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Bad Doberan Zehn Jahre Engagement für die Dorfkirche
Mecklenburg Bad Doberan Zehn Jahre Engagement für die Dorfkirche
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08:00 31.10.2018
Der Förderverein zur Erhaltung der Dorfkirche Retschow feiert zehnjähriges Bestehen. Jörg Fischer (v.l.) und Rita Pentzin sind Gründungsmitglieder, Berno Grzech engagiert sich seit 2014. Quelle: Anja Levien
Retschow

Der Kirchturm in Retschow ist eingerüstet, die Ziegel vom Dach sind entfernt: Anfang Oktober hat die Sanierung des Kirchturms begonnen. Nicht der einzige Höhepunkt in diesem Jahr für den Förderverein zur Erhaltung der Dorfkirche Retschow. Dieser feiert am 16. November sein zehnjähriges Bestehen. Um die 80 000 Euro haben die Mitglieder schon eingesammelt.

88 Tassen Kaffee habe es gebraucht, um den Förderverein am 17. Oktober 2008 zu gründen, erinnert sich Gründungsmitglied Rita Pentzin. Von Haus zu Haus seien die Initiatoren gegangen, um für den Verein zu werben. 19 Mitglieder waren es dann zur Gründung. „Es hat sich relativ schnell eine Gemeinschaft gefunden, auf die man heute noch zurückgreifen kann“, sagt Pentzin.

Der Kirchturm in Retschow wird saniert. Quelle: Anja Levien

Ziel des Fördervereins, der 52 Mitglieder zählt: Der Erhalt der Dorfkirche. Diese war einsturzgefährdet, erzählt Frank Steinbach, Mitglied seit 2015 und heutiger Vereinsvorsitzender. Über den Notfond der Landeskirche seien Spannanker in die Kirche eingezogen worden. Doch es war klar: Hier besteht Handlungsbedarf. Seitdem haben die Mitglieder mit verschiedenen Aktionen Gelder eingeworben, um die Kirche bei der Sanierung zu unterstützen. Bis heute mit dabei: Gründungsmitglied und Vorstandsmitglied Jörg Fischer. „Die Kirche stand auf der Kippe. Sie gehört doch zum Dorf dazu und nach so vielen hundert Jahren sollen wir sie nicht mehr erhalten können, bei den Möglichkeiten, die wir heute haben? Ich wollte, dass die Kirche im Dorf bleibt“, begründet der Retschower sein Engagement.

In Fundament und Dach investiert

„Die erste Maßnahme, die wir mitfinanziert haben, war die Nordsakristei“, sagt Frank Steinbach. Hier drohte das Fundament wegzusacken. Dieses wurde ausgebessert, ebenso in der Südsakristei. Nach weiteren Fundamentsarbeiten an der Kirche, die zwischen 2010 und 2012 stattfanden, folgten Investitionen in Dachstuhl und Dachdeckung. Für Frank Steinbach ist es selbstverständlich, sich zu engagieren. „In seinem Dorf, vor der eigenen Haustür fängt die Beteiligung an“, sagt er. Warum solle er nicht mitmachen?

Der Turm der Dorfkirche in Retschow wird saniert. Innen liegende Holzbalken sollen versetzt werden, weil in dem Turm eine Winterkirche eingerichtet werden soll.

Für die Turmsanierung hat der Verein bereits 20 000 Euro investiert. Diese wird über das europäische Programm Leader zur Entwicklung des ländlichen Raums mitfinanziert. Hier soll die Winterkirche eingerichtet werden, in einem Anbau kommen Küche und barrierefreie Toilette. Die vier Stützbalken im Turm bleiben erhalten, erläutert Rita Pentzin, die auch Vorsitzende des Kirchengemeinderates der evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Steffenshagen-Retschow ist. Die Querbalken sollen versetzt werden, um unten mehr Platz zu schaffen.

Mitteilung in Bekrönung gefunden

Die Bekrönung der Turmspitze wurde bereits abgebaut. In der Kugel unter dem Hahn wurde ein Zettel gefunden mit den Namen der damaligen Kirchengemeinderatsmitglieder und Handwerker. Am 19. April 1968 war die Bekrönung aufgesetzt worden. Die Kirchturmsanierung kostet um die 450 000 Euro und soll im nächsten Jahr abgeschlossen sein.

Das Geld für die Dorfkirche, die etwa 1380 erbaut wurde, sammeln die Vereinsmitglieder beim zwei Mal im Jahr stattfindenden Krammarkt an der Kirche oder durch Werbung bei der Kulturnacht in Bad Doberan ein. Auch über den Verkauf des Koch- und Backbuches fließt Geld in die Vereinskasse. Das Backbuch wird jetzt in der vierten Auflage, dass Kochbuch in der zweiten Auflage nachgedruckt, berichtet Frank Steinbach.

Mit der Turmsanierung ist die Arbeit des Fördervereins noch längst nicht beendet. Der Fußboden der Kirche, die Fenster und der Altar werden als nächste Schritte angegangen.

Anja Levien

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