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Politik Grüne wollen wieder Fraktionsstärke erreichen
Mecklenburg Bad Doberan Politik Grüne wollen wieder Fraktionsstärke erreichen
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02:25 04.04.2014
Wollen mit den Grünen rund acht Prozent bei der Kreistagswahl erreichen: Klaus-Michael Bull und Claudia Brost. Quelle: Karsten Lehmann

Die Grünen legen im Kreistags-Wahlkampf ihre Schwerpunkte auf die kommunale Energiewende sowie „kleine Dinge, die den Bürgerinnen und Bürgern viel helfen können“, sagt Claudia Brost. Die 40-Jährige ist eine der insgesamt 18 Kandidatinnen und Kandidaten, die sich um einen Sitz im neuen Parlament des Landkreises Rostock bewerben.

Ziel der Partei sei es, bei der Wahl am 25. Mai „wieder Fraktionsstärke zu erreichen“, erklärt Klaus-Michael Bull. Derzeit sitzen fünf Grüne im Kreistag — Bull ist einer davon. „Wenn wir rund acht Prozent der Stimmen bekommen, wäre das ein Erfolg.“ Bei der vergangenen Wahl im Jahr 2011 kam die Partei auf 7,4 Prozent.

Die gelernte Buchhändlerin Claudia Brost hat ein ganz konkretes Ziel, was sie im Kreistag durchsetzen will. „Die fahrende Bibliothek muss erhalten werden“, meint die zweifache Mutter. Nach ihren Worten habe Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) den Zuschuss für den technischen Unterhalt des Busses gestrichen.

„Es geht hier um 2500 Euro pro Jahr. Es kann nicht sein, dass wir bei solch einer Summe einen Kompensationsvorschlag machen müssen, wo das Geld an anderer Stelle gespart werden kann“, sagt Claudia Brost und fordert: „Die Kosten muss der Kreis übernehmen.“

Doch genau da liegt das Problem: Der Landkreis hat kaum finanzielle Spielräume. Bliebe die Möglichkeit, die Kreisumlage — das Geld, was die Kommunen an den Landkreis abführen müssen — zu erhöhen.

„Das ist hoch problematisch“, sagt Bull. „Die Haushalte der Gemeinden sind auch auf Kante genäht.“ Seine Idee: „Die Einnahmen könnten durch Windkraftanlagen mit Bürgerbeteiligung erhöht werden.“

Dahinter verbirgt sich der Plan, dass Kommunen eigene Windräder errichten und durch den erzeugten Strom Geld verdienen. „Bei solchen Projekten könnte der Landkreis den ehrenamtlichen Bürgermeistern quasi als Coach zur Seite stehen“, erklärt Theologe Bull.

Zum Reizthema Finanzierung des Flughafens Rostock-Laage vertritt der 50-jährige Huckstorfer eine konsequente Meinung: „Das ist eine Landes- und keine Kreisaufgabe.“ Derzeit schießt der Landkreis jährlich 640 000 Euro in das defizitäre Prestige-Objekt. Karsten Lehmann



OZ

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