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Bad Doberan Sattel und Zaumzeug für hölzernes Pferd
Mecklenburg Bad Doberan Sattel und Zaumzeug für hölzernes Pferd
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00:00 23.10.2017
Diverse Schäden, aufgrund auf- steigender Feuchtig- keit vom Boden und von Holzschädlingen im Pferd, haben eine Restaurierung notwendig gemacht. Martin Heider Kustos Doberaner Münster
Bad Doberan

Sie kommen aus Hamburg, Berlin, Peenemünde und Greifswald, sind Experten für Holz, Stein, Metall und Textil – mehrere Restauratoren arbeiten seit zwei Jahren an der Restaurierung des Grabmals und des Reiterstandbildes des Hofmeisters Samuel Behr im Doberaner Münster. Jetzt wurde Pferd und Sattel samt Zaumzeug wieder miteinander vereint. Nur der Reiter konnte noch nicht wieder Platz nehmen.

Restaurator Georg von Knorre (l.) und sein Mitarbeiter Jens Rohde bringen das Zaumzeug am Pferd an. Quelle: Fotos: Anja Levien (2), Lennart Plottke (1)

Restaurator Georg von Knorre steht neben dem hölzernen Pferd im Münster, trägt weiße Handschuhe und nimmt das Zaumzeug von Claudia Schillo entgegen. Die Hamburgerin war für die Restaurierung des Sattels und des Prunkschmucks am Pferd verantwortlich. „Der Fransenbesatz war verformt und verheddert. Den haben wir rückgeformt und zahlreiche kleinere Schäden am Sattel behoben“, erläutert Claudia Schillo. „Es gab kleine Löcher, die habe ich bearbeitet und ich habe abgeplatzte Fäden von Stickereien fixiert.“ An Sattel, Zaumzeug und Schmuckelementen sei nichts zerstört, alles sei in einem guten Zustand gewesen. „Hier im Münster gibt es keine direkte Sonneneinstrahlung. Das macht viel aus. Es gibt zwar Farbveränderungen, aber die sind kaum bemerkbar.“ Anhand von Fotos schauen die Experten, wie alles auf dem Pferd platziert werden muss.

Vor dem Grabmal steht Martin Heider und verfolgt das Geschehen. „Die Steigbügel sind noch beim Restaurator“, sagt der Kustos. Solange die fehlen, könne der Reiter noch nicht aufs Pferd gesetzt werden. Diverse Schäden am Reiterstandbild, aufgrund aufsteigender Feuchtigkeit vom Boden und Holzschädlinge, hatten eine Restaurierung notwendig gemacht. 2013 wurde mit den Planungen begonnen, seit 2015 wurden die einzelnen Teile bearbeitet.

Darunter auch das Gitter vor dem Grabmal. Hierfür hat Wolfgang Hofmann die Bestandsaufnahme übernommen und eine Restaurierungskonzeption angefertigt. „Unten an der Zierleiste hatte sich Rost gebildet, dadurch wurde die Vernietung aufgedrückt, was zu Schäden geführt hat“, erläutert Hofmann. Denn das Gitter lag direkt auf dem Boden auf. Zudem fehlten Teile, speziell Zierelemente, die nachgefertigt wurden.

Gegen die aufsteigende Feuchtigkeit wurden im Fußboden Lüftungsfugen integriert. Unter die Postamente, auf denen die Säulen platziert sind, die den Baldachin halten, wurden horizontale Sperren gegen die Feuchtigkeit eingezogen. „Damit die Schäden nicht wieder entstehen“, erläutert Martin Heider. Die letzte umfangreiche Sanierung habe Ende des 19. Jahrhunderts unter Baumeister Möckel stattgefunden. Zu DDR-Zeiten habe es einzelne Maßnahmen gegeben, weil das Reiterstandbild umgestürzt war.

Seit Juli steht das Pferd wieder an seinem gebürtigen Platz, wurde für die Restaurierung sogar bei einem Tierarzt geröntgt, um zu sehen, wie das Innenleben aussieht. Das Aufbringen des Sattels sei der nächste wesentliche Schritt gewesen, so der Kustos. Sitzt der Reiter wieder auf seinem Pferd, erfolgen abschließende Arbeiten der Steinrestauratoren an den Postamenten und Reinigungsarbeiten, erläutert Martin Heider. Die Beleuchtung werde noch mit dem Landesamt für Kultur- und Denkmalpflege abgestimmt.

Ende November soll die Restaurierung in Höhe von mehr als 200000 Euro abgeschlossen sein, die von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Ostseesparkasse Rostock unterstützt sowie aus Eigenmitteln des Münsterhaushaltes der Kirchengemeinde, einer Zuwendung des Münsterbauvereins, dem Denkmalfond der Nordkirche, Patronatsmitteln und einer Privatspende finanziert wurde.

Einige Meter neben dem Reiterstandbild ist der Durchgang mit einem rot-weißen Flatterband gesperrt. Hier wurden die Fliesen vom Boden entfernt und das Fundament freigelegt. „Ein Teil des Fußbodens wird erneuert und so hergestellt, wie er 1830 gestaltet war“, erzählt Martin Heider. „Um zu wissen, ob unter dem Boden ältere Schichten zu finden sind, haben wir Archäologen eingebunden.“

Grabmahl für Hofmeister

Samuel Behr war Kanzler, Marschall, Minister, Hofmeister und Erzieher unter Herzog Adolf Friedrich, der ihm aus Dankbarkeit das Grabmal im Doberaner Münster ab 1622 in der nördlichen Chorumgangskapelle errichten ließ. Von Behr sitzt hoch zu Ross, in voller Prunkrüstung. Zum Zeichen seiner Amtswürde hält er in der rechten Hand ein Zepter. Die Grabanlage wurde von Julius Döteber errichtet.

Anja Levien

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