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Rethwisch muss für Hort draufzahlen

Rethwisch Rethwisch muss für Hort draufzahlen

Kofinanzierung für den Neubau kostet die Gemeinde 125 000 Euro / Landkreis in der Kritik

Rethwisch. Der geplante Hort-Neubau an der Conventer Schule wird für die Gemeinde Börgerende-Rethwisch deutlich teurer, als ursprünglich gehofft. Denn obwohl das Land Fördermittel in Höhe von 500000 Euro bewilligt hat, muss die Kommune davon einen 25-prozentigen Anteil zur Kofinanzierung selbst bezahlen. „Das sind mal eben 125000 Euro, die wir zusätzlich zahlen müssen“, macht Rethwischs Bürgermeister Horst Hagemeister (parteilos) deutlich. „Ich bin darüber stinksauer.“

66

Kinder

sollen in dem neuen Hortgebäude auf dem Campus der Conventer Schule in Rethwisch künftig Platz finden.

Rund 800000 Euro soll der Neubau kosten – gefördert durch das Land mit 500 000 Euro. Die Gemeinde muss

einen Kofinanzierungsanteil von 125 000 Euro bezahlen.

Der an dieser Stelle

noch vorhandene

Container wird

abgerissen.

Denn nach seiner Auffassung trage der Landkreis eine Mitschuld an den Mehrkosten, so Hagemeister: „Im vergangenen Jahr wurden die Bedarfe in allen Einrichtungen des gesamten Kreises untersucht – das hat Monate gedauert.“ Dabei sei der Gemeinde die Dringlichkeit einer Hort-Erweiterung bereits mündlich bestätigt worden: „Nur die offizielle Unterschrift fehlte noch – deshalb konnten wir die zugesagten Mittel nicht abrufen.“

Aufgrund geänderter Förderrichtlinien müsse Börgerende- Rethwisch nun eine Kofinanzierung leisten, ärgert sich Hagemeister: „Dabei hätten wir schon im Februar fertig sein können.“ Es habe 2017 tatsächlich einen Sondertopf gegeben, sagt Inge Rieck, Bauamts-Leiterin im Amt Bad Doberan Land: „Wir haben damals Fördermittel aus dem Fonds für die ,Integrierte ländliche Entwicklung’ beantragt – und auch eine mündliche Zusage erhalten.“ Darauf hätte man zurückgreifen können, wenn alles optimal gelaufen wäre – „ist es aber nicht“. Und auch, wenn das Verfahren für die Gemeinde Börgerende-Rethwisch „sicher dumm gelaufen“ sei – es bringe jetzt nichts, nach dem Schwarzen Peter zu suchen, meint Rieck: „Das hilft niemandem weiter – auch mit Blick auf die weitere Zusammenarbeit.“

Um dennoch nicht bei Null anzufangen, hatte die Gemeinde bereits im vergangenen Sommer einen Planungsauftrag für den Hort-Neubau vergeben, erklärt Inge Rieck: „Wir wollen zeitnah starten – das waren zumindest einige Vorarbeiten, die wir leisten konnten.“ Wichtig sei letztlich, dass die Kommune trotz finanzieller Mehrbelastungen an den Neubau-Plänen festhalte, macht die Bauamtsleiterin deutlich:

„Denn 375000 Euro sind auch schon eine Menge Geld – zumal uns allen bewusst sein sollte, dass Fördermittel künftig eher zurückgeschraubt werden.“

Die Gemeindevertretung habe auf ihrer jüngsten Sitzung mehrheitlich zugestimmt, die Mehrkosten in Höhe von 125 000 Euro zu übernehmen, bestätigt Horst Hagemeister – allerdings mit einer Einschränkung: „Wenn unsere Haushaltslage das zulässt.“ Denn bislang sei der aktuelle Haushaltsplan noch nicht verabschiedet, macht Hagemeister deutlich.

156 Kinder werden derzeit in Rethwisch betreut. Weil die Einrichtung aber nur auf 139 Kinder ausgelegt ist, werden mit einer Ausnahmegenehmigung Räume in der Conventer Schule genutzt. „Und in diesem Jahr wird es noch enger“, rechnet Hagemeister vor. „Dann gehen hier zwar zwei Klassen raus – es kommen aber drei neue Klassen rein.“ Für ihn gebe es zum Kita-Neubau keine Alternative: „Ich habe hier zum Teil schon heulende Eltern in der Sprechstunde gehabt, ich bekomme besorgte Anrufe – die Leute haben Angst, dass sie ihre Kinder nach der Schule selbst betreuen müssen.“

Künftig soll es auf dem Campus der Conventer Schule ein Hortgebäude für 66 Kinder inklusive Ausgabeküche geben. Hier werden neben den Hort-, Sanitär- und Garderobenräumen auch die Haustechnikräume, ein Büro sowie ein Putzmittelraum untergebracht.

Rund 800000 Euro soll der Neubau kosten. Der an dieser Stelle noch vorhandene Container wird abgerissen.

Lennart Plottke

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