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LRO holt auf: Neues Kürzel voll im Trend

Güstrow/Bad Doberan LRO holt auf: Neues Kürzel voll im Trend

Eine Region wächst auf den Autos zusammen: Schon 32 868 Fahrzeuge sind mit „Landkreis Rostock“ unterwegs.

Güstrow. Noch liegt DBR ganz weit vorn — doch LRO holt auf: Das neue Kürzel für Autos aus dem Landkreis Rostock ist ein echter Renner. Obwohl die Zulassungsstelle seit einem halben Jahr auch wieder die alten Kennzeichen DBR, GÜ, TET, ROS und auch BÜZ verteilt, legt das neue Kürzel immer weiter zu. „Genau 32 868 Autos haben schon LRO“, sagt Lutz Freier, Leiter des Sachgebietes Straßenverkehr im Güstrower Landratsamt. Der LRO-Boom — Vize-Landrat Wolfgang Kraatz (SPD) wertet ihn als ein positives Zeichen: „Die Identifikation mit dem neuen Landkreises schreitet voran. Zwei Jahre nach der Fusion fühlen sich die Menschen in ihrem Landkreis offenbar heimisch.“

Kraatz selbst war einer der ersten, der mit LRO auf dem Nummernschild unterwegs war — allerdings nur dienstlich: „Alle neuen Dienstwagen des Landkreises haben selbstverständlich LRO. Nur die alten haben wir aus Kostengründen nicht umgemeldet“, so Landkreis-Sprecherin Petra Zühlsdorf- Böhm.

Noch aber liegt in der Rangliste DBR ganz weit vorne: 75 417 Fahrzeuge — Stand gestern — hatten das Kürzel des Altkreises Doberan auf ihrem Wagen. Mit GÜ sind genau 58 568 Autos unterwegs. Die Kennzeichen für die Altkreise Bützow, Rostock-Land und Teterow gibt es kaum: ROS ist noch 1 935 Mal auf den Straßen vertreten, TET 1943 und BÜZ 1363 Mal. Selbst Bützows Bürgermeister Sebastian Constien hat sich für seinen neuesten Wagen gegen das Kürzel „seiner“ Stadt entschieden: Im Landrats-Wahlkampf ist der SPD-Bewerber mit einem Trabi unterwegs — und LRO: „Das Kennzeichen hatte ich mir reserviert. Ich will schließlich Landrat für den ganzen Landkreis werden.“ Auch seine CDU-Kontrahentin Katy Hoffmeister hat sich gegen ein Orts-Kennzeichen entschieden: „Das Kennzeichen spiegelt ein wenig Identität wieder. Ich bin im Landkreis Rostock zu Hause — hier geboren, aufgewachsen und nun Kandidatin.“ Um ein Stück Heimat auf dem Blech am Auto — darum geht es auch Thorsten Semrau (parteilos). Doch Doberans Bürgermeister ist und bleibt Verfechter von DBR. „Damit zeige ich doch, woher ich komme — aus Bad Doberan.“ Das soll sich auch nicht ändern: „Für einen neuen Wagen würde ich wieder DBR nehmen.“

Ralf Winter, Chef des Neubukower Bauhofs, sieht das alles leidenschaftslos: „Mein Pkw trägt DBR, wie ,dicht bei Rostock‘ — weil das damals so war. Mein Dienstwagen aber hat LRO. Die Kennzeichen sind mir egal — was soll das? Damit haben sie nur Leute beschäftigt, und bezahlen muss man ja wohl auch noch extra. Ich denke, wir sind jetzt ein großer Kreis?“ Sieht Joachim Hünecke (FDP) ganz ähnlich:

„Wir haben die Kreisgebietsreform gehabt“, sagt der Sanitzer Bürgermeister, der mit einem LRO-Kennzeichen den Landkreis durchkreuzt. „Mit meinem Kennzeichen will ich auch zeigen, dass der Landkreis ein Einheit ist.“ Mit der Kennung LRO könne man auch die Region in anderen Gebieten bekannt machen: „Wenn man so durch die Bundesrepublik fährt, wird schon der eine oder andere darauf kommen, dass dieses Kennzeichen zum Landkreis Rostock gehört.“

Verständnis hat Hünecke auch für die Kraftfahrer, die sich für die Kennzeichen der ehemaligen Kreise entschieden haben: „Das allerdings ist nach meiner Ansicht mehr auf die Vergangenheit gerichtet.“

Er hat seine eigenen Erfahrungen gemacht: „Als ich mit meinem ROS-Nummernschild einmal in Bayern unterwegs war und nach dem Weg fragte, wurde mir gesagt: ,Sie kommen doch aus Rosenheim, Sie müssen sich doch hier auskennen.‘“

Das Autokennzeichen „DBR - HL 540“ steht für Hanns Lange, Jahrgang 1954. „Mit diesem Nummerschild fühle ich mich wohl“, sagt der Broderstorfer Bürgermeister. „Damit kann ich mich identifizieren und dabei will ich auch bleiben, wenn ich mir einen neuen Wagen kaufe.“ Allerdings: „Als die Kreisreform kam, habe ich gleich gesagt, für den Landkreis Rostock kann es keine andere Kennung geben als LRO.“ Mit dem Uralt-Kennzeichen ROS „würde ich auf gar keinen Fall mehr fahren“, sagt Hanns Lange.

„Kennzeichen, die es schon lange gibt — wie beispielsweise das DBR an meinem Auto — haben einen hohen Wiedererkennungswert. Das gefällt mir“, meint Prof. Dr. Franz-Josef Lübken, Direktor des Leibniz-Instituts für Atmosphärenphysik Kühlungsborn. „Aber ehrlich gesagt: Mit welcher Buchstaben-Kombi ich auf meinem Nummernschild unterwegs bin, hat auf mein Wohlbefinden keinen Einfluss.“

 

am/ms/th/lw

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