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Bad Doberan Satow schafft neuen Wohnraum
Mecklenburg Bad Doberan Satow schafft neuen Wohnraum
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14:49 30.10.2018
Soll aufgewertet und zu einem attraktiven Wohnstandort werden: die Dorfmitte in Hohen Luckow. Quelle: DBR
Satow

Hohen Luckow soll künftig wieder lebendiger werden. Dafür will die Gemeinde Satow vor allem die Dorfmitte des Ortsteils deutlich attraktiver gestalten. Auf ihrer jüngsten Sitzung brachten die Gemeindevertreter jetzt die Aufstellung eines entsprechenden Bebauungsplans auf den Weg. „Wohnbauland in Satow ist nach wie vor sehr begehrt“, sagte Stadtplaner Lars Fricke. „Und gerade Hohen Luckow hat mit Blick auf das Ortsbild starken Entwicklungsbedarf.“

Deshalb sollen auf einer rund 3,15 Hektar großen Fläche zwischen Bützower und Rostocker Straße kleine Einzel-, Reihen- und auch Mehrfamilienhäuser gebaut werden. „Das Gelände ist zum größten Teil beräumt und liegt aktuell mehr oder weniger brach“, erklärte Fricke. „Wir wollen hier auch altersgerechten Wohnraum integrieren, um unterschiedliche Bedürfnisse an das Wohnen abzudecken.“ Dabei handele es sich um ein innovatives städtebauliches Konzept – entwickelt in Zusammenarbeit mit den Flächeneigentümern, der Gemeinde sowie Studenten der Hochschule in Wismar: „Zur Belebung des Ortes sollen zudem ein Gemeinschaftshaus und ein Dorfplatz gegenüber dem Gutshof beitragen – es soll hier eine bunte Mischung geben.“

Er halte die Pläne für sehr ermutigend, sagte Gemeindevertreter Erhardt Liehr (FDP): „Seit den 1990er Jahren erlebt Hohen Luckow einen unsystematischen Niedergang – ich bin in dieser Gegend aufgewachsen und freue mich, dass den Menschen vor Ort mit diesem Bauprojekt wieder eine Perspektive gegeben wird.“

Modernes altersgerechtes Wohnen am Jägerberg

Dieses Ziel verfolge man auch für den Bereich am Jägerberg in Satow, sagte Lars Fricke: „Auch hier gibt es seit längerer Zeit einen städtebaulichen Missstand – rund um die vorhandenen Plattenbauten besteht großer Entwicklungsbedarf.“ Frühere Bebauungspläne seien nicht realisiert oder zu Ende geführt worden: „Mit dem neuen Grundstückseigentümer sollen nun wieder Planungen aufgenommen werden – diese betreffen jetzt eine größere Fläche, um eine Aufwertung des gesamten Bereiches an der Landesstraße 10 zu ermöglichen.“ Ziel des B-Plans sei es, die Geschoss-Bauten zu erhalten und mit altersgerechten Wohnungen und einigen Einfamilienhäusern zu ergänzen, erklärte Fricke: „Dazu soll die Erschließung und Nutzung der anliegenden Kleingärten neu geregelt werden – der Eigentümer hat ein Interesse daran, dass diese Gärten auch künftig von den Anwohnern genutzt werden.“

Die vorhandenen Strukturen sollten aufgenommen und sinnvoll aufgefüllt werden, sagte auch Architekt Carsten Gieseke: „Hier wohnen die Menschen zum Teil schon seit 60 Jahren – die kann man nicht einfach aus dem gewohnten Umfeld reißen.“ Deshalb gebe es beispielsweise die Möglichkeit, hier einen Pflegestützpunkt inklusive Gemeindeschwester zu etablieren, die die Umgebung bei Bedarf gleich mitversorgen könnte, so Gieseke: „Dazu schweben mir Ein- und Zweiraum-Wohnungen, aber auch Wohngemeinschaften mit Gemeinschaftsküche vor – optimal wäre eine Durchmischung der Altersstrukturen.“

Ein Ansinnen, dass auch bei den Gemeindevertretern auf ein positives Echo stieß. „Mich überzeugt die Denkweise“, sagte etwa Erhardt Liehr. „Es geht dabei nicht nur um die Mieter aus den Wohnblöcken, sondern auch um die Leute aus dem Dorf, die sich ihre Grundstücke langsam nicht mehr leisten können.“ Im schlechtesten Fall würden diese Menschen dann notgedrungen Richtung Bad Doberan abwandern, weil es in der Gemeinde keinen geeigneten Wohnraum gebe, so Liehr: „Wir reden seit 25 Jahren über altersgerechtes Wohnen – es wäre zu schön, wenn die aktuellen Ideen am Jägerberg auch tatsächlich umgesetzt werden könnten.“

Wohngebiet mit Gutshof-Charakter

Ein weiteres neues Wohngebiet soll auch an der Kröpeliner Straße in Satow entstehen. „Hierbei handelt es sich um einen ehemals gewerblich genutzten Hof, der aktuell unter anderem als Lagerfläche dient“, erklärte Planer Lars Fricke. „Ziel ist, durch die Gebäudegestaltung einen eigenen und einheitlichen Quartiers- und Gutshof-Charakter zu erhalten.“ Der neue Bebauungsplan sehe weitere Wohngebäude vor – „und gleichzeitig die städtebauliche Aufwertung und Wiederbelebung dieses Bereiches“.

Lennart Plottke

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