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Rethwisch streitet über Wohnraum

Rethwisch Rethwisch streitet über Wohnraum

Gemeinde will bezahlbare Unterkünfte schaffen / Debatte über mögliche Standorte

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Mein Vorschlag wäre, das Grundstück am Fischerweg einfach meistbietend zu verkaufen. Horst Hagemeister Bürgermeister

Rethwisch. Bezahlbare Wohnungen in Börgerende-Rethwisch – und zwar nicht weitere Ferien-Domizile, sondern Unterkünfte für Mitarbeiter heimischer Unternehmen: Dieses Vorhaben soll jetzt endlich in Angriff genommen werden. „Die Zeit drängt“, sagte Börgerendes stellvertretender Bürgermeister Klaus Bergmann auf der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung. „Schon Anfang 2018 brauchen wir neuen Wohnraum.“

Denn im Mai sollen die Upstalsboom Waterkant Suites hinter dem Deich eröffnet werden – dann sind im Hotel 30 bis 40 Mitarbeiter beschäftigt. „Die müssen auch irgendwo unterkommen“, machte Bergmann deutlich. Doch nicht nur hier ist der Bedarf groß: In der Vergangenheit hatten viele weitere Gewerbetreibende darauf gedrungen, in der Gemeinde bezahlbare Unterkünfte für ihre Mitarbeiter zu schaffen.

Eine Möglichkeit: ein noch unbebautes Areal am Fischerweg. Die Gemeinde ist hier grundbuchlicher Eigentümer – und hatte bislang sämtliche Kaufanträge abgelehnt, um die Grundstücke bei entsprechendem Bedarf für Mitarbeiter des neuen Upstalsboom-Hotels freizuhalten. Jetzt mussten die Abgeordneten erneut über einen möglichen Verkauf entscheiden: Die Modesta Grundstücks GmbH will auf dem Gelände zwei Fachwerkhäuser bauen – und diese vorrangig an Hotel-Kräfte veräußern.

Ein Ansinnen, das Klaus Bergmann kritisch sah: „Die Gemeinde wurde im Vorfeld nicht in die Pläne einbezogen – wir wissen auch nicht, warum hier Fachwerkhäuser gebaut werden sollen und wie die genau aussehen könnten.“ Deshalb plädiere er dafür, den Beschluss zum Kaufantrag von der Tagesordnung zu nehmen, so Bergmann: „Der Antragsteller sollte zunächst die Möglichkeit bekommen, das Vorhaben auf der nächsten Gemeindevertretersitzung vorzustellen.“

Er sehe die Notwendigkeit nicht, erklärte Bürgermeister Horst Hagemeister (parteilos): „Es werden hier immer wieder Anträge gestellt – mein Vorschlag wäre, das Grundstück am Fischerweg einfach meistbietend zu verkaufen.“ Eine schlechte Idee, meinte Klaus Bergmann: „Wir haben doch hier vor allem Hotel-Mitarbeiter im Blick – die können sich das dann garantiert nicht leisten.“ Die Gemeinde könne dem Investor ohnehin nicht vorschreiben, wer am Ende in die Wohnungen einziehen darf, entgegnete Hagemeister: „Und weil das so ist, sollten wir das Grundstück auch so teuer wie möglich verkaufen.“

Darüber hinaus würde sich die prekäre Wohnraum-Situation auch in Rethwisch etwas entspannen, stellte Hagemeister klar: „An der Storchenwiese entstehen noch in diesem Jahr neun Wohnungen, die ausschließlich vermietet werden sollen.“ Für Klaus Bergmann kein Grund, in übermäßige Jubelarien auszubrechen – im Gegenteil: „Mir reicht es, dass wir in der Gemeinde seit drei Jahren nichts für den Wohnungsbau gemacht haben – und kurz vor Toreschluss werden hier auf einmal neun Unterkünfte aus dem Ärmel geschüttelt.“

Mit Blick auf das Grundstück am Fischerweg schloss sich letztlich eine Mehrheit der Gemeindevertreter Bergmanns Antrag an: Vor einer endgültigen Entscheidung zum möglichen Grundstücksverkauf kann der potenzielle Investor seine Baupläne auf der nächsten Sitzung detailliert vorstellen.

1694

Einwohner

leben aktuell in der

Gemeinde mit ihren Ortsteilen Bahrenhorst, Börgerende und

Rethwisch.

Neben dem

Wirtschaftsfaktor

Tourismus gibt es hier

eine Vielzahl von

Unternehmen und

Handwerkern in

den Bereichen

Landwirtschaft, Bau, Dienstleistungen sowie regenerative Energie.

30 bis 40 neue

Mitarbeiter sind ab Mai in den Upstalsboom

Waterkant Suites

beschäftigt – der

Bedarf an günstigem Wohnraum im Ort wächst.

Lennart Plottke

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