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Politik Doberaner Prominenz begrüßt das Jahr
Mecklenburg Bad Doberan Politik Doberaner Prominenz begrüßt das Jahr
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00:21 17.01.2015
Hatte viel zu berichten: Doberans Bürgermeister Thorsten Semrau sprach über eine halbe Stunde zu den Gästen. Fotos (5): Jens Wagner

Bad Doberan — Bad Doberans Bürgermeister Thorsten Semrau (parteilos) atmete nach dem offiziellen Teil des Neujahrsempfang der Münsterstadt erst einmal tief durch — über eine halbe Stunde dauerte die Rede des Stadtoberhaupts. „Und die war schon sehr eingekürzt“, meinte Stadtpräsident Stephan Krauleidis (CDU) mit einem Zwinkern. Semrau konterte: „2014 ist viel passiert — und 2015 haben wir viel vor. Das braucht seine Zeit“, meinte er.

Rund 200 Gäste vergnügten sich gestern Abend im Rathaus der Stadt — bei Gulaschsuppe, Canapés und einem Pinguin, den Björn Raake vom Kamp-Theater aus einer Aubergine zauberte.

„Seit Donnerstag liefen die Vorbereitungen für das Buffet“, erklärte er.

Und die Mühen hatten sich gelohnt — meinte zumindest SPD—Frontfrau Birgit Mersjann, die am gestrigen Abend eine wundervolle Halskette aus mehreren blauen und silbernen Perlen trug.

„Sie erinnert mich an meine Mutter — sie hat sie mir geschenkt“, erklärte sie. „Für 2015 erhoffe ich mir, dass Doberan wächst und wir alle friedlich zusammenleben. Auch wäre es schön, wenn der eine oder andere Investor noch erkennen würde, dass wir eine attraktive Stadt sind.“

Bereits in Heiligendamm investiert hat Anno August Jagdfeld. Auf dem Neujahrempfang war der Unternehmer ein gefragter Gesprächspartner. „Ich habe ihm gesagt, dass ich mich auf die Mediation mit ihm im Sommer freue“, sagte Bürgermeister Semrau, der bereits beim Empfang Jagdfeld demonstrativ die Hand schüttelte. Bleibt die Frage: Wann geht es mit der Perlenkette in Heiligendamm voran, Herr Jagdfeld? „Wenn die Schikanen aufhören und mehr Verständnis für die Wirtschaft aufgebracht wird“, antwortete er.

Fest steht bereits, dass der kommende Neujahrsempfang der Stadt Bad Doberan im Grand Hotel in Heiligendamm stattfinden wird. „Das ist alles schon abgesprochen“, meinte Stadtpräsident Krauleidis.

An diesem will nach eigener Aussage auch wieder die Bundestagsabgeordnete Karin Strenz (CDU) teilnehmen. Sie trug gestern Abend ein graues Sakko — und einen passenden Fellschal.

„Ich habe meine ehemalige Kommilitonin Hedda Wolff getroffen, die in Bad Doberan als Schulleiterin arbeitet“, berichtete sie. „Ich bin ja auch gelernte Sonderschullehrerin — das hat mir im Bundestag noch nie geschadet.“

Ein Thema wurde gestern gleich mehrfach angesprochen: die geplanten Windkraftanlagen vor der Küste. Gegen diese sprach sich unter anderem Krauleidis aus — und gab der Landtagsabgeordneten Stefanie Drese (SPD) aus Satow mit auf den Weg: „Bestellen Sie Minister Pegel liebe Grüße, wir werden es nicht zulassen, dass vor unserer Küste Windparks entstehen.“Drese, die rote Hackenschuhe trug („Ich bin ja schon so klein, da muss ich ein bisschen schummeln.“), versprach, die Grüße zu übermitteln. „Herr Pegel nimmt den Widerstand von der Küste sehr wohl wahr“, meinte sie.

Im Foyer des Rathauses lagen derweil Unterschriftenlisten gegen den Bau der Windanlagen aus. In diese trug sich beispielsweise Hohenfeldes Bürgermeister Karlheinz Siewert ein. „Ich hoffe, dass Bad Doberan weiter eine lebendige Stadt bleibt — dann entwickelt sich alles von ganz allein.“ Und Kühlungsborns Stadtoberhaupt Rainer Karl ergänzte: „Und ein bisschen mehr Frieden in der Lokalpolitik — das täte auch gut.“

Auszeichnungen der Stadt für Verdienste um Bad Doberan erhielten vier Einwohner: Gerlinde Poschauko (Leiterin der Arbeitsgemeinschaft Rheumaliga), Willy Waligora (Feuerwehrverein), Dr. Hermann Köhler (ehemaliger Stadtführer) und Radsportlerin Trixi Worrack.



Karsten Lehmann

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