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Radeln mit Strom: Stadt setzt auf E-Bikes

Bad Doberan/Nienhagen Radeln mit Strom: Stadt setzt auf E-Bikes

Doberan und Nienhagen beteiligen sich an Pilotprojekt der Rostocker Straßenbahn. Startschuss schon im Mai.

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So sieht die E-Bike-Station in Reutershagen aus: In Bad Doberan sollen bis Mai fünf solcher Boxen aufgebaut werden.

Quelle: RSAG

Bad Doberan. Wenn Urlauber die Region erkunden wollen, dann nutzen sie bisher meist das Auto. Folge: Die Straßen im Sommer sind voll, es stinkt nach Abgasen und an den Kreuzungen herrscht Chaos. Das will Bad Doberan schon lange ändern — und bekommt dabei nun Hilfe von der Rostocker Straßenbahn AG (RSAG): Das Verkehrsunternehmen macht nicht nur die Münsterstadt, sondern auch das Ostseebad Nienhagen zum Teil einer neuen Modellregion. Denn künftig sollen die Urlauber und auch Pendler auf besondere Fahrräder umsteigen — auf Drahtesel mit Elektromotor. Das Beste daran: Bad Doberan zahlt nicht einen Cent dafür.

Das Projekt „Elros“ — die Kurzform für „Elektromobilität in Rostock“ — läuft in der Hansestadt bereits seit Mitte 2012. In Reutershagen entstand bereits 2013 eine Leihstation für die so genannten E-Bikes. Nun wagt sich die RSAG auch in den Landkreis: „Ein tolles Projekt — gerade auch für unsere Tourismus-Region“, sagt Thorsten Semrau (parteilos), Bad Doberans Bürgermeister. Das große Ziel:

Die Pendler und Urlauber sollen mit den Elektro-Rädern künftig auch längere Strecken zurücklegen, ohne auf das Auto ausweichen zu müssen oder auf die Fahrtzeiten der Busse angewiesen zu sein. „Von Heiligendamm oder Nienhagen bis zum Bad Doberaner Bahnhof — das ist für die E-Bikes gar kein Problem“, sagt Beate Langner, Sprecherin der RSAG. Wer zum Beispiel in Nienhagen lebt und in Rostock arbeitet, kann dann künftig mit dem E-Bike zum Bahnhof und zurückfahren. Auch für Tagestouren quer durch die Region sind die Gefährte aus Sicht der RSAG ideal: „Die E-Bikes haben bis zu 60

Kilometer Reichweite. Der Elektromotor unterstützt nur, wenn man in die Pedale tritt.“ Bis zu 25 Stundenkilometer sind mit den Zweirädern drin: „Das ist aber auch das Limit“, so Langner.

Das Gesamtprojekt wird zu 85 Prozent aus Mitteln der EU gefördert. „Wir wollen den Pendlern eine bessere und flexiblere Anbindung an den Nahverkehr ermöglichen“, sagt RSAG-Sprecherin Langner. Drei Jahre soll nun im Rahmen von „Elros“ untersucht werden, wie solche Angebote bei den Nutzern ankommen.

In der Hansestadt sollen insgesamt drei Leih-Stationen für die Elektro-Räder entstehen. Neben der Basis in Reutershagen können die Räder in Warnemünde und auch in Lütten Klein gemietet werden. In Nienhagen ist die Station auf dem Parkplatz vor der Kur- und Gemeindeverwaltung geplant. „Das ist ein zusätzlicher Service für unsere Gäste, die ohne Fahrrad in den Urlaub fahren. Sie können die E-Bikes für Touren nach Warnemünde oder auch Kühlungsborn nutzen“, sagt Nienhagens Bürgermeister Uwe Kahl (CDU). „Wir sind stolz, bei dem Projekt mitmachen zu dürfen.“

Bad Doberan soll zunächst fünf E-Bikes erhalten. Die Boxen werden bereits Ende April am DrümpelParkplatz errichtet. „Mit der Station in Bad Doberan sind dann insgesamt 26 E-Bikes an den vier Stationen verfügbar“, so Beate Langner. Eine Reservierung der Pedelecs soll bald im Internet möglich sein.

• Internet:

www.elros-leihen.de

Eine Stunde für 2,10 Euro

26 E-Bikes stehen den „Elros“- Nutzern ab Anfang Mai an den insgesamt vier fertigen Stationen zur Verfügung — inklusive der Leihbasis, die im Mai am Drümpel in Bad Doberan eröffnet werden soll.
12,75 Euro kostet die Nutzung eines Pedelecs für Abo-Kunden der RSAG pro Tag.
Eine Stunde kostet 2,10 Euro. Die Räder können für maximal 24 Stunden über das Internet oder mit dem Handy reserviert werden.

 



Andreas Meyer

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