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Bad Doberan Reddelicher sauer über Schilderklau
Mecklenburg Bad Doberan Reddelicher sauer über Schilderklau
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00:00 17.07.2013
Schilder sollen auf eine geänderte Verkehrsführung hinweisen.
Reddelich

„Wie jetzt?“, wundert sich Heiko Mahnke und guckt auf der Alten Dorfstraße in Reddelich einem Auto hinterher, das eben Richtung Buerbarg abgebogen ist. „Ist hier nun Durchfahrt verboten oder nicht?“ Nicht nur der 42-Jährige ist leicht verwirrt: Auch andere Verkehrsteilnehmer stoppen kurz, überlegen einen Augenblick — und fahren dann doch rechts ab.

Dabei verstoßen sie gegen die Regeln. „Es hat in diesem Bereich eine Richtungsänderung gegeben“, erklärt Ordnungsamtsleiter Uwe Ziesig. „Seit Montag verläuft die Einbahnstraße von der Steffenshäger Straße kommend in Richtung Alte Dorfstraße.“ Das Amt Doberan-Land sei mit dieser Maßnahme dem Wunsch der Gemeinde nachgekommen, sagt Ziesig: „Der Reddelicher Ortskern ist jetzt Tempo-30-Zone — hier leben viele Kleinkinder, dazu kommt der Weg zum Kindergarten.“

Ein Umstand, den offenbar nicht alle Anwohner akzeptieren können. „Nur einen Tag nach dem Anbringen wurde ein Teil der neuen Verkehrsschilder schon wieder geklaut — insgesamt vier von zwölf“, ärgert sich Ziesig. „Das ist so nicht hinnehmbar.“

Neben dem rot-weißen „Durchfahrt verboten“ sind auch Schilder mit Hinweisen zur geänderten Verkehrsführung verschwunden. „Das ist kein Kavaliersdelikt“, macht Ziesig deutlich. „Weil andere Verkehrsteilnehmer gefährdet werden könnten, handelt es sich aus unserer Sicht um einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr im Sinne des Strafgesetzbuches.“ Eine entsprechende Anzeige sei bereits bei der Polizei gestellt worden.

„Wir haben hier jede Menge Kinder, die auf der Straße spielen“, sagt auch Reddelichs Bürgermeister Erhard Rünger. „In der Vergangenheit haben doch viele Leute darauf keine Rücksicht genommen und sind mit hohem Tempo durchgerast.“ Deshalb sollte die neue Regelung eigentlich im Sinne aller Einwohner sein, meint Rünger. „Es geht uns nur darum, dass sich die Autofahrer in Ruhe durch den Ort bewegen, auch mal nach links und rechts gucken und sehen, wie schön es hier ist — die drei, vier Meter Umweg können doch nicht das Problem sein.“

Im Vorfeld der neuen Beschilderung habe es eine Begehung mit dem Straßenverkehrsamt des Landkreises Rostock gegeben, sagt Uwe Ziesig: „Dabei wurde das Aufstellen der Verkehrszeichen angeordnet.“ Zur Entlastung der Kreuzung in Höhe der Landbäckerei Harms gab es in diesem Zusammenhang die Festlegung, die Einbahnstraßenrichtung zu ändern. „Dadurch sollte erreicht werden, dass hier alle Verkehrsteilnehmer aufmerksamer und besonnener fahren und die 30er-Zone auch wirklich Sinn macht“, erklärt der Ordnungsamts-Chef.

Vom Kurs abbringen lassen will er sich aber nicht. „Auch, wenn es zu weiteren Diebstählen kommt, wird die Anordnung selbstverständlich bestehen bleiben“, stellt Ziesig klar. Darüber hinaus müssten sich die Diebe bewusst machen, dass neben der Verkehrsgefährdung eine Neuanschaffung der Schilder die ohnehin nicht auf Rosen gebettete Gemeinde zusätzlich belasten würde.

„Nette Leute sind das“, sagt Erhard Rünger süffisant. „Die sollten mal in sich gehen und überlegen, wem sie damit am meisten schaden — nämlich am Ende nur sich selbst.“

Gefährlicher Eingriff
Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr ist in Deutschland eine Straftat nach § 315b des Strafgesetzbuches. Sie ist ein konkretes Gefährdungsdelikt.


Demnach wird jemand, der unter bestimmten Gesichtspunkten die Sicherheit des Straßenverkehrs beeinträchtigt, mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.


Zu diesen Punkten, die geeignet sind, Leib oder Leben eines anderen Menschen zu gefährden, gehört unter anderem das Zerstören, Beschädigen oder Beseitigen von Anlagen oder Fahrzeugen.

Lennart Plottke

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