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Satower gewährten aus offenem Denkmal Blick in die Zukunft

Satow Satower gewährten aus offenem Denkmal Blick in die Zukunft

Im „Heimatmuseum“ gedeiht fruchtbare Kooperation von Verein und Schülern.

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Julian Bathke als „Konverse Gregor“ und Juliane Bendin (v. l.) führten gut 50 Besucher um und durch die Kirchruine von Satow.

Quelle: Fotos: T. Hoppe

Satow. „Als Satows neue Kirche auf dem Kirchberg gebaut worden war, sollen die Leute immer noch in die alte, sehr marode Kirchruine gegangen sein, weil sie sich an Neues erst gewöhnen mussten — mit der Zeit gingen sie hier aber raus“, berichtete gestern in einer Mönchskutte der Laienbruder auf Zeit, der Achtklässler Julian Bathke, vor rund 50 Gästen einer Führung zum Tag des offenen Denkmals vor Satows Kirchruine aus grauen Vorzeiten. In der nahen Zukunft sollen die Leute nun wieder hierher kommen, zur neu sanierten Kirchenruine. Darauf bauen vor allem die 20 Mitglieder des im März 2011 gegründeten Satower Vereins „Lebendige Steine“ und ihre Unterstützer. Sie machen sich für den Erhalt der alten Kirchenmauern, die 1224 erstmals urkundlich erwähnt wurden, in der Gemeinde stark.

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Lara Biederstedt, Friedrich Bigge, Emelie Schmidt von der History-AG

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Mit Erfolg, wie Vereinssprecher Erhardt Liehr erklärte: „2014 werden wir hier den 2. und 3. Bauabschnitt, dank Fördergeldern von der EU, abschließen und damit die geplante Sanierung der Gebäudereste mit einem Gesamtvolumen von 450 000 Euro, davon Fördermittel in Höhe von 300 000 Euro, vollenden können.“

Dann sollen im Innern der Kirchenmauerreste Konzerte oder andere Aufführungen stattfinden und später möglicherweise auch Kinoveranstaltungen im angrenzenden Park — dort wo 1961 Satows Freilichtbühne eröffnet worden war.

„Auch so ließe sich das Gesamtensemble Park und Ruine wiederbeleben. Ebenso durch die Fortsetzung der Traditionen von Jahrmärkten und Sommerfesten, die andere Vereine begründet haben“, sagte Juliane Bendin und betonte, dass das alles Zukunftsprojekte ihres Vereins seien, die natürlich Geld erforderten und deshalb bitte man auch um Spenden. Das erwähnte die Stäbelower Architektin gestern am Rande ihrer umfangreichen historischen Informationen über das von der Gemeinde Satow für 75 Jahre gepachtete Kirchenland an der Ecke Hauptstraße/Kröpeliner Straße, einschließlich der Kriegsgräber, um deren Pflege und Sanierung sich die „Lebendigen Steine“ ebenfalls kümmern würden. Deshalb erinnerte die Heimatfreundin auch daran, dass es bereits 2002 Bestrebungen von Pastor Frisch gegeben hätte, hier einen Gedenkstein mit folgender Inschrift aufzustellen: „Das Leid von Krieg und Diktatur darf sich nie wiederholen“. „Das war ein kleiner Diskurs zu Nachdenken und Anregen“, schickte Juliane Bendin dieser Information hinterher.

Begleitet wurde ihre Führung auch von Lara, Emelie und Friedrich aus der hiesigen Klasse 6a, die nicht nur ein selbst zusammengestelltes „Mecklenburgisches Kochbuch“ unter die Leute brachten, sondern selbst sehr aufmerksam die Geschichte und Geschichten über die Kirchruine, den Friedhof und den ganzen angrenzenden Park verfolgten. „Wir haben jetzt Geschichte im Unterricht und finden das interessant, deshalb arbeiten wir auch in der History-AG unserer Schule mit“, erklärte Emelie Biederstedt. Sie kündigte sogar an, dass die Kinder diverse Rezepte aus ihrem historischen Kochbuch, nachkochen und nachbacken würden.

Gegenüber in der alten Schule von Satow schließt sich dann quasi wieder eine Kreis, denn dort haben Steine-Verein und Geschichts-AG dank der Gemeinde, wie es heißt, einen gemeinsamen Platz im künftigen Heimatmuseum bekommen.

Mit Kaffee und Kuchen wurden diese Räume gestern auch schon mal für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht, und der Ospa-Stiftung dafür gedankt, dass man sich Mobilar zulegen konnte.

Hier werden ab sofort alle historischen Unterlagen zu Satows Geschichte seit der ersten urkundlichen Erwähnung gesammelt und wohl auch die ersten Exponate.

Zu sehen waren gestern bereits drei maßstabgetreue Kirchenmodelle aus der Region, die Satower Schüler in Werken und Mathe gemeinsam mit Großeltern erbaut hatten. Vielleicht gibt es auch weitere Glückspilze, wie Erhardt Liehr, der in seinem Garten plötzlich eine alte Steinmühle liegen sah, wie er erzählte. Sie war wohl bei Bauarbeiten nach oben gekommen. Je nach Museumskonzept, sind hier bestimmt bald ähnliche Leihgaben oder Schenkungen gefragt.

• Spendenkonto im Internet

www.lebendige-steine-satow.de

 

Thomas Hoppe

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