Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Bad Doberan Schlechtes Studium: Dem Lehrer-Nachwuchs reicht’s
Mecklenburg Bad Doberan Schlechtes Studium: Dem Lehrer-Nachwuchs reicht’s
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:05 12.04.2018
Etwa 250 angehende Grundschullehrer protestierten in Rostock für besser Studienbedingungen und mehr Seminarplätze. Der Rektor der Universität, Professor Wolfgang Schareck suchte das Gespräch, in der Pflicht sieht er aber das Land. FOTOS (6): THOMAS MANDT
Rostock

Sie hören immer wieder, dass sie als Grundschullehrer in Mecklenburg-Vorpommern dringend gebraucht werden. Auf dem Weg dahin gebe es aber zu viele Probleme, beklagen die Studenten. Gestern brachten etwa 250 angehende Grundschulpädagogen ihren Protest gegen die schlechten Studienbedingungen vor dem Hauptgebäude der Universität lautstark zum Ausdruck.

Grundschulpädagogen fordern bessere Bedingungen an der Uni

Viele Abbrecher

950 Grundschulpädagogen werden in Rostock derzeit ausgebildet.

In den Jahren 2015 und 2016 hätten 45 beziehungsweise 46 Studierende ihr Grundschulpädagogikstudium abgebrochen.

Bis 2025 werden im Land nach Angaben der Studenten 900 ausgebildete Grundschullehrer benötigt.

Aktuell wird der Unterricht in MV durch mehrere Hundert Seiteneinsteiger abgesichert.

„Wo sollen die Lehrer herkommen? Von dieser Uni jedenfalls nicht“, bringt Jörg Bendiks als Sprecher des Fachschaftsrats Grundschulpädagogik den ganzen Frust auf den Punkt. „Es gibt zu wenig Dozenten, und es fehlen Seminarplätze“, berichtet seine Stellvertreterin Julia Dannehl. In einigen Bereichen müssten schon Prüfungen verschoben werden, weil die Lehrkräfte fehlten. Weil die Seminarplätze nicht reichen, dauere die Ausbildung länger als nötig. „Das schleppt sich durch das ganze Studium“, beklagt Studentin Juliane Wegner (20). Mehrere Hundert neue Grundschullehrer würden in den kommenden Jahren in Mecklenburg-Vorpommern benötigt, rechnet der Fachschaftsrat vor. Ändern sich die Studienbedingungen nicht, steige die Abbrecherquote weiter, vermutet Jörg Bendiks. Statt ausgebildeter Lehrkräfte würden zunehmend Seiteneinsteiger ohne pädagogische Ausbildungen für den Unterricht an Grundschulen eingestellt, fürchtet Lena Kleis aus dem Fachschaftsrat. „Wir wollen erfolgreich studieren“, betont Jörg Bendiks. Den passenden Rahmen dafür müssten aber das Land und die Universität schaffen.

Uni-Rektor Professor Wolfgang Schareck mischte sich unter die Protestierenden und suchte das Gespräch. Den Protest und die Forderungen der Studenten nennt er berechtigt. Er könne jedoch nicht viel machen und sieht das Bildungsministerium in der Pflicht. Die personelle Ausstattung ist für 100 Studierende je Semester ausgelegt. Die Aufnahmekapazität bei den Grundschulpädagogen sei mit 140 zwar geringer als in den Vorjahren – zuletzt 168 –, doch liege diese aktuell immer noch deutlich über der Regelkapazität von 100 Studienplätzen, rechnet die Universität vor.

Gerne hätte Wolfgang Schareck zusätzliches Personal. „Wir finden keine Lehrkräfte, weil wir sie nur befristet einstellen können“, wünscht sich Schareck vom Land eine bessere Personalausstattung.

Simone Oldenburg, die Fraktionsvorsitzende der Linken im Landtag fordert die Landesregierung auf, die Hochschulen insgesamt finanziell besser zu stellen. Und: „Unbefristete Stellen sind nötig.“

Immerhin: Bessere räumliche Bedingungen kann Wolfgang Schareck den Grundschulpädagogen versprechen. Sie ziehen im Juli aus dem maroden Gebäude in Lichtenhagen in die Jakobi-Passage in der Innenstadt bis zum endgültigen Umzug ins Ulmicum.

Thomas Niebuhr

Mehr zum Thema

Am 10. April ist die Sängerin Dorit Gäbler mit „Mein Kessel Buntes“ ab 20 Uhr im Arkona Strandhotel von Binz zu erleben

07.04.2018

Beim Wanderfrühling vom 13. bis 22. April stehen 60 kostenfreie Angebote auf dem Programm

14.04.2018

Der Syrienkonflikt droht zu eskalieren. US-Präsident Donald Trump kündigt einen Raketenangriff an und kann sich mit einer direkten Provokation in Richtung Russland nicht zurückhalten. Russland will notfalls auch US-Raketen abschießen.

16.04.2018

Wohnungsgesellschaft zahlt derzeit Pauschale von 15000 Euro für Wohnmobilgäste als Kurtaxe

12.04.2018

Bürgerschaft soll abstimmen / Treffen mit Bürgermeistern geplant

12.04.2018

Der erste Kühlungsborner Seenotretter ist in seine Heimatstadt zurückgekehrt

12.04.2018
Anzeige