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Politik „Steinbeck“: Die ersten Häuser stehen
Mecklenburg Bad Doberan Politik „Steinbeck“: Die ersten Häuser stehen
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07:02 25.08.2014
Erster Spatenstich mit Projektentwicklern und Bürgermeister: Thomas Brünnich, Rainer Karl, Angelika Garreis, Stefan Kupski und Lars Zacher (v. l.) machten gut gelaunt ein bisschen Show. Quelle: Fotos: Lutz Werner

500 Mietwohnungen werden voraussichtlich bis 2020 im Ostseebad Kühlungsborn fehlen. Das ist in einem Konzept zur Stadtentwicklung zu lesen und klingt alarmierend.

Händeringend werden kleine Domizile gesucht, aber immer mehr auch Wohnungen für junge Familien. Vor allem für Fachkräfte aus der Tourismuswirtschaft, die nach der Ausbildung von ihren Betrieben übernommen werden, in Kühlungsborn leben möchten — mit Kindern.

Das große Bauvorhaben auf dem westlichen Baufeld an der Umgehungsstraße Grüner Weg, wo in den kommenden Jahren ein neuer Stadtteil von Kühlungsborn entstehen wird, soll Abhilfe schaffen. In dem 3,4 Hektar großen Gebiet östlich der Straße „Zur Asbeck“ und der Räucherei Keppler werden insgesamt 40 Häuser gebaut: 18 Einfamilien-Stadthäuser und 16 Zweifamilien-Häuser für private Bauherren. Und sechs große Dreigeschosser mit insgesamt 60 Mietwohnungen. „Dort wird es vor allem Dreiraum-Wohnungen geben, zwischen 60 bis 90 Quadratmeter groß“, erklärt Architekt Stefan Kupski, der das neue Wohngebiet „Zur Steinbeck“ geplant hat und seine Entstehung begleitet. Wohnungen, die groß genug sind für junge Familien, die vielleicht nicht nur an ein Kind denken.

Das Bauvorhaben wird von der Projektentwicklungsgesellschaft „Grüner Wohnen in Kühlungsborn GmbH & Co.KG“ vorangetrieben. Von Leuten aus der Kühlungsborner Wirtschaft. Das sind der Architekt Stefan Kupski, die Hotel-Direktorin vom „Weststrand“ Angelika Garreis und die beiden Unternehmer Lars Zacher und Thomas Brünnich — der eine tätig in der Immobilien-Branche, der andere Chef einer Baufirma.

Bei zwei Stadthäusern ist der Rohbau nahezu vollendet, beim dritten wird an der Grundplatte gearbeitet. Der Teil des Baufeldes, in dem zuerst gebaut wird, wurde zuvor voll erschlossen — bis hin zur Zufahrtsstraße, die den Verkehr von der Straße „Zur Asbeck“ in das neue Gebiet führt. Das „Grüner Wohnen“-Quartett ließ es sich dennoch nicht nehmen, den symbolischen ersten Spatenstich zu feiern.

Das geschah am vergangenen Freitag, „um allen, die beim Zustandekommen des Vorhabens mitgewirkt haben, zu danken und um das Projekt noch einmal in das Licht der Öffentlichkeit zu rücken“, sagte Lars Zacher.

Von Bürgermeister Rainer Karl (parteilos) gab es für das Quartett ein dickes Lob. „Ich sage bei Gelegenheiten wie heute, bei denen Neues und Zukunftweisendes auf den Weg gebracht wird, gern: ,Das ist ein großer Tag für Kühlungsborn.‘ Das trifft heute ganz besonders zu. Denn hier packen Unternehmer aus unserem Ort, die diesen Namen verdienen — sie unternehmen etwas — ein Problem an, das uns allen unter den Nägeln brennt. Sie schimpfen und jammern nicht über die Wohnungsnot, sondern sorgen selbst für Abhilfe. Das ist vorbildlich“, sagte der Bürgermeister. Aber auch das Vorhaben „Zur Steinbeck“

ist den Spielregeln der Marktwirtschaft unterworfen. „Wir bauen zunächst die 18 Stadthäuser für private Bauherren. Das wird Ende 2015 vollendet sein. Dann haben wir das Eigenkapital erwirtschaftet, um auch mit dem Bau der großen Häuser mit den Mietwohnungen loslegen zu können“, erklärt Stefan Kupski den Ablauf der Dinge.

Die Stadthäuser: Das sind zweigeschossige Einfamilienhäuser mit rund 135 Quadratmetern Wohnfläche auf Grundstücken, die nicht größer als 300 Quadratmeter sind. Mit Grundstück und Außenanlage kostet so ein Domizil 330 000 Euro. Die Nachfrage ist groß. „Von den neun Häusern in der ersten Reihe, die jetzt entsteht, sind schon acht verkauft“, erklärt Percy Preugschat von der Firma Schnabel Immobilien, die gemeinsam mit der Ostsee-Sparkasse für die Vermarktung sorgt. Die Stadthäuser sind attraktiv für Familien jeden Alters. Das Schulzentrum ist nur 500 Meter entfernt und bis zum Strand fährt man mit dem Fahrrad durch den Stadtwald auch nur ein paar Minuten. Ein Markt ist gleich gegenüber. Zu den Bauherren gehören der junge Hotel-Direktor Thomas Peruzzo, der zur Feier mit seinem 16 Monate alten Sohn kam. Aber auch Ältere bauen hier gern.

Ein neuer Stadtteil
40 Häuser entstehen in dem westlichen Baufeld an der Umgehungsstraße „Grüner Weg“ — das neue Wohngebiet „Zur Steinbeck“. Eigentlich sind es sogar 46. Denn die sechs großen Mietshäuser bestehen aus je zwei separaten Baukörpern mit einem Verbinder, in den ein Fahrstuhl eingebaut wird. Das macht sie auch attraktiv für ältere Familien, die nach einer komfortablen Mietwohnung suchen.
3 Baufelder gibt es am „Grünen Weg“ insgesamt. Geplant sind auch ein Sport- und Freizeitzentrum und ein Einkaufszentrum. Es entsteht ein neuer Stadtteil.



Lutz Werner

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