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Bad Doberan Sauber hingekriegt: Kröpeliner bauen Dreckswalze
Mecklenburg Bad Doberan Sauber hingekriegt: Kröpeliner bauen Dreckswalze
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13:49 12.09.2018
Kfz-Meister Michael Batke aus Kröpelin. Quelle: Thomas Hoppe
Kröpelin

Das Industriekombinat Nord dürfte eine gute Kfz-Mechaniker-Ausbildung gehabt haben. Der einstige Kröpeliner IKN-Lehrling Michael Batke ist nämlich seit Jahren nicht nur selbstständiger Meister einer gefragten typenoffenen Autowerkstatt, sondern auch einer der Schöpfer der fahrtüchtigen „Dreckswalze“– eines außergewöhnlichen Spaß-Gefährts mit Audi V-6-Motor und einer umfangreichen Ausstattung.

„Wir waren schon 2004 beim zweiten Werner-Rennen auf dem Lausitzring als Zuschauer dabei gewesen und das hat uns sehr gut gefallen. Deswegen sind wir jetzt nach Hartenholm gefahren“, erklärt Michael Batke.

Holgis Porsche gegen Brösels Motorrad

Der 47-Jährige bezieht sich auf die Wiederauflage der legendären Wettfahrt des Kieler Kneipenwirts Holger „Holgi“ Henze und des Zeichners der „Werner“-Comics Rötger „Brösel“ Feldmann. Auf dem schleswig-holsteinischen Flugplatz Hartenholm waren im Jahr 1988 erstmals Holgis roter 1967er Porsche gegen Brösels „Red Porsche Killer“ (ein eigens für das Rennen gebautes Motorrad) angetreten. Was einer Wette aus dem Comic-Band „Werner – Eiskalt!“ entsprach. „Werner“, alias Brösel verlor vor 30 Jahren, auch 2004 auf dem Lausitzring und erst jetzt, 2018, gewann Brösel mit modernisierter Maschine auf der 200 Meter langen Strecke nach gut zehn Sekunden.

„Wir sind dort auf dem sogenannten ,Nobel’-Zeltplatz rumgefahren, da waren ja auch andere mit ihren gebauten Sachen unterwegs. Das war recht interessant“, erinnert Michael Batke an diese Renn-Tage vom 30. August bis zum 2. September. Die Kröpeliner Dreckswalze sei schon eine kleine Attraktion gewesen: „Da war immer eine riesengroße Traube rum.“

Eigentlich sollte es ein V-8-Motor sein

Im September 2017 hatten Michael Batke und sein Kumpel Sebastian Brüsehafer mit dem Walzenbau begonnen: „Und wir sind erst zwei Tage vor dem Rennen fertig geworden, auf den letzten Drücker!“ Dann kam das Teil auf einen Trailer und ab nach Hartenholm, denn eine Straßenzulassung habe das Gefährt leider nicht, sagt „Chefkonstrukteur“ Batke.

„Uns war klar, dass es ein Dreirad werden sollte, und danach dachten wir uns die Basis aus. Wir hätten dazu schon gern einen V-8-Motor gehabt, doch das hätten wir konstruktiv in der kurzen Zeit nicht geschafft. Deshalb entschieden wir uns für einen V 6 von Audi, weil es ein längs eingebauter Motor mit Frontantrieb sein musste. Der Rest entstand so. Das Fahrgestell ist Marke Eigenbau. Für das breite Hinterrad haben wir bei der Milchviehanlage den Reifen gefunden, die nagelneue Felge ersteigerten wir bei Ebay für’n Appel und ’n Ei. So eine kostet sonst um die 600 Euro“, erläutert der Kfz-Experte und Familienvater von drei Töchtern, die offenbar nicht so auf Autobau stehen. Bei der Frage, ob seine Frau diese vielen Bastelstunden akzeptiert habe, lacht der Meister. Teuer sei es aber nicht geworden, die Rede ist von einer Gesamtsumme „zwischen zwei- und dreitausend Euro“.

Die beiden einstigen Sauerstoffflaschen (hinter den drei Sitzen) wurden von den Kröpeliner Fahrzeugkonstrukteuren übrigens zu jeweils 20 Liter fassenden Kraftstofftanks umfunktioniert.

Thomas Hoppe

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