 328 bei der Zwangsversteigerung von Schloss am Meer und Hansa-Haus am Amtsgericht Rostock. Unter ihnen waren als Beobachter auch Kühlungsborner Stadtvertreter und Hoteliers. Die Sitzplätze reichten nicht aus.

Zwischenruf mit Unterhaltungswert: „Frau Merkel wurde gerade als Bundeskanzlerin wiedergewählt. Das ging sehr viel schneller als hier“, so ein Zwischenruf vom Tisch der Gläubiger-Banken um 9.55 Uhr. Er spielte auf den schleppenden Anlauf der Auktion an.

Lutz Werner

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