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Wohnungen, Strandtoilette, Radweg: Gemeinde will weiter investieren

Nienhagen Wohnungen, Strandtoilette, Radweg: Gemeinde will weiter investieren

Im Ostseebad Nienhagen sind jede Menge Bauprojekte geplant, erklärt Bürgermeister Uwe Kahl (70) im OZ-Gespräch. Die toten Fische am Strand hätten der Gemeinde nicht geschadet.

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Plant an seinem Schreibtisch die nächsten Bauprojekte im Ostseebad: Nienhagens Bürgermeister Uwe Kahl.

Quelle: Lennart Plottke

Nienhagen. OSTSEE-ZEITUNG: In der vergangenen Woche sorgten Tausende tote Fische am Nienhäger Strand für Schlagzeilen. Haben diese Bilder dem Ostseebad nach Ihrer Auffassung geschadet?

Uwe Kahl: Dafür habe ich keine Anhaltspunkte. Die Experten haben ja ziemlich schnell festgestellt, dass wir mit diesem Fischsterben ursächlich nichts zu tun hatten. Die Tiere sind an Sauerstoffmangel verendet — ein im Sommer nicht seltener Vorgang. Die Urlauber waren sehr verständnisvoll — das lag sicher auch an unseren Gemeindearbeitern, die den Strand sofort gereinigt und auch am nächsten Morgen um 6 Uhr früh wieder Gewehr bei Fuß gestanden haben.

OZ: Apropos Urlauber: Schlägt sich der Super-Sommer schon jetzt positiv in den gemeindlichen Bilanzen nieder?

Kahl: Wir hoffen natürlich auf gute Kurtax-Einnahmen. Bis Ende August können wir hier schon eine Summe von gut 90 000 Euro verzeichnen. Insgesamt bewegen wir uns im Normalfall zwischen 110

000 und 120 000 Euro — wenn auch die Gastgeber dazukommen, die immer ein bisschen schwerfällig zahlen, sollten wir das in diesem Jahr locker erreichen.

OZ: Wie wollen Sie den Ort mit Blick auf den Tourismus weiter voranbringen?

Kahl: Wir warten dringend auf Fördermittel für den Bau des ,Internationalen Küstenradweges‘. Dieses Projekt wird uns 1,2 Millionen Euro kosten — inklusive Mehrwertsteuer. Das Umweltamt hat uns jetzt empfohlen, für den Bodenbelag ein Öko-Pflaster zu wählen — das ist zwar etwas teurer, aber in der Pflege einfacher. Zumal die Gemeinde mindestens 25 Jahre für die Instandhaltung aufkommen muss.

OZ: Gibt es weitere Pläne?

Kahl: Im kommenden Jahr wollen wir endlich die Strandtoilette erneuern — die ist eines Ostseebades nicht mehr würdig. Dazu soll hier eine allgemeine Strandversorgung eingerichtet werden — dafür suchen wir noch einen Betreiber. Wir denken aber nicht nur an unsere Feriengäste . . .

OZ: Sondern?

Kahl: Das im Frühjahr eingeweihte Wohn- und Geschäftshaus in der Hofstraße ist sehr gut angenommen worden. Neben sieben altersgerechten Wohnungen finden sich hier ein Allgemein- sowie ein Zahnarzt, Physiotherapie, Frisör und ein ,Tante-Emma-Laden‘. Da haben sich die Investitionen von 1,4 Millionen Euro wirklich gelohnt — wir haben infrastrukturell einen großen Sprung gemacht. Auch deshalb, weil sich am Haus ein Geldautomaten befindet.

OZ: Warum ist das so wichtig?

Kahl: Wir haben sehr dafür gekämpft. Vor allem ältere Leute können nicht mal schnell mit dem Auto durch die Gegend fahren, um Geld zu holen — mit Blick auf die Klientel vor Ort ist das eine gute Sache.

OZ: Sind damit die drängendsten Baumaßnahmen abgeschlossen?

Kahl: Mitnichten. Für die Sanierung des maroden Gebäudes in der Strandstraße 36 etwa gibt es jede Menge Interessenten. In der nächsten Gemeindevertretersitzung am 12. September soll der Meistbietende den Zuschlag erhalten. Das Geld aus dem Verkauf wollen wir in Wohnbebauung stecken — so hat die Gemeinde in jedem Fall gesicherte Einnahmen. Das ist wichtig, denn niemand weiß doch, wie sich die Kreisumlage zukünftig noch entwickelt.

OZ: Stichwort marode: Bei einem Spaziergang durch Nienhagen fallen hier und da ziemlich ungepflegte Kantsteine ins Auge . . .

Kahl: Das ärgert mich sehr. Nach unserer Satzung müssen die Bewohner die Straße vom Haus bis zur Mitte reinigen. Dennoch sehen gerade die Kantsteine durch Sand und Unkraut oft ungepflegt aus.

Ich bin der Meinung, dass man dieses Problem in einem Ostseebad in den Griff bekommen sollte. Da sind alle Nienhäger aufgerufen, mit anzupacken — schließlich können so die Straßenreinigungsgebühren gespart werden.

750 Jahre Nienhagen: Vorbereitungen laufen
750 Jahre — so jung wird Nienhagen im kommenden Jahr. 1264 wurde der Ort erstmals in einer Urkunde erwähnt. In der letzten Mai-Woche ist anlässlich dieses Jubiläums ein rauschendes Fest geplant — inklusive großem Umzug, Ansprachen und Tanz.

1852 Einwohner leben derzeit im Ostseebad.

 

 

Interview von Lennart Plottke

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