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Schmierereien verschandeln Stadtbild

Bad Doberan Schmierereien verschandeln Stadtbild

Vermehrt großflächige Kritzeleien auf Hauswänden und Brücken / Polizei spricht von hoher Dunkelziffer

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Schmierige Botschaft: Großflächige Kritzeleien verschandeln die Rückseite des Salongebäudes.

Quelle: Fotos: Lennart Plottke (3), Ove Arscholl, Jens Wagner

Bad Doberan. Gekrakel aus Buchstaben, Symbolen und anderen Hieroglyphen, „kunstvoll“ auf Hauswänden, Bänken oder Brücken platziert: In Bad Doberan sind seit einigen Wochen wieder Schmierfinken unterwegs. Unter anderem betroffen: Salongebäude, Palais und Küsterhaus. „Noch viel schlimmer und augenfälliger war die großflächige Schmiererei auf dem historisierenden Brückengeländer an der Goethestraße“, ärgert sich die Doberanerin Angelika Rosenfeld. „Auf der Betonkrönung zog sich noch Anfang der Woche ein riesiger Schriftzug über die gesamte Breite hin – mit Buchstaben von etwa 20 Zentimetern Größe.“

OZ-Bild

Vermehrt großflächige Kritzeleien auf Hauswänden und Brücken / Polizei spricht von hoher Dunkelziffer

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Dabei habe es sich offenbar um eine „Botschaft“ in slawischer oder polnischer Sprache gehandelt, vermutet Rosenfeld: „Gut, dass der Bauhof das schnell entfernt hat – nicht nur wegen der Beschädigung, sondern auch, weil die Worte verfassungsfeindlich oder pornographisch gewesen sein könnten.“

Busbahnhof und Parkdeck sind „Klassiker“

Mit Graffiti oder anderen Schmierereien habe man immer mal wieder zu tun, sagt Bauhof-Chef Hans-Joachim Krüger: „Vor allem am Busbahnhof oder auf dem Parkdeck sind wir regelmäßig im Einsatz – das sind unsere Klassiker.“ Dazu sei auch das Ehrenmal für die gefallenen und vermissten Soldaten des Ersten Weltkrieges auf dem Buchenberg betroffen, so Krüger: „Das sieht schlimm aus – ein Problem ist auch, dass wir die Farbe gar nicht richtig abbekommen, weil sie schon in die Steine eingezogen ist.“

Neben dem „Backenzahn“ hatten es die Sprayer Mitte Januar auch auf das Küsterhaus abgesehen. Hier haben zwölf Graffiti einen Schaden von rund 500 Euro verursacht. Die neue Bushaltestelle am Alexandrinenplatz und ein Pavillon in Althof waren ebenfalls besprüht worden.

Insgesamt habe es seit Beginn des Jahres bereits zehn Anzeigen wegen Schmierereien und Sachbeschädigung in Bad Doberan gegeben, informiert Kristin Hartfil, Sprecherin der Polizeiinspektion Güstrow:

„Wobei viele Fälle gar nicht zur Anzeige gebracht werden – oftmals bleiben die Eigentümer auf den Kosten sitzen.“ Es sei denn, es handele sich um drastische Fälle wie etwa rechte Symbole oder Parolen, so Hartfil.

Kollege Gert Frahm will nicht von einer Häufung der Fälle in der Münsterstadt sprechen. „Da gab es hier schon deutlich schlimmere Zeiten“, meint der Polizeisprecher. Vor allem Wohnhäuser und Balkone auf dem Doberaner Buchenberg waren in der Vergangenheit Ziel von jugendlichen Sprayern – unter Betroffenen machte schon der Begriff „Disko-Spur“ die Runde. „Auch das Parkdeck am Netto-Markt stand des Öfteren im Fokus“, erinnert sich Frahm. „Glücklicherweise haben diese Streifzüge aber eher abgenommen.“

Auch Börgerende-Rethwisch von Kritzeleien betroffen

Dabei ärgert man sich nicht nur in Bad Doberan über hässliche Botschaften an Hauswänden oder Buswartehäuschen. „Bei uns hat diese Unart in den vergangenen Monaten auch wieder zugenommen“, sagt Horst Hagemeister, Bürgermeister in Börgerende-Rethwisch. „Wie da beispielsweise die Fassaden der Schule oder der Turnhalle verschandelt wurden – grauenhaft.“

Insgesamt habe es aus der Gemeinde im Jahr 2017 lediglich fünf Anzeigen wegen Graffiti-Schmierereien gegeben, sagt Polizeisprecherin Kristin Hartfil: „Aber auch hier könnte die Dunkelziffer deutlich höher liegen.“

Was Bürgermeister Hagemeister besonders fuchst: „Man fühlt sich so machtlos – ich habe sogar schon öffentlich eine Belohnung in Aussicht gestellt, wenn es Hinweise zu den Tätern gibt.“ Gerührt habe sich aber bisher niemand. Und: „Wir haben der Polizei leere Spraydosen übergeben, die wir vor Ort gefunden haben“, so Hagemeister. „Auf denen gibt es garantiert auch Fingerabdrücke – hat aber offenbar auch nichts gebracht.“

Lennart Plottke

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