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Bad Doberan Rostocker Wissenschaftler entwickeln künstliche Inseln
Mecklenburg Bad Doberan Rostocker Wissenschaftler entwickeln künstliche Inseln
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00:05 12.12.2017
Interdisziplinäre Zusammenarbeit: Dr. Corinna Lüthje und Dr. Frank Adam lernten sich bereits im Zuge eines anderen Projekts kennen. Quelle: Foto: Pauline Rabe
Rostock

Künstliche Lebensräume auf dem Meer, unabhängige Wartungsplattformen oder die Erweiterung von Häfen: Das EU-Projekt „Space@Sea“ beinhaltet verschiedene Zukunftsvisionen. „Doch alle drehen sich um die Entwicklung von Inseln“, erzählt Frank Adam vom Stiftungslehrstuhl für Windenergietechnik. Rund sechs Millionen Euro Förderung fließen über das „Horizont 2020“-Programm der EU in das im November gestartete Projekt. Alleine 600000 Euro davon gingen an die Universität Rostock. Neben Adam und seiner Doktorandin Moe Moe Aye ist auch Corinna Lüthje vom Institut für Medienforschung an einem Arbeitspaket beteiligt.

Anfang November startete das von der EU geförderte Projekt „Space@Sea“

„Ziel des Projekts ist die Entwicklung von sogenannten Multi-Used-Plattformen, die in vier Bereichen angewendet werden sollen“, erklärt Adam, dessen Arbeitsgruppe sich mit dem Paket „Energyhub@Sea“auseinandersetzt. Dabei geht es um die Nutzung und Speicherung von erneuerbaren Energien für eine sich selbst versorgende Instandhaltungsinsel. Diese wäre wiederum für den zweiten Bereich „Living@Sea“ von Bedeutung. „In weit entfernter Zukunft scheint es durchaus denkbar, dass vermehrt Lebensraum auf offenem Meer geschaffen wird“, sagt Corinna Lüthje. Diese Option wäre beispielsweise für Servicekräfte von Offshore-Windparks interessant.

„Um bisherige Erfahrungen mit künstlichen Habitaten herauszufinden, entwickle ich derzeit eine Umfrage für Arbeiter auf Ölplattformen.“ Die ähnlichen Lebensbedingungen gäben zwar einige Hinweise, seien jedoch nicht 1:1 übertragbar. „Es ist vorstellbar, dass unsere Zielgruppe eine längere Verweildauer besitzt und vielleicht noch ihre Familie oder gar Haustiere für diesen Zeitraum mitbringt“, erklärt die Kommunikationswissenschaftlerin weiter. Wie das überhaupt funktionieren könnte, stellt ihre Forschungsaufgabe dar. „Sollte auf den bewohnten Inseln dann mal der Strom ausfallen, kommt wieder unsere Wartungsplattform ins Spiel, die vorerst für eine Notstromversorgung garantieren könnte“, ergänzt Adam.

Der dritte Bereich nennt sich „Port@Sea“ und konzentriert sich auf ein anderes aktuelles Problem, welches durch XXL-Containerschiffe entsteht. „Es gibt einige Häfen wie Rotterdam oder Hamburg, die zu klein oder zu flach für diese Frachter sind“, erklärt der Projektleiter. Durch eine Erweiterung der Häfen mit vorgelagerten Plattformen und Shuttles könnte hier jedoch Abhilfe geschaffen werden. Zu guter Letzt fehlt noch die Anwendung „Farming@Sea“, welche unter anderem Raum für die Muschel- und Fischzucht plant.

„Durch den sehr modularen Aufbau mit Dreiecken sollen die einzelnen Inseln miteinander kombiniert werden können“, sagt Adam. Derzeit laufen erste Simulationen in Wageningen im Maritime Research Institute Netherlands (Marin) mit einer verkleinerten Version des Konzepts. Die Tests zeigen, dass die Ränder der Plattformen instabil sind. „Die Entwicklung birgt einige technische Herausforderungen, die es innerhalb der nächsten drei Jahre zu bewältigen gilt.“

17 Partner wirken insgesamt in dem Projekt mit. Unter ihnen finden sich sowohl Ingenieure als auch Biologen und Wirtschaftswissenschaftler. „Die unterschiedlichen Denkweisen machen die Arbeit spannend, aber nicht unbedingt leichter“, so Corinna Lüthje. Da alle Arbeitspakete eng miteinander verwoben sind, seien die Kommunikation untereinander und die Transparenz über aktuelle Vorgänge elementar. „Deshalb stehen wir in ständigem E-Mail-Kontakt mit unseren Kollegen.“

6 Millionen Euro Förderung

17 Partner aus Wissenschaft und Industrie sind am EU-Projekt „Space@Sea“ beteiligt. Koordinator ist das Maritime Research Institute Netherlands (Marin).

3Rostocker Forscher wirken bei der Entwicklung der Inseln mit: Dr. Frank Adam und Moe Moe Aye vom Stiftungslehrstuhl für Windenergietechnik und Dr. Corinna Lüthje vom Institut für Medienforschung.

10 Arbeitspakete umfasst das Projekt. Vier davon konzentrieren sich auf die Anwendungen.

Pauline Rabe

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