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Politik Nur Kühlungsborn will mit Kröpelin
Mecklenburg Bad Doberan Politik Nur Kühlungsborn will mit Kröpelin
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07:21 25.03.2014
Kröpelins Rathaus: Links oben hat Hubertus Wunschik noch sein Büro. Bleibt das Zimmer bald dauerhaft unbesetzt? Quelle: Thomas Hoppe

Kröpelin/Kühlungsborn — Die Suche nach einem Fusionspartner — auf dem Papier dürfte sie Kröpelin leicht fallen. Schließlich hat die Stadt die Auswahl zwischen gleich mehreren Nachbarn, die für eine Zusammenarbeit in Frage kämen. Das Amt Doberan-Land im Osten zum Beispiel, Satow im Süden oder im Westen das Amt Neubukow- Salzhaff. Doch ganz so einfach ist es dann doch nicht: Der Wille, mit der Schusterstadt zusammenzuarbeiten, hält sich dort in Grenzen. Nur im Norden — in Kühlungsborn — stehen die Türen bisher weit offen.

Sollte sich die Kröpeliner Stadtvertretung wirklich dafür entscheiden, keinen neuen hauptamtlichen Bürgermeister mehr wählen zu lassen und die Verwaltung mit einem Nachbarn zusammenzulegen, wird das Ostseebad Ansprechpartner Nummer eins sein: „Wir haben ja schon mehrfach mit Vertretern aus Kröpelin darüber gesprochen“, sagt Kühlungsborns Bürgermeister Rainer Karl (parteilos) — und gibt unumwunden zu: „Ja, wir liebäugeln schon lange mit den Nachbarn im Süden.“ Schließlich gäbe es lange, gemeinsame Verbindungen: „Früher — als es den Molli noch nicht gab — kamen unsere Gäste in Kröpelin an und wurden von dort mit Kutschen ans Meer gefahren“, sagt Karl. Und er präsentiert auch gleich zwei Ideen: „Kurzfristig wäre vorstellbar, dass wir die Verwaltungsarbeit für die Stadt als Auftragsarbeit übernehmen.“ Heißt: Das gesamte Rathaus wird von Kühlungsborn übernommen, dafür muss Kröpelin aber zahlen. Ein Zusammenschluss zu einer Art „Amt Kühlungsborn-Kröpelin“ komme indes nicht in Frage: „Das wäre bei uns politisch nicht durchsetzbar. Eine Fusion geht nur, wenn Kröpelin sich uns anschließt — als Ortsteil.“

Doch das wollen die Kröpeliner bisher nicht: „Wenn wir den Schritt auf einen Nachbarn zugehen, muss klar sein, dass wir unsere politische Selbstständigkeit behalten wollen“, sagt Stadtpräsident Jürgen Borchardt (CDU). Heißt: Alle Entscheidungen sollen weiterhin vor Ort getroffen werden. Auch mit der SPD in der Schusterstadt wäre eine Komplett-Fusion nicht zu machen: „Es geht uns um Kostenersparnisse in der Verwaltung. Um nichts anderes“, unterstreicht Thomas Gutteck.

Das wäre zum Beispiel mit dem Amt Doberan-Land möglich: „Bei einem Zusammenschluss würde Kröpelin Teil des Amtes — wie alle anderen Gemeinden auch. Wir würden verwalten, die Stadtvertretung entscheidet“, sagt Verwaltungschef Michael Theiß. Mit ihm habe aber noch kein Kröpeliner gesprochen: „Aber wir würden uns nicht wehren.“ Neubukows Bürgermeister Roland Dethloff (parteilos) ist da deutlich ablehnender: „Wir sind ja etwas fusionsgeschädigt und haben im Augenblick mit uns selbst genug zu tun.“ Auch das Amt Neubukow-Salzhaff winkt ab: „Ja, wir haben mit Kröpelin gesprochen. Aber ein Zusammenschluss mit der Schusterstadt wäre noch schwieriger als mit Neubukow“, sagt Amtsvorsteher Thomas Jenjahn (parteilos). Satows Bürgermeister Matthias Drese (SPD) sagt, er sei „grundsätzlich verhandlungsbereit“. „Wir haben ja eine gemeinsame Grenze.“ Hinter vorgehaltener Hand heißt es, Satow würde allenfalls die Dörfer rund um Kröpelin, nicht aber die Stadt haben wollen. Drese sagt dazu nur: „Dort gibt es die selben dörflichen Strukturen wie bei uns, in der Gemeinde Satow.“ Die alte Kreisstadt Bad Doberan scheidet als Fusionspartner für Kröpelin aus: Es fehlt die gemeinsame Grenze.

Eine Entscheidungshilfe aus Güstrow werden die Stadtvertreter nicht bekommen: „Wir werden keine Empfehlungen abgeben. Wenn Kröpelin diesen Weg beschreitet, dann helfen wir aber gerne“, sagt Vize-Landrat Wolfgang Kraatz (SPD). Und: Innenminister Lorenz Caffier (CDU) toure derzeit durch das Land — um für effektive Verwaltungen zu werben. „Das passt.“



Andreas Meyer

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