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Bad Doberan Raser stören die Ruhe
Mecklenburg Bad Doberan Raser stören die Ruhe
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00:00 27.07.2018
Uhlenbrook

1982 zog Wolfgang Behning nach Uhlenbrook. „Meine Frau lebte schon hier.“, sagt der 62-Jährige. „1981 war in Uhlenbrook eine Wohnung frei, so kam ich nach dem Studium als Agraringenieurin hierher und arbeitete im VEG. Von dort wurde mir die Wohnung auch zugewiesen“, sagt Heike Behning die gerade wegen einer Fuß-OP still gelegt ist. Dabei würde sie lieber in Aktion bleiben.

Heike und Wolfgang Behning leben in einem Bauernkaten der Jahrtausendwende. Sie halten Hühner, Kaninchen, Hunde, Katzen und Ponys.

Heike Behning stammt ursprünglich aus Halle an der Saale. Ihr Mann aus Zierow bei Wismar. Wolfgang Behning wurde in Parchow im Schloss geboren und war in der Landwirtschaft tätig wie seine Frau. Auch heute noch arbeitet der Landwirt in seinem Beruf, jetzt als landwirtschaftlicher Mitarbeiter in Alt Karin. Seine Frau hatte nicht so viel Glück. Nach der Wende kam sie in die Arbeitslosigkeit. „Mir wurde stets gesagt, ich bin überqualifiziert.“ Denn Heike Behning studierte auch noch Betriebswirtschaft, eigentlich ein sicherer Job. „Dann dachte ich, das Land lebt vom Tourismus, also gehe ich dahin.“ So begann sie in verschiedenen Hotels zu arbeiten. 2000 fand sie in Rerik eine feste Stelle.

„Früher wurden wir zur Arbeit in der Landwirtschaft mit dem Bus abgeholt“, erinnert sich die 60-Jährige und ihr Blick fällt auf die Straße. „Das Tempo 50-Schild befindet sich an die acht Jahre dort.

Eigentlich ist es schön ruhig in Uhlenbrook, wenn die Raser nicht wären.“ Was Heike Behning sagt, denken auch die anderen Uhlenbrooker, die alle darunter leiden. „Wir wollten, dass eine Polizeikontrolle durchgeführt wird, das wurde leider abgelehnt. Wenn LKW hier durchdonnern, klappt unser Fenster zur Straße zu, so schnell sind die“, sagt sie. Angst, dass Uhlenbrook im Notfall zu abgeschnitten liegt, haben die Behnings nicht: „In der Stadt kann es auch passieren, dass sie dich nicht finden und du in der Wohnung liegst. Man hat doch jetzt ein Handy und kann Hilfe holen.“

Von den fünf Häusern im Dorf ist ihres das wohl älteste: „Es wurde um 1900 erbaut. Mindestens vier Wohnungen waren darin einst untergebracht“, so Heike Behning. Dann gibt es noch Siedlerhäuser die um 1956 gebaut wurden. „Unseres muss ein Bauernkaten für Lohnarbeiter gewesen sein. Eine Stube und kleine Küche jeweils.“ Auf ihrem Grundstück gibt es viele Tiere. Sie sind das Hobby des Ehepaares, das zwei Kinder hat. Vor allem die Ponys, die ab und an vorgespannt werden, um mit den Enkelkindern Kutschfahrten zu unternehmen. „Die Hühner, Kaninchen, zwei Hunde, zwei Katzen und die Ponys sind wie unsere Familie und gehören dazu“, sagt Heike Behning. Sie liebt das kleine Dorf sehr: „Wir haben es nach Kröpelin und Neubukow jeweils nur sieben Kilometer, das geht doch, wir liegen gar nicht so abgelegen“, findet sie. „Man hat seine Ruhe und wenn wir Trubel wollen, fahren wir zu Weihnachts- oder Mittelaltermärkten. Das sind Hobbys von uns.“

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