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Bad Doberan Reriks Geschichte lockt viele Gäste an
Mecklenburg Bad Doberan Reriks Geschichte lockt viele Gäste an
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00:00 15.02.2018
Die Wahl-Reriker Wolfgang und Ilona Göbel lassen sich vom Leiter des Heimatmuseums den Aalstecher erklären. Quelle: Fotos: Sabine Hügelland

Wenn Thomas Köhler durch das Heimatmuseum geht, durchläuft er Reriks Geschichte. Seit 24 Jahren leitet er nun schon die Einrichtung, die 1953 gegründet wurde und sich seit 1997 im alten Schul-und Küsterhaus befindet. Angegliedert an das Museum ist seit 2011 eine Bibliothek mit knapp 9000 Büchern, die von Einheimischen wie Urlaubern ausgeliehen werden können. Das Museum besuchten im vergangenen Jahr 6838 Gäste.

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Immer wieder neue Exponate im Heimatmuseum. 6838 Gäste besuchten Einrichtung im vorigen Jahr.

„Wir sind oft hier“, sagt Ilona Göbel. „Thomas ist mit Leib und Seele dabei, investiert auch viel Freizeit für das Museum und ist ein Geschenk für die Stadt“, so die Wahl-Rerikerin. „Ich habe hier eine dankbare Aufgabe“, sagt Thomas Köhler, der bereits als Schüler im Museum aushalf. „Sie ist Beruf und Berufung.“

Das Heimatmuseum ist ein Hort, der sich immer erweitert. Verstaubten Stillstand wird es dort nicht geben. 927 allgemeine Positionen können Museumsbesucher dort betrachten. Insgesamt sind es fast 2000 Ausstellungsstücke. Hinzu kommen das Thema der Frühgeschichte mit 440 sowie Fossilien und Mineralien mit 270 Exponaten.

Sechs Ausstellungsräume gibt es unten. Im Obergeschoss kommen noch drei hinzu. Dort in der Galerie befinden sich die Sonderausstellung „Trilobiten – bizarre Tiere der Urmeere“ und zurzeit auch noch 39 Gesangsbücher, von denen das älteste aus dem Jahr 1853 stammt. Acht zusätzliche Sonderausstellungen sind in diesem Jahr noch geplant. Zurzeit läuft die Fotoausstellung von Sabrina Drobbner. Die Galerie ist auf Jahre gebucht – Nachfragen lohnen sich trotzdem: „Manchmal ergibt sich noch etwas“, so Köhler. Der 51-Jährige geht ab Mai wieder auf Tour und bietet donnerstags Wanderungen zu den Großsteingräbern, Stadtführungen und Vorträgen an. 700 Gäste nutzten diese Angebote im vergangenen Jahr. „Einige der Gäste sieht man mehrfach“, sagt Köhler. Er empfiehlt sich gleich mit Urlaubsbeginn in der Kurverwaltung, damit sich Besucher bei ihm nach Angeboten informieren, um so besser planen zu können. Zusätzlich wird es im Juli/ August im Museum wieder einen der sehr beliebten Fossilienbestimmungstage geben, wo Experten zugegen sind. „Ich selbst staune oft, was für schöne Versteinerungen die Gäste so am Strand fanden“, sagt der Museumsleiter.

Für Thomas Köhler ist es jedes Mal eine besondere Freude, wenn Einheimische, manchmal sogar Urlauber, neue Exponate ins Museum bringen. So fanden Besteck aus dem Ledigenheim von 1940/50 und ein kleines Gemälde von 1941, das die Kirche und den Dorfkrug zeigt, kürzlich zu ihm. Auch Souvenirs aus Porzellan sind immer gern gesehen: „Wer da noch welche aus den 60er und 70erJahren hat, ich wäre dankbar, sie im Museum zeigen zu können.“ Sie sollten einen Bezug zu Rerik und Alt Gaarz haben. Aber auch anderes ist gern gesehen: „Vieles aus Nachlässen wird einfach weggeworfen. Das ist schade.“

Außerdem bittet Köhler: „Wir suchen noch jemanden, der experimentelle Archäologie zeigen kann, wie Feuersteinschlagen und anderes.“ Das könnte in der Hauptsaison oder am Museumstag vorgeführt werden.

Das Schwierigste sei, Gäste ins Museum zu bekommen. „Wenn sie dann erst einmal hier sind, bleiben sie lange und zeigen sich begeistert von der Vielfalt“, sagt er. „Ein Dank geht von mir an die Stadt, weil sie das Museum finanziell trägt, das ist nicht selbstverständlich“, so Thomas Köhler. Montags bleibt das Museum geschlossen, dann bietet er von Mai bis September in der Zeit von 10 bis 12 Uhr Kirchenführungen an.

Sabine Hügelland

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