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SPD-Kandidat Frank Junge: Im Laufschritt nach Berlin

Bad Doberan/Wismar SPD-Kandidat Frank Junge: Im Laufschritt nach Berlin

Der 46-Jährige will den Wahlkreis 13 für die SPD erobern. Junge geht das an wie sein ganzes Leben: sportlich.

Bad Doberan. Am kleinen Schlüsselbord im Flur hängt eine Postkarte. „I love New York“ steht darauf — ich liebe New York. Über dem Fernseher ein riesiges schwarz-weißes Luftbild der Stadt, die niemals schläft. Frank und Ute Junge lieben die Metropole. Kein Wunder, verbinden sie doch eine der schönsten Erinnerungen ihres gemeinsamen Lebens mit dem „Big Apple“: Vier Jahre ist es her, da überraschte Frank seine Ute zum 40. Geburtstag mit einer Reise an den Hudson River — um gemeinsam beim New-York-Marathon anzutreten. Eine nachträgliche Hochzeitsreise. „Das war so romantisch, so liebevoll. Aber genau so ist mein Frank“, sagt die 44-Jährige.

Seit 24 Jahren sind die beiden ein Paar. Er — heute 46 — folgte ihr damals aus Leipzig in ihre Heimat Wismar. Jetzt will er nach Berlin — und sie ist seine größte Unterstützerin. Junge ist Sprecher der Hansestadt und auch Leiter des Tourismusamtes. Für die SPD will er jetzt in die Bundespolitik. Sollte es klappen, wäre das für die Familie eine riesige Veränderung — die zweite, seit Tochter Julia (20) zum Medizin-Studium nach Leipzig gegangen ist. „Er ist nur glücklich, wenn er eine Aufgabe und Ziele hat. Deshalb muss er seinen Weg nach Berlin gehen“, sagt Ute. Dass ihr Frank seit Monaten fast jeden Abend spät abends nach Hause kommt, von einem Wahlkampf-Termin zum nächsten hastet — die Familie nimmt es hin: „Papa ist fleißig. Das ist seine Haupteigenschaft“, sagt Sohn Hans (14). Er kennt seinen Vater nicht anders.

Am Rande der Altstadt haben die beiden vor Jahren ihr Haus gekauft. „Das ist eine Lebensaufgabe“, sagt Frank Junge. „Wir haben es komplett umgebaut. Und wir sind noch dabei.“ Zwei Räume sind für ihn besonders wichtig — allen voran der große Flur vorm Schlafzimmer. Dort steht Junges Computer. Auf der Schreibtisch-Platte türmen sich PC-Bauteile, Kabel, Drähte: „Ich bastel gerne.“ Wenn er nicht auf Wahlkampf-Tour ist, verbringt er seine Abende vor dem Rechner. Im sozialen Netzwerk ist Junge aktiv wie keiner anderer Kandidat im Wahlkreis 13. „Anfangs war ich da sehr skeptisch. Aber ich kann dort Transparenz schaffen, meine Überzeugungen nach außen tragen.“

Der Treffpunkt der Familie ist das Wohnzimmer. Mit großem Wohlfühl-Sofa, einem riesigen Fernseher und ebenso riesigen Boxen. Daneben eine imposante CD-Sammlung — sie reicht von Depeche Mode über Sting bis Yellow: „Ich könnte ohne Fernseher leben — aber nicht ohne Musik.“ Dabei ist er selbst wenig musikalisch: „Ich spiele Mundharmonika.“ Die Familie lacht. „Aber das ist Firlefanz.“

Als Kind war Junge Turmspringer, sogar Vize-Junioren-Europameister: „Wasser ist mein Element.“ Neulich ist er in Rostock mal wieder gesprungen: „Man merkt, wie lange man raus ist. Eineinhalb Schrauben gehen aber noch.“ Der Sport ist das verbindende Element der Junges. Sie war Akrobatin, ebenfalls Leistungssportlerin. Bei einer Modenschau auf der Leipzig- Messe haben sich die beiden kennengelernt. Sie wollten sich als Studenten etwas dazu verdienen. „Wir mussten eine Hebefigur machen — so wie im Film ,Dirty Dancing‘“, erinnert sich Frank. Da hat es dann gefunkt. Noch heute geht ein großer Teil der Freizeit für den Sport drauf: Die Familie läuft — Marathon. „In der Regel gewinnt meine Frau“, räumt Junge ein. „Ich gehe gern laufen mit ihm“, sagt Ute. „Ich habe ihn dann für mich. Ohne Hektik. Und er muss mir zuhören.“ Wobei: Das sei eine seiner größten Stärken. Wenn Frank Junge nach Hause kommt, nimmt er als erstes seine Uhr ab. Dann kriegt seine Frau einen Kuss. Egal, wie spät es ist: „Er ist ein guter Ratgeber. Immer sachlich, immer objektiv.“

An die Umstellung — wenn er wirklich den Sprung nach Berlin schafft — mag sie noch nicht denken. Sicher ist nur eines: Das Sonntags-Ritual bleibt auch dann erhalten. Am freien Tag nämlich schleicht sich Frank Junge früh aus dem Bett, radelt los und holt Brötchen: „Ich mache dann das große Frühstück.“ Eier gibt es dazu jedes Mal. Gebratenen Speck eher selten. Die Junges sind nun mal Sportler. Durch und durch.

 

Andreas Meyer

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