Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Politik „Perlenkette“: Jetzt stürzen die ersten Dächer ein
Mecklenburg Bad Doberan Politik „Perlenkette“: Jetzt stürzen die ersten Dächer ein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:22 12.01.2015
Der Kran steht bereits: Die Villa „Möwe“ muss notrepariert werden - weil Teile des Daches eingestürzt sind. Quelle: Jens Wagner
Anzeige
Bad Doberan-Heiligendamm

Der Zustand der überregional bekannten Villen in der so genannten „Perlenkette“ in Heiligendamm (Landkreis Rostock) verschlechtert sich mehr und mehr. Und auch der große gelbe Kran, der sich seit wenigen Tagen direkt über der Promenade dreht, verheißt nichts Gutes: Denn das schwere Gerät wird nicht für die lang ersehnte Sanierung benötigt – sondern für eine Notreparatur. Längst bröckelt an den Villen nämlich nicht nur Putz. Teile des Daches der Villa „Möwe“ sind eingestürzt. Die Stadtpolitiker aus Bad Doberan, zu dem Heiligendamm gehört, fordern vom Landkreis Rostock, dass er Eigentümer Anno August Jagdfeld endlich zur Sanierung zwingt. Doch das Landratsamt sieht dafür keinen Grund.

Nicht nur vor Ort, sondern landesweit sorgt der Verfall des einstigen Aushängeschildes der Tourismusbranche für Ärger: Jahreslang hatte das Land mit Ansichten der „weißen Stadt am Meer“ auf Katalogen und Messen für Urlaub in MV geworben. Weltweit erlangte die „Perlenkette“ 2007 Bekanntheit, als sich während des G 8-Gipfels die mächtigsten Staats- und Regierungschefs der Welt vor den Villen ablichten ließen. „Die ,Perlenkette’ zählt zu den bekanntesten Kulissen des Landes“, sagt auch Tobias Woitendorf, Vize-Geschäftsführer des Landestourismusverbandes (TMV). Der TMV fordert Stadt, Eigentümer und Landkreis auf, gemeinsam alles für eine zügige Sanierung des Ensembles zu tun: „Es geht um ein Stück Architektur-Geschichte des Urlaubslandes MV.“



Andreas Meyer

Anzeige