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Politik Bundesumweltminister fährt Molli
Mecklenburg Bad Doberan Politik Bundesumweltminister fährt Molli
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06:24 26.08.2013
Bundesumweltminister Peter Altmaier im Molli im Gespräch mit Unternehmern und Politikern.
Bad Doberan

Den Besuch des Münsters hatte Peter Altmaier gestern Abend verpasst. Der Bundesumweltminister (CDU) steckte im Stau. Dafür schwärmten ihm die Bundestagsmitglieder Karin Strenz und Eckhardt Rehberg vor, wie schön das Münster ist und Rehberg machte gleich Werbung bei dem Mann aus Berlin, dass das Münster unbedingt Weltkulturerbe werden müsse.

Zur Abfahrt des Sonderzuges Molli war Altmaier dann aber pünktlich.

Der Geschäftsführer der Mecklenburgischen Bäderbahn Molli GmbH, Michael Mißlitz, begrüßte die Ehrengäste, zu denen auch die Landratskandidatin der CDU, Katy Hoffmeister, gehörte, und die etwa 30 weiteren Gäste aus Politik und Wirtschaft ganz herzlich. Und auch, wenn die Dampflok des Molli die Luft verpestet, schien sich der Umweltminister in der lockeren Runde recht wohlzufühlen.

Die Waggons, in denen die Gäste Platz nahmen, sind einhundert Jahre alt, erklärte Mißlitz. Die Lok, die den kurzen Sonderzug zog, war 2009 saniert worden. „Einfach traumhaft“, schwärmte Eckhardt Rehberg, und gab ehrlich zu, das erste Mal Molli zu fahren. Am 22. September hofft der Bundestagsabgeordnete, mit Karin Strenz eine Nachfolgerin für seinen Wahlkreis zu finden. „Ich gebe diese Region ungern ab. Ich habe mich hier sehr wohlgefühlt“, sagte er. Dass er die Einladung nach Bad Doberan angenommen hatte — trotz vieler Termine — habe nicht nur etwas mit der herzlichen und lustigen Einladung von Karin Strenz zu tun, sagte der Umweltminister. „Ich bin gerne gekommen. Ich fühle mich hier super wohl, komme seit 20 Jahren gern in diese Region“, sagte er und lobte vor allem die architektonischen Hinterlassenschaften, die schön restauriert sind. Seinen ersten Urlaub habe er in dieser Gegend 1992 gemacht.

Peter Altmaier lobte vor allem, dass sich im Norden die ländlichen Räume gut entwickeln, Landwirte in alternative Energien investieren. Wenn erneuerbare Energieanlagen im ländlichen Raum gebaut werden, sei das Wertschöpfung für ländliche Gebiete. Landwirte würden mehr und mehr zu Energiewirten, sagte Altmaier. Allerdings sieht er für Biogasanlagen keine wesentliche Entwicklung mehr nach oben. „Die Energiewende ist notwendig und richtig“, betonte Altmaier. Kernkraft sei nicht der richtige Weg. Im Zug diskutierten die mitgereisten Unternehmer viel mit dem Bundesumweltminister über Wind- und Solarenergie. Dabei gab es Schnittchen, Bier, Wein oder Wasser. In Kühlungsborn-West stiegen die Gäste aus und im Molli-Café stellten sich die drei Bundes-Politiker nochmals vor. Peter Altmaier berichtete umfangreich über Energie und Energiewende und beantwortete Fragen.

Draußen stieg der Molli-Lok-Qualm in die Lüfte. Die Lokführer Karsten Schultz und Edgar Dunkel sowie Zugführerin Angelika Funke warteten geduldig. Der Sonderzug des Molli kam mit Verspätung im mittlerweile dunklen Bad Doberan an.

Dies ist eine der schönsten Gegenden mit viel Potenzial.“Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU)

Renate Peter

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