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Bad Doberan Reddelich: Nur noch wenig Bauland
Mecklenburg Bad Doberan Reddelich: Nur noch wenig Bauland
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00:05 13.12.2017
Das Reddelicher Gewerbegebiet 2014: Mittlerweile stehen nur noch gut drei Hektar zum Verkauf. Hier soll das neue Feuerwehrgerätehaus gebaut werden. Quelle: Foto: Manfred Sander
Reddelich

Das neue Gemeindehaus steht, die Planungen für das neue Feuerwehrgerätehaus sind in Auftrag gegeben und für den Bebauungsplan (B-Plan) „Seniorengerechtes Wohnen“ wird derzeit ein Lärmschutzgutachten erstellt. Viele Projekte, die in der Gemeinde Reddelich bereits angeschoben worden sind, werden 2018 weiter verfolgt. Das haben die Gemeindevertreter in ihrer Sitzung am Montagabend mit ihrer Zustimmung zum Haushalt 2018 und der Fortschreibung des Haushaltskonsolidierungskonzeptes beschlossen.

Gemeindevertreter beschließen Haushalt für 2018 / Sitzungen künftig ohne Papier

936 Einwohner leben in der Gemeinde Reddelich mit den Orten Reddelich und Brodhagen. Der Altersdurchschnitt liegt bei 41,7 Jahren.

913 Hektar ist die Gemeinde groß. 3,3 Kilometer Bundes- und 1,2 Kilometer Kreisstraßen verlaufen durch die Gemeinde, die zwölf Kilometer Straßen in eigener Trägerschaft hat.

Reddelich hat auch im nächsten Jahr keinen ausgeglichenen Etat. Der Ergebnishaushalt weist ein Minus von 216300 Euro auf. Auf viele Teile des Haushaltes habe Reddelich keinen Einfluss, sagt Bürgermeister Ulf Lübs. Wie beispielsweise die Kreisumlage, die Kommunen an den Landkreis Rostock abgeben müssen. „Die Kreisumlage ist mit einer Viertelmillion Euro der größte Faktor im Haushalt“, sagt Bürgermeister Ulf Lübs. Hinzu kommt: Rund 20 Prozent des Etats sind für die Betreuungskosten der Kindergartenkinder eingeplant. Auch hier gibt es keinen Spieleraum für die Gemeinde. Trotz Minus im Haushalt: „Durch die Grundstücksverkäufe im Gewerbegebiet sind wir liquide“, sagt Bürgermeister Lübs. „Wir verkaufen hier permanent Grundstücke, deshalb brauchen wir keine Kassenkredite aufnehmen und daher ist der Haushalt nicht genehmigungspflichtig.“

Etwa drei Hektar Fläche stehen in dem Gewerbegebiet an der B 105 noch zum Verkauf. Ein Teil davon ist für den Neubau der Kindertagesstätte und des Feuerwehrgerätehauses vorgesehen. Wann erstes realisiert werden kann, ist noch ungewiss. Für den Bau in einem Gewerbegebiet gibt es keine Fördermittel. „Die potenziellen Träger sehen sich nicht in der Lage, ohne Fördermittel zu bauen“, sagt Ulf Lübs. Die Gemeinde habe kein anderes Grundstück in ihrem Besitz, das sich anbieten würde. Auch im geplanten Baugebiet „Seniorengerechtes Wohnen“ an der B 105 würde eine neue Kita nicht gefördert (die OZ berichtete). Ein Abriss der bisherigen Kita an der alten Dorfstraße und ein Neubau hier sei nicht sinnvoll. Unter anderem müsste die Einrichtung über die Bauzeit geschlossen werden.

Ähnliches Problem beim Feuerwehrgerätehaus: Hier gibt es für den Neubau im Gewebegebiet nur wenig Fördermittel. Dennoch möchte die Gemeinde neu bauen und dafür einen Kredit aufnehmen. Aber: Solange die Brandschutzbedarfsplanung noch nicht fertig ist, werde kein Kredit genehmigt, habe die Kommunalaufsicht angedeutet, so Bürgermeister Lübs. Die Gemeinde werde jetzt bis zur Baugenehmigung in Vorleistung gehen. Dafür sind Mittel in den Haushalt 2018 eingestellt worden. Denn der Neubau ist notwendig. „Wir haben jetzt schon einen ungesetzlichen Zustand“, sagt Ulf Lübs. Es sei nicht mehr gestattet – wie in Reddelich der Fall –, dass Dienstfahrzeuge draußen stehen. Doch ein Anbau an der ehemaligen alten Schmiede, in der die Feuerwehr untergebracht ist, sei nicht mehr möglich.

2018 möchte Reddelich auch die Bauleitplanung, unter anderem für den B-Plan „Seniorengerechtes Wohnen“, voranbringen und weiter an der Feststellungssatzung arbeiten. In dieser werde der Innenbereich definiert und festgesetzt, wo Baurecht herrsche. Zudem soll im kommenden Jahr zusammen mit der Gemeinde Retschow die Sanierung des Landweges nach Stülow angegangen werden. Dieser soll für die touristische Nutzung richtig befestigt werden, erläutert Ulf Lübs. Ab 1. Januar wird in der Gemeindevertretung kein Papier mehr genutzt. Aus Gründen des Umweltschutzes und um Kosten zu sparen, können die Gemeindevertreter ab sofort digital die Beschlussvorlagen und Unterlagen abrufen. Kosten hat die Gemeinde in diesem Jahr schon beim Strom gespart. Durch die Umstellung auf LED im Jahr 2016 konnten bereits 55 Prozent Stromkosten eingespart werden, teilt Bürgermeister Lübs mit.

Anja Levien

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