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Neuer Pachtvertrag bedroht Schwanenrallye

Bad Doberan Neuer Pachtvertrag bedroht Schwanenrallye

Der Doberaner Rennverein möchte den Pachtvertrag mit der Stadt für die Rennbahn ändern. Verein fordert von jedem Veranstalter Gebühr.

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Die Rennbahn Bad Doberan wird u.a. für die Renntage, die Schwanenrallye, Zappanale und Festivals genutzt.

Quelle: Rolf Barkhorn

Bad Doberan. Steht die Schwanenrallye vor dem Aus? Das könnte passieren, wenn die Stadtvertreter von Bad Doberan den neuen Pachtvertrag für die Rennbahn zwischen Stadt und Rennverein zustimmen. Letzterer möchte den Passus rausstreichen lassen, dass die Stadt das Gelände für vier im öffentlichen Interesse stehende Veranstaltungen ohne Nutzungsentgelt an Veranstalter geben kann.

„Das würde das Aus für die Schwanenrallye bedeuten“, sagt Wolfgang Scheil vom Schwanenrallye-Verein deutlich. Seit 17 Jahren organisiert dieser das Oldtimertreffen auf der Rennbahn. „Wir sind ein gemeinnütziger Verein. Wenn wir noch Pacht abgeben müssen, ist das für uns ein Zeichen, dass die Stadt uns nicht unterstützt. Dann soll sie sich andere touristische Höhepunkte suchen.“Für die Zappanale zahlen die Veranstalter bereits eine Gebühr an den Rennverein, sagt Wolfhard Kutz. „Wenn jetzt noch mal was dazukommt, dann sage ich, es reicht“, so der Organisator. Die Zappanale sei so schon unwirtschaftlich.

„Wir haben eine Last von 60000 Euro im Jahr, nur um das Gelände auf Vordermann zu halten“, sagt Harald Morgenstern, stellvertretender Vorsitzender des Rennvereins. „Es geht nicht, dass vier Veranstaltungen im Jahr stattfinden, bei denen das Herrichten des Geländes auf unseren Schulter bleibt. Das kann so nicht weitergehen. Jeder hat einen Obolus zu zahlen.“ Auch die Schwanenrallye kassiere Eintrittsgelder, warum solle sie umsonst auf dem Gelände sein, so Morgenstern. Der Rennverein wolle keine Sonderrechte. Mit guten Willen und Freizeit trage er seit Jahren in die nachhaltige Unterhaltung des Geländes bei. „Alles kostenfrei, das geht nicht mehr.“ Zudem sei es nicht fair, das beispielsweise Bastian Thielk für das Red Sun Festival für die Anlage zahle, andere aber nicht. Mit den Renntagen würde Bad Doberan europaweit bekannt gemacht. „Dafür muss auch für das Gelände was gemacht werden.“

Die Streichung des Passus mit den vier Veranstaltungen ist nicht die einzige Änderung, die der Verein sich wünscht. Die Stadt soll rückwirkend zum 1. Januar 2017 künftig die Grundsteuer sowie die Gebühren des Wasser- und Bodenverbandes übernehmen. „Wir sind ein gemeinnütziger Verein. Man kann nicht eine Grundsteuer für die Pacht des Grundstückes erheben, da die Gemeinnützigkeit den Verein davon befreit“, begründet Harald Morgenstern. Weiterhin möchte der Verein den Vertrag von fünf auf zehn Jahre verlängern, um so längerfristig planen zu können. Die bisherigen Veranstaltungen wie Renntage, Red Sun Festival oder Zappanale füllten die Nutzung der Rennbahn noch nicht aus. „Wir wollen mehr Veranstaltungen hier stattfinden lassen. Ich bin im Gespräch mit Großveranstaltern, die mehr als eine Veranstaltung machen wollen.“Damit dafür auch die Infrastruktur vorhanden ist, wird gerade ein Bebauungsplan erarbeitet. „Es muss ein Mehrzweckgebäude her, wo die Verwaltung, Umkleidekabinen, Toiletten und Duschen untergebracht sind“, so Morgenstern. Der Bau könnte über öffentliche Förderung finanziert werden.

Die Änderungen für den Pachtvertrag seien mit der Stadtverwaltung durchgesprochen worden, sagt Morgenstern. Ab Montag beraten die Ausschüsse, die Stadtvertreter tagen am 29. Mai. „Das ist eine Diskussionsgrundlage“, sagt Bürgermeister Thorsten Semrau (parteilos). Die Änderungen seien ein Vorschlag des Rennvereins. „Die Stadt sollte aber nicht alles aus der Hand geben und sich vorbehalten, mit Veranstaltungen auf das Gelände zu kommen.“

Anja Levien

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