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Bad Doberan Rennverein nimmt neuen Anlauf
Mecklenburg Bad Doberan Rennverein nimmt neuen Anlauf
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00:00 10.08.2018
Ein Bild aus besseren Tagen auf der Galopprennbahn Bad Doberan. Der Rennverein hat allerdings schon erste Aktivitäten unternommen, damit 2019 wieder Rennen stattfinden können. In diesem Sommer wurden sie kurzfristig abgesagt. Quelle: Foto: Lutz Werner
Bad Doberan

Auf dem knüppelharten Geläuf der Galopprennbahn Bad Doberan ist das inzwischen in der Sonne verbrannte Gras hochgewachsen. Hier wurde seit Wochen nicht gemäht. Vom umlaufenden Zaun sind Stangen herabgefallen, die weiße Farbe blättert ab. Das Ostseemeeting – die Renntage –, das am vergangenen Wochenende Tausende Zuschauer auf die Rennbahn locken sollte, wurde schon Mitte Juli abgesagt (OZ vom 13. Juli). Weil die Mehrheit im Vorstand des Doberaner Rennvereins – er veranstaltet das Event – zu der Auffassung gekommen war, dass es unmöglich sei, die von der Dürre geschädigte Bahn noch pünktlich in einen guten Zustand versetzen zu können. Außerdem habe es Probleme mit der technischen Infrastruktur gegeben.

Nach der Absage der Renntage in diesem Sommer gibt es schon den Termin für 2019

Dieser Beschluss wurde gegen den Willen von Rennvereins-Präsident Volker Schleusner gefasst, der das anders sah und die Renntage durchziehen wollte. Es gab Krach, Schleusner trat zurück und aus dem Rennverein aus. Vize-Präsident Harald Morgenstern amtiert jetzt als Frontmann des Rennvereins – „bis wir den Vorstand wieder komplettiert und einen neuen Präsidenten gewählt haben. Das soll schnell geschehen.“

Wie wird es jetzt mit Mecklenburg-Vorpommerns einzigem großen Galopprennsport-Event nach der Enttäuschung dieses Sommers weitergehen? „Der Termin für das Ostseemeeting 2019 wurde bereits beim Direktorium für Vollblutzucht und Rennen in Köln angemeldet und in den Renn-Kalender aufgenommen“, sagt Morgenstern. Geplant seien zwei Renntage: am Freitag, 2. August, und Sonnabend, 3.

August, und möglicherweise noch ein Pferdesporttag mit Höfen aus der Region am Sonntag. „Mit einem neuen, effizient arbeitenden Vorstand und einem professionellen Umgang mit Sponsoren werden wir das hinbekommen“, ist Morgenstern optimistisch.

Die Renntage 2019, 2020 und vielleicht auch 2021 werden auf jeden Fall noch mit der aufwendigen und teuren temporären Infrastruktur stattfinden müssen: Tribüne, VIP-Zelte, Sanitäranlagen, Wettschalter, die Bauten für Pferde, Jockeys und Offizielle, alle Ver- und Entsorgungsleitungen müssen für ein einziges Event jedes Mal wieder auf- und abgebaut werden. 36000 Euro kostet das und ist auch ein Kraftakt, der fast immer zu Reibungen und Ärger führt. Alle Beteiligten sind sich einig: So kann es nicht ewig weitergehen.

Der Entwurf eines Bebauungsplanes für die Schaffung einer ständig vorhandenen, fest gebauten Infrastruktur liegt seit 2015 auf Eis. Jetzt soll Bewegung in die Sache kommen. „Ich werde so schnell wie möglich das Gespräch mit dem Amt für Stadtentwicklung im Rathaus suchen, damit wir in dieser Sache endlich vorankommen“, kündigt Morgenstern an.

Das hört dessen Chef Norbert Sass gern. Denn auch er drückt in dieser Sache aufs Tempo: „Inzwischen haben wir eine völlig neue Situation und müssen dort zwei große Projekte unter einen Hut bringen.“

Es gehe jetzt nicht mehr nur um den Bau der Infrastruktur für den Galoppsport auf der Rennbahn, die aber auch für Großveranstaltungen wie Zappanale und andere Musik-Events sowie die Schwanen-Rallye nutzbar sein muss. Gegenüber der Rennbahn – im Großen Wohld – soll ein Baumwipfelpfad entstehen. „Das ist ein sehr naturnahes Projekt in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem Ort für Großveranstaltungen. Da braucht es bei der Planung sehr viel Fingerspitzengefühl“, deutet Sass ein Problem an. Er würde es gern sehen, „wenn wir im Spätherbst einen B-Plan-Entwurf haben, der durch die Gremien der Stadtvertretung gehen kann und dann zur öffentlichen Auslegung kommt.“ Auf der Rennbahn herrscht eine Gemengelage: Die Stadt ist Eigentümer des Grundstücks, der Rennverein hat das Areal gepachtet. „Es ist wohl sinnvoll, eine Betreibergesellschaft für die Rennbahn in ihrer künftigen Gestalt zu bilden. Die Stadt könnte dort bauen und die Fördermittel dafür beantragen. Der Eigenanteil müsste aber durch die Betreibergesellschaft aufgebracht werden“ – so stellt sich Morgenstern das Konstrukt vor.

Was nicht funktioniert, wurde am Mittwochmorgen bei einem Vor-Ort-Termin deutlich. Ex-Rennvereins-Präsident Schleusner hatte den Bundestagsabgeordneten und Haushaltsexperten Eckhard Rehberg (CDU) gebeten, zur Rennbahn zu kommen. „Wenn hier wenigstens noch ein wenig historische Bausubstanz vorhanden wäre, könnten Vorhaben auf der Rennbahn über ein Denkmalschutzprogramm des Bundes gefördert werden. Aber hier steht nichts mehr“, lautet Rehbergs Fazit. Deshalb müssten auf jeden Fall andere Förderprogramme in Anspruch genommen werden.

Lutz Werner

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