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Bad Doberan Kommunalwahl: Gulbis überlegt noch
Mecklenburg Bad Doberan Kommunalwahl: Gulbis überlegt noch
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15:20 11.01.2019
Ist seit 1994 Bürgermeister in Rerik: Wolfgang Gulbis (SPD). Quelle: Rolf Barkhorn
Rerik

Wolfgang Gulbis (59/SPD) ist seit 1994 Bürgermeister des Ostseebades Rerik. Ob er bei der bevorstehenden Kommunalwahl im Mai noch einmal für das Amt kandidiert, lässt er im Interview mit der OZ offen.

Herr Gulbis, bevor wir über Pläne und Vorhaben für Rerik in diesem Jahr sprechen, lassen Sie und bitte noch einmal kurz auf das vergangene Jahr zurückblicken. Wie war 2018 für das Ostseebad Rerik?

Wolfgang Gulbis: Für die Reriker, vor allem in der Gastronomie und der Tourismusbranche, war 2018 ein gutes Jahr. Zu Beginn des Jahres wurde wie üblich erstmal alles schwarz gemalt, aber dann kam der Sommer und die Zahlen gingen nach oben. Es hat vielleicht auch etwas mit dem Klimawandel zu tun, aber die Saison ist länger als früher. Dadurch gleichen sich Verluste, wie sie im Frühjahr entstehen können, im Jahresverlauf wieder aus.

Also ein gutes Jahr durchweg?

Für die Stadt war es hingegen weniger gut. Alles, was wir bauen wollten, ist mit Verzögerungen an den Start gegangen, so dass uns einige Vorhaben noch weiter beschäftigen werden.

Wie entstanden die Verzögerungen, und um welche Vorhaben geht es?

Wir hatten das Hauptproblem, dass partiell gar keine Firmen gefunden werden konnten, um Leistungen umzusetzen – mit dem traurigen Ergebnis, dass zum Beispiel WC-Container ungenutzt in der Gegend rumstanden und erst jetzt mit der Erschließung begonnen werden konnte, nachdem endlich ein Bieter gefunden wurde.

War es nur in diesem Fall so, oder ist es generell schwierig, Firmen für die Ausführung kommunaler Aufträge zu finden?

Es ist generell schwierig geworden! Diejenigen, die mitbieten, verlangen dann nicht selten Fantasie-Preise. Durch die gute Konjunktur sind die Firmen in der Lage, sich die attraktivsten Aufträge rauszusuchen. Bei privaten Auftraggebern handeln sie den Preis ohne komplizierte Ausschreibung aus, wo viel Aufwand investiert werden muss – ohne sicher zu sein, den Auftrag auch zu bekommen.

Aber der Aufbau der WC kann jetzt fortgesetzt werden?

Ja, endlich geht es weiter. Wir hoffen, dass bis Ostern dann wenigstens jene Anlagen in Betrieb genommen werden können, die schon an ihrem Standort stehen, wie die am Spielplatz und im Ortsteil Roggow.

Was ist aus dem Vorhaben geworden, die Grundschule im ehemaligen Jugendgästehaus unterzubringen?

Mit der verspätet verabschiedeten Schulentwicklungsplanung des Landkreises ist jetzt erst einmal die Grundlage dafür geschaffen, denn das Ostseebad Rerik wurde als Standort für eine kleine Grundschule auf dem Lande anerkannt. Leider geht damit die Bearbeitung des Antrages auf Fördermittel von vorn los.

Gibt es weitere größere Projekte, die Sie gern in diesem Jahr realisieren oder beginnen wollen?

Wir streben nach wie vor den Neubau unserer Seebrücke an. Zum einen sind die Anforderungen an eine Seebrücke heute anders, und so wie sie jetzt dasteht, ist sie auch nicht mehr ganz zeitgemäß.

Was soll denn an einer neuen Brücke anders sein? Vor allem müssen wir sie deutlich höher bauen, damit Sturmflut und Hochwasser ihr nichts anhaben können. Auch wollen wir den Brückenkopf anders gestalten, denn gegenwärtig ist es oft so, dass sich Angler, die immer mehr werden, dort ausbreiten und Urlauber sich dorthin gar nicht mehr trauen. Auf der neuen Brücke würden Angler einen anderen Bereich bekommen.

Muss die alte Brücke dem Neubau komplett weichen?

Die Pfähle werden einen Meter unter der jetzigen Brücke abgeschnitten, dort werden neue Pfähle aufgesetzt und verschweißt, und darauf wird dann die neue Brücke errichtet.

Mit welchem Kostenaufwand kalkulieren Sie?

Wir rechnen mit 3,2 Millionen Euro

Erwarten Sie dazu Fördermittel?

Ja sicher, die sind auch schon beantragt. Aber wir sind da nicht die einzigen Antragsteller. Jetzt ist erst einmal eine Grundsatzentscheidung für eine neue Seebrücke in Koserow gefallen. Deshalb kann sich unser Projekt noch hinziehen.

Wann können Sie dann loslegen?

Wenn alles gut läuft und wir in diesem Jahr noch den Zuwendungsbescheid bekommen, können wir bis zum Jahresende wenigstens die Ausschreibung starten. Baubeginn sehe ich eher im März 2020.

Auch im Bereich der Seebrücke hat das Hochwasser in den vergangenen Tagen große Teile der Düne abgetragen. Muss die nicht jetzt dringend durch Aufspülung erneuert werden?

Das ist rein formal Küstenschutzbaurecht, und damit ist das zuständige Landesamt in der Pflicht. Die kleinen Maßnahmen, die wir kurzfristig zum Gemeingebrauch des Strandes eingeleitet haben, wie die Wiederherstellung der Abgänge, ist ein Entgegenkommen von uns.

Lassen Sie uns über die Halbinsel Wustrow reden. Der Besitzer, die Gruppe um Anno August Jagdfeld, hat das Areal in begrenztem Umfang für Touristen wieder zugänglich gemacht. Das war ein Entgegenkommen des Investors. Mit welchem Schritt kommt die Stadt Rerik dem Investor jetzt entgegen? Gibt es Gespräche mit der Jagdfeld-Gruppe?

Ja, wir sind mit dem Investor im Gespräch, und das wollen wir auch bleiben. Abgebrochen wurden die Gespräche zur touristischen Entwicklung der Halbinsel Wustrow damals, weil wir die Verkehrsbelastung für Rerik während der Bauphase und danach als unerträglich einschätzen. Wir verfolgen nach wie vor eine für den Wustrower Hals verkehrsfreie Entwicklung der Halbinsel. So hat es die Stadtvertretung einstimmig beschlossen. Nach Gesprächen, die wir mit den Herren Jagdfeld und Meyer von der Entwicklungscompagnie Wustrow geführt haben, wird jetzt von denen nach einer Lösung gesucht, wie man das verkehrsfrei hinbekommen kann. Geprüft wird wohl die Möglichkeit einer Fährverbindung übers Haff. Das ist der aktuelle Stand, wie ich ihn kenne.

Vor kurzem hat das Oberverwaltungsgericht in Greifswald eine B-Planänderung in Kühlungsborn für ungültig erklärt, mit der versucht wurde, Ferienwohnungen in einem Wohngebiet nachträglich zu legalisieren. Befürchten Sie Ähnliches in Rerik?

Wir sind da zum Glück einen anderen Weg gegangen als Kühlungsborn, die Fremdkörperregelung kam für uns nicht in Frage. Wir haben die B-Pläne geteilt – in Gebiete, wo an Gäste vermietet werden darf, und in Flächen, wo dies nicht gestattet ist. Wir haben viel Zeit dafür verwendet, weil sich immer wieder neue Aspekte ergaben. Aber wir haben das gelöst – ohne anhängiges Gerichtsverfahren.

Herr Gulbis, Ende Mai finden Kommunalwahlen statt, bei denen die Reriker nicht nur über die Zusammensetzung der neuen Stadtvertretung entscheiden, sondern auch den ehrenamtlichen Bürgermeister neu wählen. Werden Sie sich einer Wiederwahl stellen?

Das habe ich für mich noch nicht final entschieden. Ich werde zwar momentan von vielen gedrängt, noch einmal anzutreten. Aber wie ich mich dann entscheide, hängt von vielen Faktoren ab. Fragen Sie mich das bitte zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal.

Rolf Barkhorn

Andreas Callies arbeitet in Kühlungsborn und betreut in einigen Familien mehrere Generationen.

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