Volltextsuche über das Angebot:

13 ° / 8 ° heiter

Navigation:
Nach 69 Jahren: Granitstele für vier getötete US-Soldaten enthüllt

Steffenshagen Nach 69 Jahren: Granitstele für vier getötete US-Soldaten enthüllt

In der Steffenshäger Kirche fand ein beeindruckender Gedenkgottesdienst statt: An Rostocker Nordlichtschule wurde Geschichte von Besatzung eines US-Bombers erforscht.

Voriger Artikel
Granitstele für getötete US-Flieger enthüllt
Nächster Artikel
Bundesumweltminister fährt Molli

Schüler der Nordlichtschule enthüllten in Anwesenheit zahlreicher Gäste vor der Steffenshäger Kirche die Granitstele.

Quelle: Fotos: Renate Peter

Steffenshagen. Am 25. August 1944 waren die Rostocker Heinkelwerke das militärische Ziel eines US-Bombers. Auf dem Rückflug wurde das Flugzeug mit elf Besatzungsmitgliedern beschossen. Zwei Motoren brannten. Der Pilot gab den Befehl, mit Fallschirmen abzuspringen. Die amerikanischen Soldaten konnten sich bis auf den Piloten retten. Doch drei Besatzungsmitglieder wurden im Bereich Steffenshagen, zwei von ihnen in den Wittenbecker Tannen, ermordet.

000109jv.jpg

Schüler der Nordlichtschule enthüllten in Anwesenheit zahlreicher Gäste vor der Steffenshäger Kirche die Granitstele.

Zur Bildergalerie

69 Jahre danach haben Schülerinnen, Schüler und Lehrer der Nordlichtschule Rostock die Geschichte erforscht, die Namen der Opfer identifiziert. Sie sind jetzt auf einer Granitstele zu lesen, die gestern Nachmittag nach einem beeindruckenden Gedenkgottesdienst enthüllt wurde. Neben dem Piloten John W. Simon sind John B. Dzanaj, Garnett E. Saint jun. und Colin F. Barkell zu lesen. Die drei hätten noch leben können. „Sie hätten als Kriegsgefangene geschützt werden müssen. Die Morde waren sinnlos“, sagte US-Generalkonsul Robert Stevens. Er würdigte die Arbeit der Schüler und Lehrer der Nordlichtschule, „die den Mut hatten, das tragische Ereignis aufzuarbeiten“. Die beiden Lehrer Lutz Müller und Steffen Fleischer erhielten stellvertretend eine Urkunde der US-Regierung überreicht.

Mit der Enthüllung der Stele, die durch den Steinmetzbetrieb von Dagmar Lubetzki aus Kröpelin gefertigt und durch die US-Botschaft und weitere Sponsoren finanziert wurde, fand die einjährige Arbeit zur Erforschung von einer von zwei Flugzeug-Besatzungen ihren Abschluss, sagte Lutz Müller, der über die ehrenamtliche Arbeit im Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge zu der Geschichte gekommen war. Die amerikanischen Gästen hätten bereits die Plätze besucht, die mit dem Flugzeug eng verbunden sind, erzählte Steffen Fleischer und nannte Rostock als damals militärisches Ziel, Brusow, wo der Bomber aufschlug, die Wittenbecker Tannen, in denen zwei Besatzungsmitglieder erschossen wurden, Hinter Bollhagen, Heiligendamm und Kühlungsborn, wo die verhaftet wurden, die überlebt haben. Einer der Überlebenden war der Vater von Jim und John Drilling. Beide wurden gestern ebenso wie viele weitere Gäste von Pastor Kai Feller in der Steffenshäger Kirche begrüßt. In bewegten Worten dankte John Drilling den Schülern und Lehrern für die Erforschung und das Gedenken. Schüler der 9. und 10. Klasse verlasen gestern auch Grüße und Gedanken weiterer Angehöriger von Überlebenden, zu denen die Nordlichtschule die Kontakte knüpfte.

Unter den Gästen in der Steffenshäger Kirche war auch Erwin Peters aus Warnemünde. Sein Vater, ein Fischer, hatte während des Krieges einen amerikanischen Soldaten aus der Ostsee gerettet. Seine Geschichte wollen die Nordlichtschüler auch weiter aufarbeiten. „Bei der Aufarbeitung der Geschichte sollten wir immer den einzelnen Menschen sehen, um nicht zu vergessen“, betonte der amtierende Landrat Wolfgang Kraatz.

 

Renate Peter

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Steffenshagen
Schüler der Nordlichtschule Rostock enthüllen in Anwesenheit auch von amerikanischen Gästen die Granitstele vor der Steffenshäger Kirche.

In der Steffenshäger Kirche fand ein Gedenkgottesdienst für die Bomberbesatzung statt, deren Schicksal die Rostocker Nordlichtschule erforscht hat.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Politik
Verlagshaus Bad Doberan

Service-Center:
Am Markt 2
18209 Bad Doberan

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
10.00 bis 17.00 Uhr

Redaktion:
Alexandrinenplatz 1 a
18209 Bad Doberan

Leiterin Lokalredaktion: Anja Levien
Telefon: 0 38 203 / 55 300
E-Mail: bad-doberan@ostsee-zeitung.de

Beilagen
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.