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Politik Vom Spielplatz in den Nienhäger Gemeinderat
Mecklenburg Bad Doberan Politik Vom Spielplatz in den Nienhäger Gemeinderat
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00:00 04.04.2014
Fühlt sich ihrem Ort und dem Nachwuchs gleichermaßen verpflichtet: die „BürgerInitiative Gemeinsam für Ostseebad Nienhagen“. Quelle: BIG

Es herrscht reger Betrieb an diesem sonnigen Nachmittag auf dem Spielplatz in der Nienhäger Kliffstraße — die Kinder haben sichtlich Spaß. „Vor zwei Jahren sah es hier noch ziemlich trostlos aus“, sagt Wolfgang Lange (59). „Aber gemeinsam haben wir viel geschafft und auch noch viel vor.“

Tatsächlich hat sich einiges getan in diesen vergangenen zwei Jahren. Hier hat alles angefangen. Gemeinsam mit Eltern und Nachbarn haben Enthusiasten den Spielplatz saniert und erweitert, und so entstand die Idee, mehr zu tun — für Nienhagen, für ihr Dorf. Also gründeten sie im Frühjahr 2013 eine Bürgerinitiative: Die BIG — „BürgerInitiative Gemeinsam für Ostseebad Nienhagen“.

„Wir möchten unseren Ort noch liebenswerter machen, und dazu muss man eben mit anpacken“ findet Sandra Mehlhorn (37), die neben Wolfgang Lange, Martin Staemmler (67) und Matthias Laudahn (38) Sprecherin der BIG ist. Sie möchten aktiv sein, die Bewohner ihrer Gemeinde zur Mitarbeit und zum Mitgestalten anregen. So sind schon einige Ideen entstanden und zum Teil auch umgesetzt worden.

Gemeinsam mit der Bürgerinitiative Nienhäger Holz wurden etwa die Bachläufe im Gespensterwald beräumt, damit das Wasser besser ablaufen kann, bei strömendem Regen mit großer Kraftanstrengung und unter Mithilfe vieler Helfer die Wassergräben freigelegt. „Zu Hause machen wir auch viel selbst. Da können wir doch auch in unserem Ort zusammen viel erreichen, ohne immer die Gemeindekasse zu belasten“, sagt Martin Staemmler, dem der Umweltschutz besonders am Herzen liegt.

Viele Anregungen sind bei den monatlichen Treffen der BIG zusammen gekommen. Die Liste ist lang, die Einsatzbereitschaft hoch. Die Strandpromenade soll entlastet, die Rad- und Wanderwege so weit wie möglich mit gemeindeeigenen Kräften und Mitteln instand gehalten werden. Eine Seniorenvertretung im Gemeinderat möchten sie schaffen, und sie setzen sich für bezahlbaren Wohnraum ein — statt weiterer Ferienunterkünfte. „Wir möchten einen sanften Tourismus im Einklang mit den Bedürfnissen der Bürger“, erklärt Sabrina Fümel (33), die das Projekt „Nienhäger Gesundheit“ leitet. „Bei uns sollen sich Gäste und Einwohner gleichermaßen wohlfühlen.“ Und sie möchten für alle Bürger der Gemeinde eine Plattform sein. „Wir sind eine bunt gemischte Mannschaft aus Alt- und Neu-Nienhägern, Senioren, jungen Familien — alle sind dabei, und genau das war unser Ziel: dass alle gemeinsam an einem Strang ziehen“, erklärt Reinhard Rettinger (69). „Jeder, der sich mit einbringen möchte, ist herzlich willkommen.“

Da war es nur naheliegend und der nächste Schritt, dass sie auch zur Wahl der Gemeindevertretung antreten. Sieben Personen stehen auf der Liste, ihr Wahlprogramm ist umfangreich. „Parteipolitik ist auf Kommunalebene nicht wichtig“ findet Michael Hensel (29), Kandidat der BIG. Er möchte vor allem durch die Initiative „Bürger helfen Bürgern“ das Miteinander aller Einwohner fördern. „Wir sind Basisdemokraten, das Wir steht im Vordergrund.“ Deshalb verstehen sie sich auch nicht als die, die immer nur gegen alles sind: „Gemeinsam für Nienhagen, das ist unser Motto, und dabei hat jedes Wort Gewicht — auch das Für.“ len

Alle Infos zur BIG gibt‘s unter www.big-ostseebadnienhagen.de. Am 26. April wird ab 10 Uhr mit einer weiteren Aktion am Spielplatz Kliffstraße in den Frühling gestartet.



OZ

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