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Bad Doberan „Die Doberaner sind gute Blutspender“
Mecklenburg Bad Doberan „Die Doberaner sind gute Blutspender“
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11:32 13.02.2019
v.l.: Cornelia Klischke und Silke Hufen vom DRK begleiten Willi Ruß und Andreas Thies bei ihrer Blutspende in der neuen Stelle in Bad Doberan. Quelle: Moritz Naumann
Bad Doberan

26 Liter: So viel Blut haben Menschen aus und um Bad Doberan am Februartermin beim DRK (Deutsches Rotes Kreuz) gespendet. „Das ist ein guter Wert“, sagt Cornelia Klischke, die den Dienst seit Oktober in der neuen Blutspendestelle im Haus der DRK-Tagespflege organisiert. Besonders hoch sei die Spendenbereitschaft in der älteren Generation, die jüngeren seien schwer zu rekrutieren.

Eine Schlange bildet sich vor dem Raum im Obergeschoss der Tagespflege vom DRK. Hier wird der Bluttröpfchentest (Hämoglobintest) durchgeführt. „Da gibt es einen kleinen Piecks in den Finger. Damit ermitteln wir, ob genügend rote Blutkörperchen vorhanden sind“, sagt Silke Hufen, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit beim DRK. Gerd Laqua kann sowas nicht mehr abschrecken. „Ich mache heute meine 103. Spende“, sagt er stolz und hält eine goldene Karte hoch, die ihn als fleißigen Spender ausweist. „Seit 1979 mache ich das regelmäßig“, sagt Laqua.

Barrierefrei und stadtnah

Angelika Mohrin-Templin, Christine Wehmeyer und Marianne Preuß kümmern sich um das leibliche Wohl der Blutspender. Quelle: Moritz Naumann

Seit Oktober bietet das DRK den Blutspendedienst in der Tagespflegeeinrichtung in der Lessingstraße an. „Vorher waren wir im Haus der Gemeinschaft, aber da sind im Sommer die Rettungsschwimmer untergebracht. Da haben wir gestört“, sagt Klischke. Der Vorteil des neuen Ortes: „Er ist stadtnah, barrierefrei und hat eine tolle Küche, in der die Ehrenamtlichen Süßes und Herzhaftes für die Spender aufbereiten.“ Anfängliche Probleme seien mittlerweile überwunden: „Wir hatten zu wenig Stühle, Liegen und Tische und haben die Annahme mehrmals umorganisiert“.

Gerd Laqua hat den Hämoglobintest mittlerweile bestanden und auf einer der Liegen Platz genommen. Ein Mitarbeiter des DRK bereitet die Spende vor. Laqua hebt den Pullover und bekommt eine feine Kanüle gesetzt. Den Schwamm in der Hand presst er in gleichmäßigen Abständen zusammen, damit das Blut besser zirkuliert. „Die Belegschaft ist toll, die geben sich hier viel Mühe“, sagt Laqua. Nach etwa zehn Minuten ist der 58-Jährige um 500 ml Blut ärmer. „Danach geht seine Konserve erstmal in das Labor“, sagt Silke Hufen. Dort wird es auf HIV, Hepatitis, Syphilis oder Antikörper untersucht. „Sollte damit etwas nicht in Ordnung sein, wird der Spender nach zwei bis drei Tagen informiert.“

Täglich 350 Konserven

In der Regel ist eine Blutkonserve 42 Tage haltbar. „Die Blutzellen leben 100 Tage, aber da sich in einer Spende nicht nur junge Zellen befinden, ist das das wissenschaftlich errechnete Mittel für die Haltbarkeit“, sagt Hufen. In MV liegen die Konserven jedoch meist nicht länger als zwölf Tage. „Wir benötigen im Land etwa 350 Konserven täglich.“ Dieser Bedarf könne aber oft nicht gedeckt werden, so dass aus Niedersachsen und anderen Bundesländern zusätzlich Konserven geordert werden. Am häufigsten wird das Spenderblut für Krebspatienten, bei Operationen am Herz-Kreislauf- oder Magen-Darm-System oder und schließlich nach Unfällen gebraucht.

Grundsätzlich seien die Doberaner gute Spender. „Im Schnitt kamen 2018 etwa 43 Menschen pro Termin“, sagt Hufen. Das seien zwar drei weniger als im Jahr zuvor, aber 2019 startet dafür furios: Bei der ersten Januarspende haben 86 Menschen ihr Blut für das DRK gelassen. „Da waren wir auch bei der Bundeswehr, wo viele Soldaten gespendet haben. Das verfälscht das Ergebnis etwas, aber es hebt den Schnitt“, sagt Hufen mit einem Lächeln. Nun – beim Februartermin – sind es 53 Menschen, die ihr Blut spenden. „Auch ein guter Wert“, sagt Cornelia Klischke.

Den jungen Menschen Berührungsängste nehmen

Das Durchschnittsalter der Spender liegt bei 48 Jahren. „Das entspricht etwa dem demografischen Durchschnittsalter der Deutschen“, sagt Hufen. Jedoch ist zu beobachten, dass gerade aus der Altersgruppe der 18- bis 35-Jährigen sehr wenige Spender kommen. Das liege zum einen am Geburtenknick, der nach der Wende eingesetzt hat und laut Hufen auch an einem Wandel vom Empathie- und Solidargedanken. „Heute gibt es so viel Ablenkung durch neue Medien. Die Menschen müssen sich mit viel mehr Dingen auseinandersetzen als früher“, sagt Hufen.

Cornelia Klischke ist eigentlich in der Jugend- und Sozialarbeit aktiv, hat die Organisation der Blutspende aber zusätzlich übernommen. Sie weiß, was helfen kann, um jungen Menschen Berührungsängste zu nehmen: „Es ist einfacher, wenn die Eltern das vorleben und die Kinder schon mit zur Spende bringen, um Ängste nicht erst aufkommen zu lassen.“ So wie bei Eric Neu. Der 18-jährige Gymnasiast spendet zum vierten Mal. „Seit dem sechsten Lebensjahr komme ich mit meiner Mutter her. Es tut nicht weh und kann helfen“, sagt Neu. In seinem Umfeld sei er der Einzige, der das macht. „Einige meiner Freunde arbeiten im Handwerk und dann meist bis 18 Uhr. Da ist die Blutspende schon vorbei“, sagt Neu.

Das müssen Sie als Spender beachten

Es dürfen nur Menschen Blut spenden die zwischen 18 und 72 Jahre alt sind. Erstspender dürfen nicht älter als 60 Jahre alt sein. Darüber hinaus werden Menschen mit einem insulinpflichtigen Diabetes (Typ 1) oder einer Krebserkrankung nicht zugelassen. Hat man gerade ein frisches Tatoo oder Piercing ist man aufgrund des hochen Infektionsrisikos auch von der Spende ausgeschlossen. In Bad Doberan findet die nächste Blutspende am 6. März (immer der erste Mittwoch im Monat) in der Lessingstraße 1 statt.

Moritz Naumann

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